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„Wachablösung“Start-ups bekommen 2025 mehr Geld

KI, Rüstung, Biotech: An deutsche Start-ups fließt laut einer Studie mehr Geld von Investoren. Doch eine Schwäche bleibt. 19.01.2026 - 08:41 Uhr Quelle: dpa
Deutsche Start-ups bekamen 2025 mehr Geld von Investoren. Foto: Christian Charisius/dpa

Viele Start-ups in Deutschland sind 2025 laut einer Studie wieder leichter an Geld von Investoren gekommen. Insgesamt flossen knapp 8,4 Milliarden Euro Wagniskapital, gut 1,3 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr, zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft EY.

Damit seien die Gelder für Start-ups das zweite Jahr in Folge gestiegen, nachdem sie 2022 und 2023 gemessen am vorherigen Corona-Boom eingebrochen waren.

Dabei lag Bayern erneut vor der Gründermetropole Berlin. Start-ups aus Bayern sammelten demnach 2025 rund 3,3 Milliarden Euro ein, während Wachstumsfirmen aus Berlin auf knapp 2,7 Milliarden Euro kamen. EY sprach von einer „Wachablösung“, die sich manifestiere. Die beiden Bundesländer stehen laut den Angaben für mehr als 70 Prozent aller Start-up-Finanzierungen in Deutschland. Wagniskapital, mit dem sich Fonds und Konzerne an Start-ups beteiligen, ist entscheidend für Wachstum in der Gründerbranche.

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„Berlin längst nicht abgeschrieben“

Bayern macht Berlin schon länger harte Konkurrenz bei Start-ups. Gerade in München, wo Gründer von der Nähe zu renommierten Universitäten und finanzstarken Investoren profitieren, haben sich viele Gründer angesiedelt. Schon 2024 lag Bayern EY zufolge bei den Finanzierungen knapp vor Berlin. 

2025 wurden die drei größten Geldspritzen in Bayern verzeichnet. Am meisten warb Helsing aus München ein (600 Millionen Euro), die Firma ist auf KI für die Rüstungsbranche spezialisiert. Es folgten das Energie-Start-up Green Flexibility (400 Mio. Euro) und die Biotech-Firma Tubulis (344 Mio. Euro). Unter den Top-10-Finanzierungsrunden finden sich laut EY sieben Start-ups aus Bayern und zwei aus Berlin.

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Bayern festige seine Position als dynamischer Start-up-Standort, sagte EY-Partner Thomas Prüver. Während der Schwerpunkt in Berlin stärker auf den etwas schwächelnden Bereichen Online-Handel und Finanzen liege, profitierten bayrische Start-ups von ihrem Fokus auf Tech und Rüstung sowie dem Boom um Künstliche Intelligenz. Die Hauptstadt sei aber längst nicht abgeschrieben und liege bei der Zahl der Finanzierungsrunden deutlich vor Bayern (218 zu 149). „Berlin bleibt weiterhin eine der führenden Start-up-Metropolen Europas und hat sich auch über die Grenzen des Kontinents hinaus einen hervorragenden Ruf aufgebaut, auch im Bereich Tech und KI.“ 

Deutschland bei Wagniskapital weit hinter USA

Die Lage der Start-up-Branche beurteilte Prüver vorsichtig positiv. Trotz globaler Krisen und der schwachen Konjunktur sei das Risikokapital deutlich gestiegen – wobei das erste Halbjahr deutlich stärker ausgefallen sei als das zweite. „Abzuwarten bleibt, ob das relativ schwache zweite Halbjahr nur ein Ausrutscher oder der Beginn eines erneuten Abschwungs war.“ Die Zahl der Finanzierungsrunden 2025 sank das vierte Jahr in Folge – um fünf Prozent auf 716.

Der Startup-Verband erklärte, bei den Gründungen stehe Deutschland gut da, es fehle aber an Wagniskapital, um Firmen großzumachen. „In den USA flossen 2025 pro Kopf mehr als 700 Euro in Start-ups, in Deutschland nicht einmal 90 Euro“, sagte Geschäftsführer Christoph Stresing. „Frankreich liegt bei über 100 Euro, Großbritannien bei fast 300 Euro.“ Die Politik müsse die Rahmenbedingungen verbessern und stärker privates Kapital von Investoren mobilisieren.

dpa
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