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Helden Contra Corona – Erfahrungsbericht #23 Durch Licht Kundenströme messen

Joachim Geiger Quelle: PR

Die Firma Trilux bietet Lichtkonzepte an. Im Interview erklärt Trilux-Marketingchef Joachim Geiger, ein „Held des Mittelstands“, wie er künftig Licht leasen will, und über welchen Corona-Witz er zuletzt lachen musste.

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Joachim Geiger ist Marketingchef der Firma Trilux im sauerländischen Arnsberg. Das 1912 gegründete Unternehmen ist Spezialist für Beleuchtungstechnik, beschäftigt rund 5000 Mitarbeiter und setzt 681 Millionen Euro um.

Herr Geiger, Trilux entwirft Leuchten und Lichtkonzepte für Büros, Industriehallen, Supermärkte und Einzelhändler. Was hat sich für Ihr Unternehmen durch die Corona-Krise verändert?
Ein Bekannter hat mir neulich auf mein Smartphone einen Gag geschickt. Frage: Wer hat ihr Unternehmen transformiert? Drei Antworten standen zur Auswahl: der CEO, der Chief Technology Officer oder Corona. Die letzte Antwort wäre richtig gewesen.

Und, konnten Sie darüber lachen?
Ja, denn die Coronakrise bietet trotz der sehr ernstzunehmenden Lage und all der Einschränkungen ja auch viele Chancen. Die Krise hat die Mitarbeiter in unserem Unternehmen noch enger zusammengeschweißt; die Meetings per Video oder Telefon laufen disziplinierter ab. Und dadurch, dass viele unsere Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, sind unsere Abläufe digitaler und besser geworden.

Und die Risiken? Viele Geschäfte sind geschlossen, die Büros verwaist. Ihre Kunden dürften sich mit Aufträgen erstmal zurückhalten.
Trilux wird sicher nicht ungeschoren durch diese Krise kommen. Unsere Kunden haben allerdings kaum Aufträge abgesagt, aber verschoben. Die genauen Auswirkungen der Coronakrise werden wir wohl erst im dritten und vierten Quartal sehen. Unsere Geschäfte brauchen ja einen gewissen Vorlauf. Wenn wir für einen Kunden ein neues Lichtkonzept realisieren, dauert das zwischen drei und neun Monaten.

Haben Sie schon Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt?
Ja, von unseren 1800 Mitarbeitern in Deutschland sind derzeit rund 450 in Kurzarbeit. Ausgenommen davon sind unsere Außendienstmitarbeiter. Der Kontakt mit den Kunden ist für uns wichtig. Wir haben bereits neue Konzepte, wie unsere Kunden erfolgreich sein können, wenn Wirtschaft und Handel wieder anlaufen. Viele überlegen gerade, wie sie ihre Verkaufsflächen durch Licht attraktiver gestalten können, damit die Kunden wieder in ihre Filialen kommen. Allerdings fehlt es den Händlern durch die Umsatzausfälle an Geld; die Unsicherheit ist groß.

Was bieten Sie Ihren Kunden in dieser Situation an?
So eine Krise bringt ja auch Chancen für neue Geschäftsmodelle. Trilux bietet den Kunden etwa neue Finanzierungsmodelle an, um Betriebskosten zu sparen. Wir wollen künftig nicht nur Licht verkaufen, sondern wir wollen es verleasen. Das heißt, der Kunde zahlt auch nur, wenn das Licht eingeschaltet ist. Wir setzen auf intelligente Lichtsteuerung, mit der das Licht nur angeht, wenn es auch benötigt wird. Die eingesparten Energiekosten teilen wir uns dann mit dem Kunden. Und auch mit unserer Heat Map Technologie helfen wir unseren Kunden, effizienter zu werden…

Wie funktioniert das?
Über unsere Lichttechnik können wir entsprechende Wärmebilder erzeugen. Wir können die einzelnen Kunden damit nicht identifizieren, aber wir sehen, wo im Laden wie viele Kunden unterwegs sind. Den Händlern geben wir dann Empfehlungen, wie sie die Kundenströme am besten lenken und das Sortiment verbessern. Wir können auch zählen, wie viele Kunden sich im Laden befinden. Falls es mal eine Regelung gibt, dass sich wegen Corona nur eine bestimmte Anzahl von Kunden im Laden befinden darf, würde unser System dafür sorgen, dass sich die Eingangstüre schließt, sobald die Zahl erreicht ist. Andere stellen dafür eigens Security-Leute ein, wir setzen dagegen auf Technologie.

Mehr zum Thema
In der Rubrik Helden des Mittelstands porträtiert die WirtschaftsWoche regelmäßig einen Mittelständler, der eine Herausforderung kreativ, mutig und klug gemeistert hat. Doch was tun diese Helden gegen die Coronakrise? Wir haben nachgefragt. Alle Folgen der Serie „Helden Contra Corona“ finden Sie hier.

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