Audi: Audis Gewinn bricht um mehr als ein Drittel ein
Die Zölle von US-Präsident Trump, Kosten für den Konzernumbau und schwache Geschäfte in China haben den Gewinn von Audi im ersten Halbjahr einbrechen lassen. 1,3 Milliarden Euro nach Steuern bedeuten ein Minus von 37,5 Prozent, wie der zu VW gehörende Teilkonzern mitteilte.
Es ist bereits das dritte Mal in Folge, dass das erste Halbjahr im Vorjahresvergleich deutlich schlechter ausfällt. Noch 2022 hatten die Ingolstädter 4,4 Milliarden Euro Gewinn ausgewiesen.
Zudem senkt Audi auch seine Prognose für das laufende Jahr. Die Umsatzerwartung schrumpfte um 2,5 Milliarden auf 65 bis 70 Milliarden Euro und auch die Rendite wird nun mit fünf bis sieben Prozent ein gutes Stück niedriger erwartet. Allerdings ist dabei die Zolleinigung der EU mit den USA noch nicht berücksichtigt. Diese sei aktuell in Bewertung, hieß es. Noch habe man keine Details und nichts Schriftliches, sagte Finanzchef Jürgen Rittersberger am Montagmorgen. Grundsätzlich freue man sich aber, dass es jetzt Planbarkeit gebe.
600 Millionen Euro Belastung durch die Zölle
Alleine die im Frühjahr erhöhten US-Zölle haben Audi im ersten Halbjahr mit rund 600 Millionen Euro belastet, wie Rittersberger sagte. Audi, das anders als Konkurrent BMW kein eigenes Werk in den USA hat, hatte die durch die Zölle entstandenen Zusatzkosten nicht an seine Kunden in den USA weitergegeben, ein solcher Schritt ist allerdings kostspielig. Wie es hier weitergehen soll, sagte Rittersberger nicht – man werde versuchen, den richtigen Kompromiss zwischen Preis und Volumen zu finden. Preiserhöhungen in den USA schloss er nicht aus.
Audi ist beim US-Geschäft vollständig auf Importe angewiesen und verfügt nicht über eine eigene Fertigung in den USA. Rittersberger sagte, bis Jahresende solle eine Entscheidung über ein eigenes Audi-Werk in den USA getroffen werden.
Das für den US-Markt wichtigste Fahrzeug ist der Q5, den Audi aus seinem Werk in Mexiko importiert. Entsprechend müsse das Unternehmen noch prüfen, wie es mit den Zöllen dort weitergehe, sagte Rittersberger.
Hohe Kosten für Sparprogramm
Als weiteren Grund für den aktuellen Rückgang nannte der Finanzchef die Kosten für den Umbau des Konzerns. Audi hat im Frühjahr unter anderem den Abbau von 7500 Stellen in Deutschland bis 2029 angekündigt und dafür bereits Rückstellungen gebildet. Diese belasteten das Ergebnis im ersten Halbjahr mit 600 Millionen Euro.
Allerdings gab es bereits erste positive Effekte der sogenannten Zukunftsvereinbarung, die die Hälfte dieser Belastung ausglichen.
Vollgas bei Transformation gefordert
Die aktuellen Zahlen zeigten „wie notwendig die eingeleitete Transformation ist“, betonte Rittersberger. Man müsse hier „mit Vollgas“ weitermachen. Mittelfristig will Audi mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr einsparen.
Dass die Zahlen erneut schwierig werden könnten, hatte sich bereits abgezeichnet. Der Absatz war im ersten Halbjahr geschrumpft, insbesondere in China, aber auch in den USA. Die beiden Märkte sind derzeit für viele Autobauer schwierig. In China tobt weiter ein massiver Preiswettbewerb, vor allem im Elektrobereich. Hier hofft Audi auf dort anstehende neue Modelle.
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