BörsenWoche 524: Depotticker: Die wichtigsten Updates der Woche
+++Buffett: Keine Eisenbahn zum 95. (KD)
Vergangenen Samstag wurde der Investor Warren Buffett 95 Jahre alt. Und so langsam denkt er an die Rente: Ende des Jahres wird er die Unternehmensführung seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway an Greg Abel abgeben. Abel ist ein erfahrener Berkshire-Hathaway-Manager und gilt als ruhige Hand.
Wie es aussieht, verabschiedet sich Buffett ohne große Geste. Geld genug hätte er, Berkshire Hathaway sitzt auf 344 Milliarden Dollar an Rücklagen. Aber der erfolgreiche Investor greift nur zu, wenn ihm der Preis gefällt. Den Kauf einer weiteren Eisenbahngesellschaft hat er nun in einem Telefonat mit dem Wirtschaftsmedium CNBC ausgeschlossen. Zuvor gab es Spekulationen, dass Buffett an einer Übernahme der Eisenbahngesellschaft CSX interessiert sein könnte. CSX hat seinen Hauptsitz in Jacksonville (Florida), sein Streckennetz verteilt sich über einen großen Teil der östlichen US-Bundesstaaten.
Im Jahr 2009 hat Buffett die Eisenbahngesellschaft Burlington Northern zu einer Bewertung von 34 Milliarden Dollar übernommen. Eine Erweiterung seines Eisenbahngeschäfts könnte strategische Vorzüge haben. Buffett will statt einer Übernahme in Zukunft enger mit CSX kooperieren und hat zu diesem Zweck Anfang August CSXs Firmenchef Joseph Hinrichs getroffen. Die Übernahmespekulation wurde angefacht, nachdem vor einem Monat bekannt wurde, dass die US-Eisenbahngesellschaft Union Pacific den Konkurrenten Norfolk Southern für 85 Milliarden Dollar übernehmen wird.
+++Noch mehr Nachfrage für Alphabet (KD)
Vergangene Woche berichteten wir darüber, dass der Internethändler Amazon womöglich verstärkt auf Alphabets Betriebssystem Android setzen will. Seitdem häufen sich die guten Nachrichten für den Google-Konzern.
Apple erwägt einem Medienbericht zufolge, seinen Sprachassistenten Siri mit der künstlichen Intelligenz (KI) Gemini von Google auszustatten. Der iPhone-Hersteller befinde sich in frühen Gesprächen mit Google, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Bekäme Alphabet den Zuschlag, wäre das eine Bestätigung für seine KI-Ambitionen. Alphabets KI gilt zwar als leistungsfähig, aber der KI-Konzern OpenAI und sein Chatbot ChatGPT bekommen mehr Aufmerksamkeit und haben mehr Nutzer.
Ebenfalls schmeichelhaft: Der Facebook-Konzern Meta hat einen Cloud-Computing-Vertrag mit Alphabet im Wert von über zehn Milliarden Dollar abgeschlossen. Alphabet hat ein umfangreiches Cloud-Geschäft. Gemessen am Marktanteil steht der Konzern damit weltweit hinter Amazon und Microsoft auf Platz drei. Die guten Nachrichten verhalfen Alphabets Aktienkurs zu einem neuen Rekordhoch.
+++JD.com expandiert in Deutschland (SD)
Der chinesische Internethändler JD.com nutzt die Übernahme von Ceconomy (MediaMarkt und Saturn) und startet mit seinem Onlineshop Joybuy in Deutschland. Gerade ging der Onlineshop mit bunter Auswahl für den deutschen Markt online. Allerdings verwertet JD.com vorhandene Strukturen. Joybuy baut auf JD.coms Handelsplattform Ochama auf. Joybuy hat auch Lebensmittel im Angebot. Zwar hat JD.com fortschrittliche Logistiktechnologie, aber der Wettbewerb mit Platzhirsch Amazon und Supermärkten wird hart.
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