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AktienmärkteInflationsrückgang und Friedenshoffnungen stützen die Börsen

Die US-Inflation sinkt, Investoren spekulieren auf eine Waffenruhe in der Ukraine und Rheinmetall springt auf ein frisches Rekordhoch: Das war der Tag an der Börse.dpa 12.03.2025 - 19:34 Uhr
Ein Aktienhändler schaut auf seine Bildschirme. Foto: Andreas Arnold/dpa

Ein Rückgang der US-Inflation und Hoffnungen auf eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg haben die Börsen am Mittwoch gestützt. Der Dax unterbrach seine jüngste Verlustserie und schloss 1,6 Prozent höher bei 22.676,41 Punkten. Der EuroStoxx50 gewann 0,9 Prozent auf 5359,42 Zähler. Die wichtigsten Indizes an der Wall Street lagen ebenfalls überwiegend im Plus.

Für Zuversicht sorgte, dass die USA die Militärhilfe und den Informationsaustausch mit der Ukraine wieder aufnehmen wollen, nachdem die ukrainische Regierung einem Waffenstillstand-Vorschlag zugestimmt hat. „Die Hoffnung auf einen Waffenstillstand in der Ukraine sorgt für einen kleinen Hoffnungsschimmer am Aktienmarkt“, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners.

„Zwar ist auch hier das letzte Wort noch nicht gesprochen und Russlands Präsident Putin am Zug, aber allein die Dynamik, die das Thema in den vergangenen Wochen bekommen hat, hätte ohne die Angst vor einem globalen Handelskrieg sicherlich zu einem Kursfeuerwerk an der Wall Street, vor allem aber an Europas Börsen geführt“, kommentierte Jürgen Molnar, Stratege bei RoboMarkets den Vorstoß.

Trumps Zölle im Fokus – Puma stürzt ab

Für gute Laune sorgten auch die jüngsten US-Inflationsdaten. Die US-Verbraucherpreise legten im Februar um 2,8 Prozent zum Vorjahresmonat zu und damit nicht mehr so stark wie noch im Januar mit 3,0 Prozent. Von Reuters befragte Volkswirte hatten einen Wert von 2,9 Prozent auf dem Zettel. „Anders als im Vormonat bringen die Inflationsdaten dieses Mal ein Stück weit Erleichterung“, kommentierte LBBW-Analyst Elmar Völker.

„Trumpcession“

Donald Trumps Wirtschaft unter Druck

von Julian Heißler und Henrike Adamsen

Anhaltende Sorgen über die US-Handelspolitik grenzten jedoch die Kursgewinne ein. Trumps erhöhte Zölle auf alle Stahl- und Aluminiumimporte in die USA traten am Mittwoch in Kraft und lösten unmittelbar Vergeltungsschritte in Europa aus. Die europäischen Zölle würden US-Waren im Wert von 26 Milliarden Euro betreffen, kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an. Die EU-Zölle betreffen Produkte von Booten über Bourbon bis hin zu Motorrädern aus den USA. Noch problematischer für die Anleger seien aber die ständigen Änderungen der US-Zollpolitik, sagte Jim Baird, Chefanleger beim Finanzdienstleister Plante Moran. „Es ist eine Sache zu verstehen, dass sich die Spielregeln ändern, aber eine ganz andere, zu verstehen, wie diese Regeln aussehen werden und wann sie klar definiert sein werden.“

Rheinmetall glänzt

Der Handelsstreit und die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen hinterlassen auch bei Unternehmen bereits Spuren. Der weltweit drittgrößte Sportartikel-Hersteller Puma schockte Börsianer mit der Ankündigung eines kräftigen Gewinnrückgangs im laufenden Jahr. Die Titel brachen um fast 20 Prozent ein. Vor allem in den USA und in China laufe das Geschäft schlecht. Der Konzern habe einen schockierend schwachen Ausblick für das erste Quartal gegeben, sagte ein Händler. Noch im Januar habe sich Puma zum aktuellen Handel und Auftragsbestand positiv geäußert.

Aus den Depots flogen auch Porsche-Papiere. Die Titel des Autobauers gaben nach einem Gewinneinbruch drei Prozent nach und waren damit die zweitgrößten Dax-Verlierer.

In Madrid zeigten Anleger nach einem enttäuschenden Jahresauftakt auch Inditex die kalte Schulter. Die Aktien des Modekonzerns fielen um 7,5 Prozent. Im Abwärtsstrudel büßte Rivale H&M 3,7 Prozent ein.

Dagegen kletterten Rheinmetall um bis zu 10,9 Prozent einmal mehr auf ein frisches Rekordhoch von 1279,50 Euro. Aus dem Handel ging die Aktie 9,6 Prozent fester bei 1265 Euro. Steigende Rüstungsausgaben bescheren Rheinmetall ein für den Düsseldorfer Konzern beispielloses Wachstum. Die Bundesrepublik und Länder der EU wollen ihre Verteidigungsausgaben massiv erhöhen. Dies treibt den europäischen Rüstungssektor an.

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