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QuartalszahlenWie SAP durch Künstliche Intelligenz den Gewinn maximieren will

Künstliche Intelligenz spielt eine immer größere Rolle für Unternehmen – auch SAP verspricht sich einen Gewinnschub. Die Zahlen für das abgelaufene Quartal lieferten allerdings ein gemischtes Bild. 20.07.2023 - 20:34 Uhr

Die SAP-Unternehmenszentrale. Der Konzernumsatz blieb zuletzt hinter den Erwartungen zurück.

Foto: dpa

Mit der Integration Künstlicher Intelligenz (KI) in seine Produkte will SAP das Gewinnwachstum beschleunigen. Kunden seien bereit, Preisaufschläge von bis zu 30 Prozent zu zahlen, sagte Christian Klein, der Chef des Walldorfer Konzerns, am Donnerstag. „Die Kunden sehen immensen Mehrwert. Dies wird zu einem Anstieg der Buchungen und Einnahmen führen.“ Er kündigte für Herbst die Vorstellung weiterer KI-Funktionen für die diversen Software-Angebote an. Zu den Cloud-Umsätzen im laufenden Jahr äußerte sich SAP dennoch etwas vorsichtiger.

Klein hatte die KI-Technologie zuvor bereits als Wachstumstreiber identifiziert. Daher beteiligte sich das Unternehmen unlängst für eine ungenannte Summe an den Startups Aleph Alpha, Cohere und Anthropic, die sogenannte Generative KI im Stil von ChatGPT entwickeln. „Wir sind an einem Wendepunkt angelangt, an dem generative KI die Geschäftsabläufe von Unternehmen grundlegend verändern wird“, sagte Sebastian Steinhäuser, der die Firmenstrategie von SAP verantwortet, im Zusammenhang mit diesen Investitionen.

ChatGPT: Wie die KI funktioniert und welche Einsatzgebiete es gibt
OpenAI wurde 2015 als gemeinnützige Forschungs- und Entwicklungsorganisation vom Tesla- und Twitter-Chef Elon Musk sowie dem Technologie-Investor Sam Altman gegründet. Zu den Investoren zählt außerdem der PayPal-Mitgründer Peter Thiel. Im Jahr 2019 wurde ein gewinnorientierter Ableger gegründet, um externe Investitionen einzusammeln. Auch der Software-Konzern Microsoft sicherte sich Anteile an dem Unternehmen, dass bei der jüngsten Finanzierungsrunde Insidern zufolge mit 20 Milliarden Dollar bewertet wurde.Musk verließ den Verwaltungsrat von OpenAI 2018, lobte ChatGPT auf Twitter allerdings als "erschreckend gut". Allerdings kündigte er später an, den Zugriff von OpenAI auf die Datenbank des Kurznachrichtendienstes vorerst zu sperren. Er habe gerade erst erfahren, dass OpenAI die Daten nutze, um die KI zu trainieren.
Mögliche Anwendungsbereiche für das Programm sind Digital-Marketing oder die Beantwortung von Kunden-Anfragen. Einige Nutzer habe ChatGPT sogar dafür genutzt, Software-Code auf Fehler zu prüfen.
OpenAI zufolge kann ChatGPT einen menschlichen Dialog simulieren, Nachfragen beantworten, Fehler eingestehen, falsche Annahmen revidieren und unangemessene Anfragen zurückweisen. Trainiert werde die Künstliche Intelligenz nach der Methode "Reinforcement Learning from Human Feedback (RLHF)". Dabei bewerten Menschen Schlussfolgerungen, die die Software zieht, um künftige Ergebnisse zu verbessern.ChatGPT versucht Fragen von Nutzern zu verstehen und in einer schriftlichen Konversation so zu beantworten, wie es ein Mensch täte.
OpenAI hat eingeräumt, dass ChatGPT die Tendenz hat, „plausibel klingende, aber falsche oder sinnlose Antworten" zu liefern. Die Behebung dieses Problems sei schwierig. Außerdem können durch KI Vorurteile zu ethnischer Zugehörigkeit, Geschlecht oder Kultur weiterverbreitet werden. Auch Google und Amazon hatten mit ethisch fragwürdigen Entscheidungen ihrer jeweiligen KI-Projekte zu kämpfen. Bei anderen Unternehmen mussten Menschen eingreifen, um ein durch die Software verursachtes Chaos einzudämmen.

Gemischtes Bild im zweiten Quartal

Die Zahlen für das abgelaufene Quartal lieferten allerdings ein gemischtes Bild. Der Konzernumsatz und die Cloud-Erlöse blieben mit rund 7,6 beziehungsweise 3,3 Milliarden Euro hinter den Erwartungen zurück. Der Grund hierfür seien Verzögerungen bei einigen Deals, sagte Firmenchef Klein. Der bereinigte operative Gewinn übertraf mit rund 2,1 Milliarden Euro dagegen die vom Unternehmen veröffentlichten Analystenprognosen von Visible Alpha.

Auf dieser Basis hob Europas größtes Softwarehaus das Gesamtjahresziel für das Betriebsergebnis leicht auf 8,65 bis 8,95 Milliarden Euro an. Bei den Cloud-Umsätzen senkte es jedoch das obere Ende der angepeilten Spanne auf 14,2 von 14,4 Milliarden Euro. Das untere Ende blieb bei 14 Milliarden Euro. An der Börse kam dies nicht gut an. SAP-Aktien fielen im Frankfurter Späthandel um 2,7 Prozent. Die in den USA notierten Titel rutschten sogar um mehr als vier Prozent ab.

Einige der Kunden aus dem öffentlichen Sektor setzten wegen der geopolitischen Krisen wieder eher auf klassische Software-Produkte, erläuterte Klein. Am langfristigen Trend zur Cloud ändere sich aber nichts. Außerdem seien die neuen KI-Funktionen nur für Cloud-Kunden erhältlich.

Lesen Sie auch: SAP steigt ein, Intel ist schon investiert – was macht Aleph Alpha so außergewöhnlich?

rtr
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