Übernahme Nikon will deutschen 3D-Drucker-Hersteller SLM Solutions kaufen

Der japanische Konzern will gut 620 Millionen Euro für die Lübecker 3D-Drucker ausgeben. SLM dürfte nach der Übernahme von der Börse verschwinden.

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Mit ihren 3D-Druckern vereinfacht die Lübecker Firma die Herstellung spezialisierte Bauteile. Quelle: SLM Solutions

Der japanische Kamerahersteller Nikon übernimmt für 622 Millionen Euro den 3D-Drucker-Hersteller SLM Solutions aus Lübeck. Die Japaner bieten 20 Euro je SLM-Aktie und damit 75 Prozent mehr als den Schlusskurs vom Donnerstag, wie beide Unternehmen am Freitag mitteilten.

Nikon zeichne eine Kapitalerhöhung von SLM in Höhe von zehn Prozent und werde ein Übernahmeangebot an die restlichen Anteilseigner abgeben, das an keine Mindestannahmeschwelle gekoppelt sei. Nikon hat sich nach eigenen Angaben bereits gut 61 Prozent der Aktien gesichert.

Auch für die von SLM ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen werde Nikon eine Übernahmeofferte abgeben. Der gesamte Transaktionswert belaufe sich damit auf 622 Millionen Euro.

Die Offerte werde von den Großaktionären unterstützt, darunter der Firmengründer Hans-Joachim Ihde und der US-Hedgefonds Elliott. Elliott hatte 2016 die Übernahme von SLM Solutions durch den US-Mischkonzern General Electrics (GE) durchkreuzt, der 683 Millionen Euro für SLM geboten hatte. Auch Vorstand und Aufsichtsrat von SLM stünden hinter der Offerte von Nikon, erklärten die Unternehmen.

Mit 3D-Druckern lassen sich dreidimensionale Bauteile in beliebigen Formen herstellen, die bisher gefräst oder gegossen werden mussten – von Zahnkronen bis zu Einspritzdüsen für Flugzeug-Triebwerke.

Nikon will Standort Lübeck erhalten

Der Zusammenschluss sei wesentlich für das Wachstum von Nikons digitalen Fertigungsgeschäfts, sagte Nikon-Chef Toshikazu Umatate. „3D-Druck, der auf Metall basiert, wird die industrielle Massenproduktion revolutionieren. Diese Technologie ermöglicht unseren Kunden hochkomplexe Teile zu fertigen, Produktionszyklen zu verkürzen und CO2-Emissionen, Energiekosten und Ausschussraten zu reduzieren.“ Der Hauptsitz von SLM in Lübeck und andere wesentliche Betriebsstätten würden erhalten, versicherte Nikon.

Sollte sich Nikon genügend Anteile sichern, wollen die Japaner SLM von der Börse nehmen. Nikon habe sich in der Investitionsvereinbarung rechtsverbindlich verpflichtet, für mindestens drei Jahre keinen Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvertrag abzuschließen.

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