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Mittelstand So werden aus Unternehmen Weltmarktführer

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Gefährliche Illusion

Die von der Universität St. Gallen als aussichtsreich identifizierten Unternehmen entstammen unterschiedlichsten Branchen, vom Baugewerbe über Landwirtschaft und Pharmazie bis zur Informationstechnik und dem Maschinen- sowie Anlagenbau. Auf den ersten Blick haben sie nur gemein, dass sie Spezialprodukte anbieten. Kann es sein, dass Weltmarktführer wird, wer es schafft konjunkturunabhängige Nischen zu finden? Die gebe es nicht mehr, widerspricht Siegfried Koepp, Geschäftsführer des sauerländischen Automatisierungsspezialisten EMG: „Wir erleben inzwischen alle drei bis vier Jahre starke zyklische Schwankungen in unseren Geschäftsbereichen. Für uns kann die Lösung nur lauten, unsere Angebote ständig für neue Märkte zu erweitern.“

Wen Deutschlands Mittelständler wirklich schätzen
Audi Quelle: PR
Jemand drückt auf einen Knopf "Schulung" Quelle: momius - Fotolia
Schriftzug der Berliner Bank Quelle: dpa
Internetseite von Booking.com für Geschäftsreisen Quelle: PR
DHL-Wagen und Paketbote Quelle: dpa
Ein Lieferwagen Quelle: tournee - Fotolia
Schuhe und Koffer Quelle: doris_bredow - Fotolia

Folglich diversifiziert Koepp seine Produktpalette am laufenden Band. Er beliefert inzwischen Kunden in den Bereichen Stahl, Antriebstechnik, Druck und Papier, Reifenherstellung und Kunststoffverarbeitung. Motto: Irgendwas geht immer. Auch Studienautor Müller hält es für eine Illusion, zu glauben, es gäbe noch von der Weltkonjunktur unbeeinflusste Paradiese. Er führt an: Die beiden deutschen Pumpenhersteller Putzmeister aus Aichtal bei Stuttgart und Schwing aus Herne, die sich erst einen Wettkampf um den Titel des Weltmarktführers lieferten, wurden nach einem massiven Markteinbruch in ihrem Segment von chinesischen Investoren aufgekauft. Auch solch ein Label hilft kaum noch beim Aufstieg. Eher befürchten Kunden bei diesen Produkten überfrachtete, zu teure Technik („German Overengineering“).

Und sie schauen auf die Kosten, sagt Jochen Koch, geschäftsführender Gesellschafter des Drahtmaschinenherstellers Ernst Koch in Ihmert im Sauerland. „Man schätzt unseren robusten Maschinenbau“, so der Mittelständler. „Aber selbst bei den Familienunternehmen, die seit vielen Jahren unsere Kunden sind, entscheiden immer häufiger familienfremde Manager über Investitionen.“ Die bleiben selbst nur für einige Jahre im Unternehmen – und sie interessiert selten, ob Maschinen 10 oder 20 Jahre halten. Wie aber gelingt, allen Widrigkeiten zum Trotz, der Weg an die Weltmarktspitze? Die WirtschaftsWoche stellt vier Mittelständler vor, die es nach Einschätzung der Forscher aus St. Gallen mittelfristig zum Weltmarktführer bringen können.

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