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ZollsenkungenKanada und China schließen Handelsabkommen

Die beiden Länder nähern sich an: Kanada und China wollen Handelshemmnisse beseitigen und haben Zollsenkungen vereinbart. Das sind die Details. 16.01.2026 - 11:00 Uhr
Der kanadische Premierminister Mark Carney und Chinas Präsident Xi Jinping. Foto: via REUTERS

Kanada und China haben sich auf die Beseitigung von Handelshemmnissen verständigt und Zollsenkungen vereinbart. Das sagte der kanadische Ministerpräsident Mark Carney am Freitag bei einem Besuch in Peking. Kanada wird danach bis zu 49.000 chinesische Elektrofahrzeuge auf den kanadischen Markt zulassen, die mit einem sogenannten Meistbegünstigungszoll von 6,1 Prozent belegt werden. Bis zum 1. März rechnet Kanada damit, dass China die Zölle auf kanadisches Raps-Saatgut auf einen Gesamtsatz von etwa 15 Prozent senken wird, sagte er weiter.

Auf Nachfrage bezeichnete Carney das Verhältnis seines Landes zu China im Vergleich zu den USA als „berechenbarer“. Hintergrund ist die als willkürlich empfundene Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump, der zudem Anspruch auf das nördliche Nachbarland erhoben hat. Dies hat das bilaterale Verhältnis beider nordamerikanischer Staaten massiv getrübt. Mit China gebe es dagegen einen offenen und beständigen Dialog, „der zu einer berechenbareren und effektiveren Beziehung führt“, fügte Carney hinzu. Allerdings seien die Beziehungen zu den USA "vielschichtiger, viel tiefer und viel umfassender als die zu China". Chinas Präsident Xi Jinping bekräftigte, die Beziehungen zwischen China und Kanada weiter verbessern zu wollen.

Neue strategische Partnerschaft

Carney und der chinesische Staatschef Xi Jinping hatten zuvor angekündigt, eine neue strategische Partnerschaft eingehen zu wollen. Diese könne für beide Seiten „historische“ Gewinne bringen, sagte Carney. „Es ist wichtig, diese neue strategische Partnerschaft in einer Zeit der Spaltung zu beginnen.“ Er nannte die Bereiche Landwirtschaft, Agrar- und Ernährungswirtschaft, Energie und Finanzen. „Dort werden wir zügige und nachhaltige Fortschritte machen können“, fügte er hinzu. Carney ist der erste kanadische Ministerpräsident seit 2017, der China besucht. Er will die Beziehungen zu Kanadas zweitgrößtem Handelspartner nach den USA wiederherstellen.

Die chinesische Zentralbank verlängerte zudem ein bilaterales Währungsswap-Abkommen mit der Bank von Kanada um weitere fünf Jahre. Das Abkommen hat ein Volumen von 200 Milliarden Yuan (rund 24,7 Milliarden Euro), teilte die Chinesische Volksbank ebenfalls am Freitag mit. „Die Verlängerung wird dazu beitragen, die finanzielle Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern zu stärken, die Verwendung lokaler Währungen auszuweiten und den bilateralen Handel und die Investitionen zu erleichtern“, hieß es in der Erklärung. Seit den Drohungen Trumps sucht der G7-Staat Kanada verstärkt Anschluss an andere internationale Partner.

So ist gerade in den vergangenen Wochen der Austausch mit europäischen Partnern sehr intensiv gewesen. Zudem versuchen immer mehr Staaten, um die USA herum Verbindungen aufzubauen. Die EU hat gerade das Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten abgeschlossen. Zudem gibt es Hoffnungen, dass die EU und Indien Ende Januar ein Handelsabkommen abschließen könnten.

rtr
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