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BonitätsscoreWie kommt meine Schufa-Bewertung zustande?

Anhand gewaltiger Datenmengen berechnet die Schufa, für wie kreditwürdig sie einzelne Verbraucher hält. Kritiker halten das Modell für eine „Blackbox“. Die Auskunftei will mehr Transparenz schaffen. 03.04.2025 - 07:47 Uhr
Der Schufa-Score ist für viele Menschen ein Mysterium. Foto: Andreas Arnold/dpa

Die Bewertung der Schufa hat Einfluss auf die Vergabe von Krediten, den Abschluss von Mobilfunkverträgen oder die Finanzierung eines Autos. Die Schufa berechnet anhand gewaltiger Datenmengen, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Verbraucher oder eine Verbraucherin Zahlungsverpflichtungen erfüllt – in Form von sogenannten Bonitätsscores.

Kritiker bezeichnen die Schufa als „Blackbox“, weil die Auskunftei bisher nicht im Detail offenlegt, wie ihre Bewertung, der sogenannte Score, zustande kommt. Die seit Juli 2020 amtierende Schufa-Chefin Tanja Birkholz will die Geheimniskrämerei beenden. Noch in diesem Jahr soll ein neuer Schufa-Score eingeführt werden, der für Verbraucher einfacher nachvollziehbar sein soll.

Bonitätsscores sind Wahrscheinlichkeitswerte, die das Zahlungsverhalten von Verbraucherinnen und Verbraucher prognostizieren sollen. Je höher der Wert, umso höher die Kreditwürdigkeit. Wer Rechnungen regelmäßig unpünktlich bezahlt und oft Mahnungen bekommt, wird schlechter eingeschätzt.

Schneller schlau: Schufa
Zum Geschäftsmodell der 1927 gegründeten „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung” gehört es, Daten zu sammeln. Auf deren Basis liefert die Schufa ihren etwa 10.000 Vertragspartnern - unter anderem Banken und Sparkassen, Versandhändler und Energieversorger - bei berechtigtem Interesse eine Einschätzung zur Bonität (Kreditwürdigkeit) von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Nach eigenen Angaben verfügt die Schufa über Informationen zu 68 Millionen Menschen in Deutschland. Zu mehr als 90 Prozent seien „ausschließlich positive Informationen gespeichert”. Pro Tag erteilt die Auskunftei im Schnitt 320.000 Auskünfte an Unternehmen. Außer der Schufa gibt es weitere Wirtschaftsauskunfteien: etwa Creditreform und Crif.
Die Schufa erhält von ihren Vertragspartnern Informationen etwa über die Eröffnung von Girokonten, die Ausgabe von Kreditkarten, den Abschluss von Leasingverträgen und Krediten. Die Schufa speichert zudem persönliche Daten wie Name, Geburtsdatum und Anschrift, hat aber keine Informationen etwa über das Einkommen einer Person.
Anhand der Daten errechnet sich der Basis-Score, der quartalsweise aktualisiert wird. Dieser beschreibt auf einer Skala von 0 bis 100 Prozent eine Wahrscheinlichkeit, mit der ein Verbraucher finanziellen Verpflichtungen nachkommen wird. Je höher der Score, umso höher die Kreditwürdigkeit. Wer Rechnungen regelmäßig unpünktlich bezahlt und oft Mahnungen bekommt, wird schlechter eingeschätzt.Wie der Score genau berechnet wird, legt die Schufa nicht detailliert offen. Ihr Argument: „Läge das Berechnungsmodell völlig offen, könnte der Score manipuliert werden und hätte so keinen Wert mehr.” Die Formel sei aber „der zuständigen Datenschutzbehörde bekannt und wird von ihr und unabhängigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern kontrolliert”. Unternehmen und Einzelpersonen wie Vermieter können Auskünfte bei der Schufa einholen.

So wird der Schufa-Score berechnet

Der in Deutschland bekannteste Score wird von der Wirtschaftsauskunftei Schufa mit Sitz in Wiesbaden berechnet. Aber auch andere Auskunfteien, wie Creditreform oder Crif erstellen solche Wahrscheinlichkeitswerte.

Unternehmen, aber auch Einzelpersonen wie Vermieter können bei berechtigtem Interesse Auskünfte einholen. Von der Schufa erhält dann zum Beispiel eine Bank jedoch keine konkrete Auflistung der einzelnen Verpflichtungen des Kunden, sondern dessen Score.

Die Berechnungen der Auskunftei sind für Unternehmen ein wichtiger Maßstab. Banken, Onlinehändler, Mobilfunkanbieter, Autohäuser, Energielieferanten - sie alle wollen wissen, wie es um die Zahlungsmoral ihrer Kundschaft bestellt ist, bevor Verträge geschlossen und Waren übergeben werden. Unternehmen nutzen Bonitätsbewertungen, um – oftmals automatisiert – zu entscheiden, ob und zu welchen Konditionen sie Verträge mit Verbrauchern schließen.

Die Schufa argumentiert, der Score sei nur ein Baustein. Sie selbst treffe keine Entscheidungen zum Beispiel über die Vergabe von Krediten oder den Abschluss eines Handyvertrages. Die Auskunftei unterstütze ihre Vertragspartner - zu denen Banken und Sparkassen, Versandhändler und Energieversorger gehören - mit Auskünften. Die Entscheidung für oder gegen ein Geschäft treffe letztlich das jeweilige Unternehmen.

Eine Bank fragt bei einer Kreditanfrage die Bonität des Kunden bei der Schufa ab. Diese Daten reichert die Bank mit eigenen Informationen an: etwa Daten zu Einkommen und Ausgaben sowie Vermögen des Kunden. Letztlich hängt die Vergabe eines Kredits auch von der Risikobereitschaft des Geldhauses ab.

Das Geschäftsmodell der Schufa

Zum Geschäftsmodell der 1927 gegründeten „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ gehört es, Daten zu sammeln. Die Schufa erhält von ihren Vertragspartnern Informationen etwa über die Eröffnung von Girokonten, die Ausgabe von Kreditkarten, den Abschluss von Leasingverträgen und Krediten.

Negativinformationen, die die Schufa erfasst, stammen zum Beispiel aus öffentlichen Registern wie Schuldnerverzeichnissen. Die Schufa speichert zudem persönliche Daten wie Name, Geburtsdatum und Anschrift, hat aber keine Informationen etwa über das Einkommen einer Person.

Nach jüngsten Angaben verfügt die Schufa über Informationen zu 68 Millionen Menschen in Deutschland. Zu mehr als 90 Prozent seien „ausschließlich positive Informationen gespeichert“. Pro Tag erteilt die Auskunftei nach eigenen Angaben im Schnitt 320.000 Auskünfte an Unternehmen.

Unter anderem: Wann wurde das aktuelle Girokonto eröffnet, wie viele Kreditkarten werden genutzt, wie viele laufende Ratenkredite müssen bedient werden? Außerdem interessiert sich die Schufa für laufende Immobilienkredite und ob jemand häufig online auf Rechnung einkauft.

Die Auskunftei erklärt: „Da sich das Konsumverhalten der Menschen ändert, muss die Score-Formel regelmäßig angepasst werden.“ So sei die Zahl an Minikrediten kräftig gestiegen. Zudem nutzen Verbraucher häufiger Vergleichsportale und wechselten in der Folge häufiger als noch vor zehn Jahren ihre Hausbank.

Die Schufa verspricht vor allem Transparenz: Für Verbraucher soll nachvollziehbar sein, wie der Score zustande kommt und was die Bewertung positiv oder negativ beeinflusst. Über ein persönliches Datencockpit will die Schufa Verbrauchern ermöglichen, mit ihren Daten ihren persönlichen Score jederzeit zu simulieren: Welchen Einfluss hätte es auf meine Bonitätsbewertung, wenn ich einen weiteren Ratenkredit in Anspruch nehme? Wie verändert sich mein Score, wenn ich eine oder mehrere Kreditkarten kündige?

dpa
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