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Nicole Büttner„Ich werde eine ungewöhnliche FDP-Generalsekretärin sein“

Nicole Büttner ist Tech-Unternehmerin und soll nun die nächste FDP-Generalsekretärin werden. Was treibt sie an?Kristin Rau 12.05.2025 - 13:02 Uhr
Nicole Büttner ist Chefin des KI-Start-up Merantix Momentum und kandidiert als FDP-Generalsekretärin. Foto: Presse

WirtschaftsWoche: Frau Büttner, Sie leiten ein erfolgreiches KI-Start-up und wollen nun die neue Generalsekretärin der FDP werden. In der außerparlamentarischen Opposition. Warum tun Sie sich das an?
Nicole Büttner: Interessant, dass Sie das so formulieren, denn Sie sind nicht die Einzige. Ich höre das auch aus meinem Umfeld. Und das ist ja ein Problem. Der Politikbetrieb wird als Mühle wahrgenommen. Für Unternehmer scheint es nicht besonders attraktiv, sich da zu engagieren. Aber dabei wäre es so notwendig. Es ist daher erfreulich, dass im Kabinett Merz auch Leute von außen vertreten sind.

Und weil Sie darin einen Vorteil sehen, haben Sie zugesagt, als Christian Dürr Sie gefragt hat?
Ich bin seit 20 Jahren Mitglied in der FDP und es hat mich sehr geschmerzt, als wir aus dem Bundestag geflogen sind. Und als mich Christian Dürr gefragt hat, gab es für mich gar keine Frage. Dafür bin ich zu sehr Macherin. Wir brauchen wieder eine liberale Stimme im Bundestag. So schnell wie möglich.

Wie kam es zu dem Angebot, das Amt der Generalsekretärin zu übernehmen?
Eigentlich ziemlich überraschend. Ich habe mich vor drei, vier Jahren zunächst dazu entschieden, mich voll auf mein zu Unternehmen konzentrieren. Als Christian Dürr jetzt auf mich zukam, war ich positiv überrascht. Und diese unkonventionelle Wahl zeigt ja auch, was für ein Parteivorsitzender er sein möchte – nämlich einer der vorhat, offen zu sein und etwas zu ändern.

Zur Person
Die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin und selbsternannte Tech-Optimistin führt das KI-Start-up Merantix Momentum mit Sitz in Berlin. Büttner ist seit  den frühen 2000ern Mitglied der FDP und kandidiert nun als Generalsekretärin. Ende 2024 zeichnete die WirtschaftsWoche die Unternehmerin als eine von „Deutschlands 30 bis 2030“ aus. Damit ehrt die WiWo Persönlichkeiten, die die Bundesrepublik bis zum Ende des Jahrzehnts voranbringen werden.

Eine Generalsekretärin übernimmt für gewöhnlich organisatorische Aufgaben und vertritt die Standpunkte der Partei nach außen – möglichst plakativ. Was reizt Sie daran?
Für mich ist dieses Amt vor allem eine Position in der Partei, aus der ich viel gestalten kann. Ich werde eine ungewöhnliche Generalsekretärin sein. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich mich nicht an irgendwelche Statuten klammere. Die FDP muss sich erneuern und daran werde ich inhaltlich mitarbeiten.

Was bringen Sie aus Ihrem unternehmerischen Hintergrund mit, was Ihnen in der neuen Funktion hilft?
Mein Unternehmen beschäftigt sich mit dem Zukunftsthema künstliche Intelligenz. Diese Technologie führt zu vielen Fragen, aber auch zu Antworten. Und diese zu liefern, dazu kann ich beitragen.

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Wir können wir uns als Partei intern KI zu Nutze machen, aber auch: Wie betten wir das Thema in unserem Programm ein? Denn wenn Deutschland wettbewerbsfähig bleiben will, müssen wir in den neuen Technologien vorne mitspielen. Ich bin keine klassische Berufspolitikerin, habe in vielen Branchen und Ländern gearbeitet. Diese Perspektiven können für die FDP sehr wertvoll sein. Wir brauchen ja ein diverses Team.

Wie wird sich die neue Funktion auf Ihre Arbeit bei Merantix Momentum auswirken?
Ich bleibe unternehmerisch aktiv. Das ist gar keine Frage. Ich bin ja nicht die erste Generalsekretärin, die noch einen anderen Job hat. Manche waren Anwälte, andere Bundestagsabgeordnete oder sogar Minister.

Das wird kein einfacher Weg. Aber dafür bin ich auch nicht der Typ
Nicole Büttner
Unternehmerin

Trotzdem sind es ja zwei Welten, die Sie da miteinander vereinbaren müssen.
Wir brauchen diese Vernetzung und das Verständnis füreinander. Insofern passt das gut. Aber ich bin natürlich nicht naiv: Das wird kein einfacher Weg. Aber dafür bin ich auch nicht der Typ.

Was sind die größten Baustellen, die die FDP jetzt angehen muss?
Wir wollen die modernste Partei in Deutschland sein. Da geht es um Social Media und Influencer, aber auch um Partizipation. Wir wollen Raum für Ideen schaffen. Wir dürfen programmatisch nicht nur auf Finanzthemen und Steuern abheben. Liberalismus ist so viel mehr: Vielfalt, Lust auf Zukunft, die Potenziale jedes Einzelnen. Das müssen wir wieder in den Vordergrund stellen. Dann können wir auch Leute begeistern und eine neue Bewegung entfachen.

Lesen Sie auch: Deutschlands 30 bis 2030

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