BörsenWoche 523: Depotticker: Die wichtigsten Updates der Woche
+++Markel mit weniger Rückversicherung (KD)
Das amerikanische Versicherungsunternehmen Markel hat sein internationales Rückversicherungsgeschäft an den britischen Finanzkonzern Nationwide verkauft. Versicherungsprämien in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar werden übertragen. Ein Verkaufspreis ist nicht bekannt.
Markel will sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren, es agiert vor allem als Spezialversicherer. Markels Überschüsse werden geschickt investiert, was Wert für Aktionäre schafft. Als Vorbild gilt der Investor Warren Buffett und seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway, die ähnlich vorgeht. Anleger sind erfreut: Die Markel-Aktie notiert nahe Allzeithoch.
+++Amazon klopft bei Alphabet an (KD)
Amazon könnte in Zukunft verstärkt auf das Betriebssystem von Alphabet setzen. Alphabets Android-Betriebssystem ist zum globalen Marktführer geworden, besonders bei Smartphones. Es findet aber auch Anwendung in Tablets, Autos oder Smart-TVs. Amazon bietet unter der Marke Fire eine Reihe von eigenen Elektronikgeräten an – und stattet diese auch mit einem eigenen Betriebssystem namens FireOS aus. Die technologische Grundlage dafür ist zwar schon heute Android-Software, aber es handelt sich um eine stark angepasste Version. Für Nutzer bedeutet das einige Einschränkungen im Vergleich zu Android, etwa darin, welche Apps genutzt werden können.
Nun haben mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters mitgeteilt, dass Amazon seine Fire-Tablets in Zukunft auf Android umstellen könnte. Davon könnten beide Unternehmen profitieren: Amazon bekommt nutzerfreundlichere Software und Alphabets Android-System baut seine Stellung aus. Die Aktienkurse scheinen nicht merklich auf die Nachricht reagiert zu haben.
+++Zahlen von Baidu und JD.com (SD)
Bei den chinesischen Techkonzernen in unseren Depots laufen die Geschäfte in gegensätzliche Richtungen. Der Suchmaschinenkonzern Baidu ist im zweiten Quartal geschrumpft, sein Umsatz lag vier Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn lag zwar 33 Prozent höher, allerdings hatte sich das operative Ergebnis fast halbiert. Baidu leidet unter dem schwachen Werbegeschäft in China. Der Konzern investiert gleichzeitig viel in künstliche Intelligenz (KI). Apollo Go, Baidus Robotaxisparte, hat im Quartal 2,2 Millionen fahrerlose Taxifahrten absolviert – 148 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Apollo Go will zeitnah in die Vereinigten Arabischen Emirate, Deutschland und Großbritannien expandieren. Da die KI-Projekte noch keine nennenswerten Geschäftsbereiche sind und unsichere Zukunftsperspektiven haben, stagniert die Aktie bisher.
Der Internethändler JD.com hat deutlich mehr Dynamik. In Deutschland ist er aufgrund seiner geplanten Übernahme von Ceconomy in den Schlagzeilen – dem Dachkonzern der Elektronikmärkte MediaMarkt und Saturn. JD.coms Einnahmen stiegen im zweiten Quartal um 22 Prozent. Eine beachtliche Leistung, schließlich ist JD.com mit umgerechnet 150 Milliarden Euro Umsatz (2024) bereits Chinas größter Einzelhändler. Der Gewinn hat sich hingegen halbiert. Analysten hatten jedoch mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. JD.com investiert momentan große Summen in Lebensmittellieferung – ein kapitalintensives Geschäft. Anleger haben die Aktie als Reaktion lediglich kurz anspringen lassen. Die JD.com-Aktie ist seit Jahresbeginn weiterhin im Minus.
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