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Finanzierung der MilliardenschuldenSollen die Deutschen auf einen Feiertag verzichten?

Ökonomen meinen, ein Feiertag weniger könnte dem Staat Milliarden zusätzliche Einnahmen bescheren. Doch die Idee trifft nicht überall auf Zustimmung.dpa 19.03.2025 - 16:33 Uhr
Ein Feiertag weniger für die Wirtschaft? Das wird zurzeit diskutiert. Foto: dpa

Soll zur Finanzierung der geplanten Milliardenschulden in Deutschland ein Feiertag gestrichen werden? Der Vorschlag von Ökonomen wird seit Tagen kontrovers diskutiert. Nun rechnet das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW/Köln) vor, dass ein zusätzlicher Arbeitstag bis zu 8,6 Milliarden Euro mehr Wirtschaftswachstum bringen könnte.

Allerdings wäre der Effekt nicht in allen Branchen gleich groß, wie IW-Forscher Christoph Schröder erläutert: In manchen Berufen seien Kapazitäten nicht immer voll ausgelastet. In der Bauwirtschaft etwa macht es einen großen Unterschied, ob ein Feiertag im Sommer oder im Winter liegt, denn bei Eis und Schnee stehen Kräne ohnehin still.

Wiederholt kamen zuletzt Vorschläge von Ökonomen, einen Feiertag abzuschaffen, um die Milliardenpakete für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz zu finanzieren, die Union und SPD mit Hilfe der Grünen ausgehandelt haben und denen inzwischen der Bundestag zugestimmt hat.

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„Die Streichung eines Feiertages fände ich als Symbol genau richtig“, antwortete die Chefin der „Wirtschaftsweisen“, Monika Schnitzer, vergangene Woche dem „Spiegel“ auf die Frage, ob Deutschland dem dänischen Beispiel folgen soll, auf diese Weise höhere Verteidigungsausgaben zu stemmen.

Bereits Anfang März hatte der Präsident des Münchener Ifo-Instituts, Clemens Fuest, für die Streichung eines Feiertages plädiert, um „das Arbeitsangebot der Menschen zu steigern“: „Stattdessen gibt es Forderungen nach mehr Urlaubstagen und kürzeren Arbeitszeiten. Das wäre jetzt der falsche Weg, wenn man Inflation vermeiden und Wachstum fördern will“, sagte Fuest der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hält den Vorschlag, einen Feiertag abzuschaffen, um mehr Einnahmen für den Staat zu generieren, für absurd: „Ein gestrichener Feiertag für die Beschäftigten wird die Wirtschaft nicht entfesseln“, schrieb DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel auf der Plattform X.

Feiertage seien „kein Luxus, sondern wichtiger Bestandteil unserer Arbeitskultur; sie tragen zur Erholung der Beschäftigten und damit auch zur Produktivität bei“, argumentierte Piel. Beschäftigte leisteten ihren Anteil zum Wirtschaftswachstum oft über ihre reguläre Arbeitszeit hinaus – das zeige die hohe Anzahl an vielfach unbezahlten Überstunden.

Nach Einschätzung von IW-Forscher Schröder wäre es ohnehin schwierig, den Vorschlag in die Tat umzusetzen: Die Feiertagsregelungen in den einzelnen Bundesländern sind unterschiedlich. Eine zusätzliche Herausforderung: Wegen der föderalen Strukturen Deutschlands müsste jedes Bundesland einzeln über eine Streichung beschließen.

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Neun Feiertage sind in allen 16 Bundesländern einheitlich geregelt: Neujahrstag, Karfreitag, Ostermontag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, 1. Mai, Tag der Deutschen Einheit, erster und zweiter Weihnachtsfeiertag.

Weil im laufenden Jahr Feiertage und Festtage seltener auf Wochenenden fallen, müssen die Beschäftigten in Deutschland etwas weniger arbeiten, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat: Im bundesweiten Schnitt weist der Kalender demnach 248,1 Arbeitstage aus - 0,7 Tage weniger als 2024 und der niedrigste Wert seit 2019 (247,8 Arbeitstage). 

Die geringere Jahresarbeitszeit hat nach Angaben der Statistiker Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung: Nach einer Faustregel bedeutet ein Arbeitstag weniger einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,1 Prozent.

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