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  4. Kanzlerwahl gescheitert: Friedrich Merz’ Schlappe belastet Dax-Kurs

BörseDax folgt der Bundestagsdebatte – Kursminus schrumpft nach Kanzlerwahl

Friedrich Merz scheitert zunächst bei der Wahl zum Bundeskanzler und der deutsche Leitindex Dax sackte ab. Am späten Nachmittag folgte nur eine leichte Erholung. 06.05.2025 - 16:32 Uhr aktualisiert
Dax stürzt ab nach Friedrich Merz' Wahl-Niederlage Foto: Arne Dedert/dpa

Die Kanzlerwahl von Friedrich Merz ist am Nachmittag im zweiten Wahlgang geglückt. An der Börse zeigte sich an der Kurstafel eine gewisse Erleichterung. Der deutsche Leitindex Dax reduzierte seine am Vormittag verbuchten Verluste weiter und notierte nach der geglückten Wahl bei 23.243 Punkten nur noch 0,4 Prozent unter dem Vortagesniveau. Eine weitere, merkliche Aufhellung blieb allerdings aus. Der Dax schloss bei 23.249 Punkten. Ähnlich groß stellten sich die Verluste beim EuroStoxx50 dar, der mit 5.263,38 Zählern aus dem Handel ging.

Der deutsche Leitindex war am Vormittag nach dem unerwartet gescheiterten ersten Wahlgang zum Bundeskanzler aus dem Tritt geraten. Am Morgen hatte es noch so ausgehen, als könne der Dax ein neues Rekordhoch von mehr als 23.476 Punkten erreichen. Doch dann schlug das Abstimmungsergebnis im Bundestag auf den Index mit einem Kursverlust von fast zwei Prozent durch. Im Tagesverlauf legten die Kurse leicht zu und mit dem geglückten zweiten Wahlgang gab es noch eine kleine Aufwärtsbewegung.

CDU-Kandidat Friedrich Merz hatte in der ersten geheimen Abstimmung zur Wahl des neuen Bundeskanzlers überraschend nur 310 von 621 abgegebenen Stimmen erhalten. Das waren sechs Stimmen weniger als die nötige Mehrheit von 316. Es war das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, dass ein Kanzlerkandidat im Bundestag im ersten Wahlgang gescheitert ist. Im zweiten Wahlgang erhielt er 325 Stimmen und nahm die Wahl an.

Merz’ zwischenzeitliches Wahl-Debakel hatte unter Anlegern für Unsicherheit gesorgt, gelten die umfangreichen Investitionsvorhaben der Koalition aus Unionsparteien und CDU in Rüstung und Infrastruktur doch als wichtige Treiber für deutsche Unternehmen.

Verheerendes Signal in die Wirtschaft
Jens Südekum
Ökonom

Ökonom Jens Südekum hatte in einer ersten Reaktion auf den verlorenen Wahlgang erklärt: „Eigentlich waren alle davon ausgegangen, dass die Wahl schon glattgehen wird. Dass Merz nun im ersten Wahlgang gescheitert ist, sendet ein verheerendes Signal in die Gesellschaft und in die Wirtschaft: Die Reihen sind nicht geschlossen.“

Im März hatten die Investitionsankündigungen der geplanten Koalition aus CDU, CSU und SPD und ein historisches Finanzpaket dem Dax seine bisherige Bestmarke beschert, bevor die von US-Präsident Donald Trump angezettelten Zollkonflikte die Kurse wieder belasteten.

Für Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING, sendet der verpatzte Start der Regierung Merz auch ein fatales internationales Signal. „Für ausländische Investoren ist das ein Zeichen, dass sich nicht jeder der aktuellen Lage und Dringlichkeit bewusst ist“, sagte er.

Sinnbild der Unsicherheit waren am Dienstag auch die Aktien aus dem Rüstungssektor, bei denen Anleger dazu übergingen, Gewinne mitzunehmen. Rheinmetall büßte im Dax vom Rekordniveau kommend am Vormittag mehr als 2,7 Prozent an Wert ein, lag aber am späten Nachmittag wieder im Plus. Renk und Hensoldt sackten im MDax zwischenzeitlich 3,4 beziehungsweise 4,4 Prozent ab – Renk schaffte es im Tagesverlauf noch in die Gewinnzone, Hensoldt reduzierte den Verlust deutlich.

Währenddessen läuft die Berichtssaison der deutschen Unternehmen auf Hochtouren – hier überzeugte unter anderem Continental. Die Anleger warten hier weiter auf erste Erfolgsmeldungen zu den globalen Verhandlungen über die von US-Präsident Trump verhängten Importzölle.

„Seit dem Tiefpunkt im April hat der Dax eine schnelle, V-förmige Erholung vollzogen“, kommentierte Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets noch am Morgen. „Viele Anleger befürchten zwar eine Rezession, die jedoch in den aktuellen Daten nicht erkennbar ist. Den Höhepunkt der Unsicherheit dürfte die Börse hinter sich haben.“

ssc, dpa
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