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iPhone-Batterien Apple kämpft um die Gunst von Kobalt-Produzenten

Bislang überlässt Apple den Herstellern von iPhone-Batterien die Kobalt-Beschaffung. Doch damit soll bald Schluss sein – denn auch andere lechzen nach dem Schwermetall.

Apple: iPhone-Konzern kämpft um die Gunst von Kobalt-Produzenten Quelle: Reuters

DüsseldorfDie weltweite Nachfrage nach Elektro-Autos steigt – und damit auch nach den dazugehörigen Batterien. Die Energiespeicher bestehen aus Kobalt, aus jenem Schwermetall, der auch in Apples iPhone-Batterien enthalten ist. Aus der Sorge, dass es wegen des steigenden Bedarfs in der Auto-Branche zu iPhone-Batterie-Engpässen kommen könnte, will sich der IT-Riese aus dem kalifornischen Cupertino künftig nicht mehr auf die Batterien-Hersteller verlassen – und das Material stattdessen selbst direkt bei den Minenbetreibern kaufen.

Ein Viertel der weltweiten Kobalt-Produktion wird für Smartphones genutzt. Das Metall ist ein wesentlicher Bestandteil von Lithium-Ionen-Batterien. Während für die Herstellung einer Mobiltelefon-Batterie gerade einmal acht Gramm Kobalt benötigt werden, braucht man für die Produktion einer E-Auto-Batterie 1000 Mal so viel.

Weil die Auto-Industrie also für eine höhere Kobalt-Nachfrage sorgt, ist der Preis für das Schwermetall auch dementsprechend gestiegen: In den vergangenen 18 Monaten hat er sich nahezu verdreifacht. Eine Tonne Kobalt kostet mittlerweile 80.000 US-Dollar.

Apple verhandelt deshalb derzeit mit Minenbetreibern über Verträge, die dem Technikkonzern mehrere Tausend Tonnen des Schwermetalls jährlich für mindestens fünf Jahre zusichern sollen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet.

Die ersten Gespräche gab es demnach bereits vor über einem Jahr. Ob der Deal auch zustande kommt, sei noch unklar. Eine Apple-Sprecher lehnte eine Stellungnahme auf Anfrage von Bloomberg ab.

Mit dem Schritt, mit Minenarbeitern Verträge auszuhandeln, tritt Apple in den direkten Wettbewerb mit großen Playern wie BMW, Volkswagen oder Samsung: Denn auch diese Konzerne werden aller Voraussicht nach langjährige Verträge mit Kobalt-Produzenten schließen, um die Nachfrage nach ihren eigenen Produkten zu bedienen – und die gerade in der E-Mobilität ehrgeizigen Ziele auch zu erreichen.

Große abgeschlossene Deals zwischen Minenbetreibern und Konzernen sind zwar noch nicht bekannt. Anfang Februar sagte BMW-Vorstand Markus Duesmann gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass die Münchener kurz vor dem Abschluss von langfristigen Bezugsgarantien von Metallen wie Kobalt und Lithium stünden: „Ziel ist, uns den Materialstrom bis zur Mine zu sichern, und zwar für die kommenden zehn Jahre.“

Konkrete Mengen nannte der BMW-Einkaufschef nicht. Er sagte lediglich, dass es über den gesamten Zeitraum durchaus mehr als 100.000 Tonnen Kobalt sein könnten.

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