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Outdoor-Ausrüster verkauftJack Wolfskin verliert sein Gesicht

Mit dem Verkauf von Jack Wolfskin an Finanzinvestor Blackstone endet auch die Ära von Manfred Hell. Für viele das Gesicht der Marke.Peter Steinkirchner mit Reuters 21.07.2011 - 11:59 Uhr

Manfred Hell - Jack Wolfskin

Foto: Jack Wolfskin

Hell war 25 Jahre im Amt und maßgeblich für den Aufstieg des Outdoor-Ausrüsters aus dem hessischen Idstein verantwortlich. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

Die beiden Finanzinvestoren Quadriga und Barclays Private Equity, denen der Hersteller von Funktionsbekleidung seit 2006 gehört, erhalten Finanzkreisen zufolge rund 700 Millionen Euro - vor fünf Jahren hatten sie gerade 93 Millionen Euro gezahlt. Blackstone will die Internationalisierung des Unternehmens in Angriff nehmen. China soll Deutschland bald als größten Markt ablösen.

Für Adidas war Wolfskin zu teuer

Mit dem Verkauf der Marke war schon seit fast einem Jahr gerechnet worden. Größen der Branche wie etwa Europas größter Sportkonzern Adidas, denen Wolfskin auch angeboten worden war, hatten jedoch abgewunken. Ihnen war zum einen der aufgerufene Preis viel zu hoch.

Speziell Adidas setzt zudem im weiterhin aussichtsreichen Outdoor-Segment auf die eigene Marke, um zu wachsen. Hinzu kommt jedoch, dass in Branchenkreisen die weiteren Wachstumschancen für Wolfskin eher skeptisch betrachtet werden. Aktuell gibt es 227 Wolfskin-Stores in Deutschland. In Asien sind es 230, die Mehrzahl davon in China. Das Unternehmen beschäftigt 460 Mitarbeiter.

Zu modisch geworden

Experten sehen die Marke inzwischen zu breit aufgestellt, zu nah an Mode und Alltagskleidung. Gleichzeitig ließen durch ihre breite Distribution auch Begehrlichkeit und vor allem Authentizität zu wünschen übrig: „Wolfskin ist mehr eine Allroundmarke, aber als echte Sportmarke fehlt ihr die Glaubwürdigkeit“, sagt ein Branchenkenner.

Eine Herausforderung besteht für Wolfskin nun auch darin, zügig einen Ersatz für Manfred Hell zu finden. Denn nach außen war Hell auch für Konsumenten der Kopf der Marke – im dicken Wolfskin-Katalog schrieb er über Reiseerlebnisse und posierte mit den neuesten Klamotten. Philipp Jacobi, Vorsitzender des Aufsichtsrates von Jack Wolfskin: „Manfred Hell hat das Unternehmen zu dem gemacht, was es ist." Das sehen auch viele Kunden so. Für sie ist Hell "Jack Wolfskin" – andere Köpfe, die prägend für die Marke stehen, gibt es nicht.

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