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„Beste Chancen“ SAP will Qualtrics in den USA an Börse bringen

SAP hatte Qualtrics vor zwei Jahren für acht Milliarden Dollar gekauft. Der Zukauf war von Investoren teilweise als überteuert kritisiert worden. Quelle: dpa

Vor zwei Jahren hat der Softwareriese Qualtrics für acht Milliarden Dollar erworben und damit den zweitgrößten Zukauf in der Unternehmensgeschichte gestemmt. Nun soll die US-Firma aufs Börsenparkett.

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Der Softwareriese SAP will Qualtrics in den USA an die Börse bringen. SAP wolle Mehrheitsaktionär bleiben, teilte der Walldorfer Dax-Konzern am Sonntagabend mit. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht getroffen worden. Konditionen wie auch Zeitplan des Börsendebüts seien offen und abhängig vom Marktumfeld.

SAP hatte Qualtrics vor zwei Jahren für acht Milliarden Dollar gekauft und damit den zweitgrößten Zukauf in der Unternehmensgeschichte gestemmt, der von Investoren teilweise als überteuert kritisiert wurde. Vor der Übernahme wollte die US-Firma, die einen Großteil ihrer mehr als 11.000 Kunden auf dem Heimatmarkt hat, bereits an die Börse gehen. Die Pläne waren weit fortgeschritten. Damals sollte Qualtrics mit mindestens sechs Milliarden Dollar bewertet werden.

Qualtrics bietet eine Software-Plattform an, mit der Organisationen Feedback und Daten von Kunden und Mitarbeitern einsammeln können, um diese in Echtzeit zu analysieren und weiterzuverarbeiten. Damit kann unter anderem Marktforschung in Form von Online-Umfragen betrieben werden, um Feedback einzuholen oder die Kunden- sowie Mitarbeiterzufriedenheit zu testen.

Laut SAP agierte Qualtrics innerhalb des Konzerns selbständiger als andere Zukäufe. Ein Börsengang biete die „besten Chancen“ für die Firma, das Wachstum weiter zu beschleunigen, sagte SAP-Chef Christian Klein. Er ist Nachfolger des langjährigen Vorstandsvorsitzenden Bill McDermott, der den Qualtrics-Kauf eingefädelt hatte. Klein zufolge bietet das Marktdebüt eine Möglichkeit, auch außerhalb des SAP-Kundenstamms zu wachsen. Qualtrics-Mitgründer Ryan Smith, der das Geschäft auch nach der Übernahme durch SAP weiterführte, will im Rahmen des Börsengangs größter Einzelaktionär werden.

Am Montagmorgen gab SAP detaillierten Einblick in das zweite Quartal. Demnach hat Europas größter Softwarehersteller unter anderem dank des überraschend guten Laufs im zweiten Quartal unter dem Strich deutlich mehr Gewinn gemacht. Der Nettogewinn kletterte im Vorjahresvergleich um 52 Prozent auf 885 Millionen Euro, wie der Dax-Konzern in Walldorf mitteilte. Das lag auch daran, dass ein Stellenabbauprogramm vor einem Jahr knapp 200 Millionen Euro gekostet hatte. Zahlen zu Umsatz und operativem Ergebnis hatte SAP bereits vor zweieinhalb Wochen vorgelegt und in der Coronakrise überraschend stark abgeschnitten. Die im April gesenkten Jahresprognosen bestätigte das Unternehmen.

„Mehr als je zuvor ist durch die Pandemie deutlich geworden, dass Digitalisierung keine Option mehr, sondern zwingend notwendig ist, um schwierige Zeiten zu meistern und die gewünschten Geschäftsergebnisse zu erzielen“, kommentierte Vorstandschef Christian Klein die Ergebnisse.

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