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SubventionsverdachtBrüssel nimmt Covestro-Deal unter die Lupe

Die EU-Kommission befürchtet Wettbewerbsverzerrungen und untersucht die geplante Covestro-Übernahme durch einen saudi-arabischen Ölkonzern. 28.07.2025 - 14:57 Uhr
Das Logo des Kunststoffkonzerns Covestro leuchtet vor der Unternehmenszentrale am Chempark Leverkusen. Foto: Oliver Berg/dpa

Die EU-Kommission nimmt die geplante Übernahme des deutschen Kunststoffherstellers Covestro durch den staatlichen Ölkonzern Adnoc aus Abu Dhabi genauer unter die Lupe. Die Kommission leitete wegen des Verdachts auf wettbewerbsverzerrende Subventionen eine eingehende Untersuchung des Deals ein, wie sie am Montag mitteilte. Es bestehe die Sorge, dass von den Vereinigten Arabischen Emiraten gewährte staatliche Hilfen den Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt verzerren könnten.

Adnoc hatte im vergangenen Oktober die Übernahme von Covestro - das ehemalige Kunststoffgeschäft von Bayer – angekündigt. Es wäre die größte Übernahme in der Geschichte des Ölkonzerns und eine der größten durch einen Golfstaat in der EU. Der Deal hat ein Volumen von bis zu 16 Milliarden Euro, einschließlich Schulden. Er schließt eine Kapitalerhöhung von knapp 1,2 Milliarden Euro ein, die Adnoc bei Vollzug der Transaktion zeichnen und die Covestro für die Finanzierung seiner Nachhaltigkeitsstrategie nutzen will.

Die Kommission nannte konkrete Bedenken, die die vertiefte Untersuchung rechtfertigen. Zu den möglichen ausländischen Subventionen zählten eine unbegrenzte Garantie der VAE sowie die zugesagte Kapitalerhöhung.

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„Adnoc hat möglicherweise einen ungewöhnlich hohen Preis und andere vorteilhafte Bedingungen geboten“, hieß es in der Mitteilung der Kommission. Dies könne andere Investoren von einem Angebot abgeschreckt haben. Die Untersuchung soll zudem mögliche negative Auswirkungen auf den Binnenmarkt nach Abschluss des Geschäfts prüfen.

Die Übernahme hatte im Mai zwar schon grünes Licht im Rahmen der üblichen EU-Fusionskontrolle erhalten. Die nun gestartete Untersuchung erfolgt jedoch getrennt davon und basiert auf der EU-Verordnung über ausländische Subventionen (FSR), die auf eine Verhinderung unfairer staatlicher Unterstützungen aus Drittstaaten abzielt. Die Kommission hat sich nun eine Frist bis zum 2. Dezember für eine Entscheidung gesetzt.

Ursprünglich wollte Adnoc die Übernahme im zweiten Halbjahr dieses Jahres abschließen. Eine Stellungnahme von Adnoc lag zunächst nicht vor. Covestro erklärte, die beiden Unternehmen befänden sich weiterhin in konstruktiven Gesprächen mit der Kommission und arbeiten kooperativ auf einen Abschluss der FSR-Prüfung hin.

rtr
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