Ratenkredit statt Null-Prozent-Finanzierung: Kredite, die nichts kosten, können auch nichts
Was können Gratis-Kredite? Das müssen Sie beachten.
Foto: WirtschaftsWocheWenn es draußen dunkel und kalt ist, machen es sich die Deutschen gern zuhause gemütlich: Im Herbst renovieren sie und schaffen sich neue Möbel an. Wie schön wäre doch eine neue Couch oder ein gemütlicheres Schlafzimmer, eine moderne Küche oder größerer Esstisch für die Familientreffen an den Feiertagen. Nur blöd, wenn das Geld gerade mal wieder knapp ist.
Das wissen die Hersteller natürlich auch. In diesen Tagen überschlagen sich deshalb die Möbelhäuser und verstopfen den Briefkasten mit besonderen Angeboten. Es locken Rabatte, Sonderaktionen und günstige Ausstellungsstücke – und immer häufiger auch günstige Finanzierungsangebote. Das verheißungsvolle Versprechen: Nimm es ruhig, das kostet fast nichts. Große Möbelhäuser wie Höffner, Boss, Ikea, Hardeck, Schaffrath und viele andere bieten sogar eine Null-Prozent-Finanzierung – zumindest für eine begrenzte Zeit. Geld leihen und Raten abstottern geht dann ganz ohne Zusatzkosten, das Budget für Weihnachtsurlaub und Geschenke bleibt geschont.
Geld leihen ohne Kosten hat Tücken
Beliebt ist zum Beispiel der Null-Prozent-Kredit für Ikea-Family-Kunden. Ihn gibt es aber nicht immer und nicht in jedem der schwedischen Möbelhäuser. Außerdem ist die Ikea-Family-Kreditkarte Voraussetzung für den Gratis-Kredit, die normalerweise mit einer Mitgliedschaft im Ikea-Family-Club verbunden ist.
Mehr Verschuldete
Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland verschulden sich mittlerweile deutlich häufiger als noch vor einigen Jahren. Laut einer Umfrage, welche die GfK für den Bankenverband gemacht hat, hat mittlerweile fast jeder Dritte zwischen 14 und 24 Jahren schon mal Schulden gemacht. Vor drei Jahren waren es nur 22 Prozent gewesen. Außerdem leihen sich junge Menschen mittlerweile auch mehr Geld als noch vor einigen Jahren. Etwas verändert haben sich aber die Investitionen, für die sich die Jugendlichen verschulden.
Foto: WirtschaftsWocheVier von fünf Bundesbürgern (79 Prozent) versuchen, ihre Schulden möglichst niedrig zu halten. Das dürfte auch daran liegen, dass ein Großteil sich verpflichtet sieht, diese auch zu begleichen: 84 Prozent der Deutschen fühlen sich schlecht, wenn sie ihre Kredite nicht abbezahlen können – vor allem, wenn sie bei Familie oder Freunden in der Kreide stehen. Interessant: Die Bundesbürger halten zu 58 Prozent monatliche Belastungen von 300 Euro für vertretbar, allerdings überschreiten nur 39 Prozent überhaupt diese Grenze. Vielleicht liegt es daran, dass es fast zwei Drittel (64 Prozent) belastet, wenn sie Schulden haben.
In den USA ist diese Wahrnehmung eine andere: Dort halten nicht nur zwölf Prozent der Bürger ihre Schulden für normal, sie sehen sich auch weniger dadurch belastet (60 Prozent).
Foto: WirtschaftsWocheDie Deutschen wissen sehr genau: Wer sein Konto überzieht oder einen Kredit aufnimmt, der hat Schulden. Die EOS-Studie bescheinigt den Bundesbürgern daher ein „sehr umfassendes“ Verständnis von Schulden. Nur, wenn sie auf Rechnung kaufen oder mit Kreditkarte bezahlen, glauben die Deutschen seltener (39 beziehungsweise 30 Prozent), dass sie gerade Schulden machen.
Foto: WirtschaftsWocheOb Hauskauf oder die Finanzierung des neuen Autos: Je nachdem, wie langfristig die Anschaffung ist, ist auch die Bereitschaft, sich zu verschulden. Doch längst nicht bei allen Krediten sind die Bundesbürger so gnädig. Schulden für Schönheitsoperationen oder auch Gebrauchsgüter halten die Deutschen am ehesten für unangemessen.
Foto: WirtschaftsWocheDie meisten Deutschen (55 Prozent) haben lediglich einen Kredit, den sie abbezahlen müssen. Gut jeder vierte muss zwei Gläubiger bedienen. Mehr als fünf Kredite haben nur zwei Prozent der deutschen Bevölkerung. Wenn es um die Art der Kredite geht, haben 24 Prozent Ratenkredite bei Banken. 18 Prozent der Verträge dienen hingegen der Immobilienfinanzierung. Andere Ratenfinanzierungen, bei Versandhäusern oder Autohändlern beispielsweise, folgen mit 14 Prozent an dritter Stelle.
Foto: WirtschaftsWoche77 Prozent der Deutschen haben es schon einmal geschafft, einen Kredit zurückzuzahlen. Das klingt viel, allerdings gelingt dies längst nicht jedem: Jeder sechste Schuldner konnte seine Kredite ein- oder mehrmalig nicht zurückzahlen. In den USA und Russland liegt diese Rate deutlich höher (28 beziehungsweise 22 Prozent).
Foto: WirtschaftsWocheLaut der Studie gibt es fünf verschiedene Schuldnertypen: der Schuldenvermeider, der Sorglose, der Gelegenheitsschuldner, der Immobilienschuldner sowie der Schuldenjunkie. In Deutschland ist der Schuldenvermeider, der Schulden als belastend empfindet, am häufigsten vertreten (44 Prozent).
Foto: WirtschaftsWoche26 Prozent der Deutschen sind Immobilienschuldner. Sie fühlen sich besonders schlecht, wenn sie Schulden nicht zurückzahlen können. Noch seltener sind die Sorglosen anzutreffen. Der Sorglose hat keine Probleme damit, Schulden zu machen, und kann gut damit leben.
Foto: WirtschaftsWocheIm Vergleich zu Deutschland leben die meisten Sorglosen in den USA. Dort zählen 20 Prozent der Bevölkerung zu dieser Gruppe. Zu den Schuldenjunkies zählen immerhin noch 15 Prozent der US-Amerikaner. Trotzdem macht auch in den Vereinigten Staaten der Schuldenvermeider den Großteil der Schuldner aus (35 Prozent).
Foto: REUTERSMehr als jeder zweite US-Amerikaner (53 Prozent) muss Verpflichtungen von mehr als 750 US-Dollar pro Monat bedienen. Besonders häufig schließen Amerikaner Leasingverträge ab (29 Prozent), erst dahinter folgen der Ratenkredit bei der Bank (17 Prozent) und der Hauskauf (14 Prozent). In Russland sieht das etwas anders aus.
Foto: REUTERSIn Russland sind etwas mehr Menschen verschuldet als in Deutschland und den USA. Bei den meisten Befragten kommen die Verpflichtungen durch einen Ratenkredit bei der Bank (46 Prozent). Die Leasingverträge folgen mit weitem Abstand auf Platz zwei (zehn Prozent).
Foto: WirtschaftsWocheFür 71 Prozent der Russen sind Schulden emotional stark belastend. Interessanterweise wissen 15 Prozent der Befragten aber überhaupt nicht, wie hoch ihre Schulden liegen.
Russland ist etwas toleranter, wenn es um Schönheitseingriffe geht. Während Schulden für die Operationen in Deutschland und den USA am wenigsten akzeptiert sind, finden die Russen das Ausgeben von Bargeld, Schmuckkäufe und Freizeitausgaben noch schlimmer als Schönheitseingriffe.
Foto: WirtschaftsWoche
Null-Prozent-Kredite gibt es aber vor allem nur für das Geld, das man beim jeweiligen Händler ausgibt. Wer etwa eine neue Couch bei Höffner und eine neue Küche bei Schaffrath kauft, muss dann zwei Kreditverträge abschließen, zweimal die AGB und den Kreditvertrag genau prüfen, zweimal seine Bankdaten rausrücken und sich womöglich zweimal der anschließenden Reklameflut widmen. Aber das ist nur einer der Nachteile, die das Abstottern zum Nullzins mit sich bringt
Generell sind die Null-Prozent-Angebot der Händler eines: eine Werbeaktion. Die Kreditkosten übernimmt der Händler indem er auf seine Vermittlungsprovision verzichtet und noch etwas Geld für die Kreditbank oben drauf legt. Im Gegenzug gestaltet er seine Preise so, dass sich dieser finanzielle Mehraufwand lohnt. Die Kreditkosten bezahlen die Anbieter somit aus ihrem Werbeetat. Gleiches gilt im Prinzip auch für den Null-Prozent-Kredit des Kreditvermittlungsportals Smava.
Die Bank im Hintergrund profitiert dabei vom Volumengeschäft der Vermittler, durch das sich auch niedrige Zinseinnahmen rechnen, und das Vermittlerportal von den Kundendaten, die später eine passgenaue Direktwerbung ermöglichen und so Chancen auf Folgeverträge bieten. „Solche Kredite sind reine Werbung ohne Substanz“, meint Max Herbst, Gründer der FMH-Finanzberatung.
Null Prozent, aber nicht ohne Nachteile
Die Null-Prozent-Finanzierungen beim Händler haben – abgesehen von ihrer verführerischen Wirkung – für die Kunden auch ganz handfeste Nachteile. So sind die Konditionen wie etwa die Anzahl der Raten oft starr oder begrenzt, dem Kunden werden keine weiteren Preisnachlässe gewährt, so dass dessen Verhandlungsspielraum eingeschränkt ist.
Mehr Verschuldete
Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland verschulden sich mittlerweile deutlich häufiger als noch vor einigen Jahren. Laut einer Umfrage, welche die GfK für den Bankenverband gemacht hat, hat mittlerweile fast jeder Dritte zwischen 14 und 24 Jahren schon mal Schulden gemacht. Vor drei Jahren waren es nur 22 Prozent gewesen. Außerdem leihen sich junge Menschen mittlerweile auch mehr Geld als noch vor einigen Jahren. Etwas verändert haben sich aber die Investitionen, für die sich die Jugendlichen verschulden.
Foto: WirtschaftsWocheGute Tilgungsquote
Die Gefahr der Überschuldung ist dennoch nicht akut. Nur ein sehr geringer Teil der Jugendlichen hat Schwierigkeiten, die Schulden abzustottern. Nur sechs Prozent hatten schon mal Probleme, das geliehene Geld wieder zurückzuzahlen. Zu Beginn der Untersuchung 2003 waren es mal 14 Prozent, die über finanzielle Probleme berichteten.
Foto: dpaTechnik begeistert
Wofür genau verschulden sich die Jugendlichen? Kaum verwunderlich, aber die Technik steht ganz oben auf der Wunschliste. Für sieben Prozent der Jugendlichen sind technische Geräte wie Smartphones oder Tablet-PCs der Anlass, sich Geld zu leihen. Die Handyrechnung ist dagegen kein Problem mehr. Während sie vor drei Jahren noch für ein Prozent der Befragten Anlass zur Sorge war, ist das im Zeitalter der Flatrates kein Thema mehr.
Foto: REUTERSAutos und Leben
Immerhin fünf Prozent der Befragten geben an, sich für den Kauf eines Autos zu verschulden. 2012 waren das nur drei Prozent. Vier Prozent müssen sich aktuell Geld leihen, um den Lebensunterhalt zu finanzieren.
Foto: gmsKleidung, Schmuck und Luxusartikel
Auch für Äußerlichkeiten wird unter den Jugendlichen mehr Geld ausgegeben. Drei Prozent verschulden sich dafür. Davon ausgenommen sind Luxusgüter, da diese extra abgefragt wurden. Hierfür leihen sich zwei Prozent der Jugendlichen Geld. Insbesondere junge Mädchen träumen oft schon früh von der ersten Designerhandtasche oder dem ersten Designerkleid.
Foto: dpaEssen, Trinken, Ausbildung und Schule
Einige Jugendliche und junge Erwachsene verschulden sich, um ihre Ausbildung oder Essen zu finanzieren (jeweils zwei Prozent der Befragten). Ersteres dürfte insbesondere bei Studenten der Fall sein, die Schulden aufnehmen, um beispielsweise Studiengebühren finanzieren zu können.
Foto: dpaImmobilien und Reisen
Ein Prozent der Befragten verschuldet sich jeweils für Reisen oder Immobilien. Das ist deutlich weniger als bei älteren Kreditnehmern, die eigene Immobilie steht bei jungen Erwachsenen logischerweise nicht so stark im Fokus.
Foto: FotoliaSoll ich sparen?
Mehr als ein Drittel der befragten Jugendlichen glaubt, dass Sparen sich aktuell sehr lohnt, weitere 27 Prozent finden, dass es sich etwas lohnt, Geld zurückzulegen. Noch höher ist die Sparaffinität unter den 14- und 15-Jährigen, hier sagen sogar 55 Prozent, dass sich Sparen sehr lohnt.
Foto: dpaWas wird gespart?
53 Prozent geben an, regelmäßig zu sparen. Im Durchschnitt legen die 14- bis 17-Jährigen immerhin 36 Euro pro Monat zurück, bei den 21- bis 24-Jährigen sind es dann schon durchschnittlich 236 Euro, die auf der hohen Kante landen.
Foto: dpaKonten
Die große Mehrheit der Befragten nutzt ein Girokonto, der Gebrauch von Sparbüchern nimmt dagegen deutlich ab, vor allem junge Erwachsene zwischen 21 und 24 Jahren nutzen diese nur selten. Angesichts der niedrigen Zinsen ist das nicht verwunderlich.
Foto: dpa
Je nach Kredithöhe und Art des Produkts – zum Beispiel bei Autos – kann der mögliche Rabatt sogar die Kreditkosten eines normal verzinsten Ratenkredits deutlich übersteigen, so dass der Verbraucher mit einem normal verzinsten Kredit sogar billiger wegkommt, weil er als Barzahler auftritt und den Preis runterhandeln kann.
Verlangt der Null-Zins-Kreditgeber darüber hinaus den Abschluss einer Restschuldversicherung oder zum Beispiel Kontoführungsgebühren, ist der Null-Zins-Kredit auch nicht mehr kostenlos. Darauf sollten sich Kreditkunden nicht einlassen. Vorsicht ist auch bei Krediten geboten, die am Ende der Zinsbindungsfrist noch nicht komplett getilgt sind.
Dann ist entweder eine hohe Abschlusszahlung – zum Beispiel die sogenannte Ballonrate beim Autokauf – fällig, oder aber eine Anschlussfinanzierung, die dann meist nicht mehr zum Nullzins gewährt wird.
Liegen die Kreditkosten tatsächlich bei null, hat das auch eine nicht zu unterschätzende rechtliche Konsequenz: das gesetzlich zugebilligte Widerrufsrecht, nach dem der Kreditnehmer den Vertrag binnen 14 Tagen widerrufen kann, gilt dann nicht, weil die gesetzlichen Bestimmungen für Ratenkredite hier nicht wirksam sind.
Nur wenn der Kreditgeber dies aus Kulanzgründen in den Vertragsbedingungen auch einräumt, gibt es innerhalb einer Frist die Chance auf Widerruf. Und auch wenn das gekaufte Produkt mangelhaft ist und Garantieansprüche bestehen, muss der Kredit zunächst weiter bedient werden – was auch für Ratenkredite gilt, die etwas kosten, weil Kauf und Kredit getrennte Verträge darstellen.
Wer so einen Gratiskredit nutzt, sollte also Vertrag und AGB genauestens prüfen. Zumindest den Widerruf ermöglichen Verbraucherschützer inzwischen die meisten Anbieter von Gratis-Krediten.
Ein verzinster Kredit kann mehr
Für viele Kunden kommt eine Null-Prozent-Finanzierung aber ohnehin nicht in Frage. Denn den Gratis-Kredit bekommt nur, wer in den Augen der Kreditbank auch zahlungskräftig ist. Auch wenn die Angebote den Eindruck vermitteln, jeder könne sich den kostspieligen Einkauf leisten: Nur wer eine gute Bonitätseinstufung bekommt, hat Aussicht auf den Null-Zins-Kredit.
Weniger zahlungskräftige Kunden müssen dann auf ganz herkömmliche Ratenkredite der Banken zurückgreifen – und sie sind für top-bewertete Kreditkunden ebenfalls oft die bessere Wahl. Die gibt es im Idealfall schon zu einem Effektivzins von knapp 2,5 Prozent – Bonität vorausgesetzt.
Diese Ratenkredite sind zudem flexibler und passgenauer. Kreditnehmer können das Geld bei verschiedenen Händlern ausgeben, Barzahlungsrabatte aushandeln, es gilt in jedem Fall die gesetzliche Widerrufsfrist und sie sind hinsichtlich Kreditsumme, Laufzeit beziehungsweise Ratenhöhe und Gratis-Sondertilgungen individueller zugeschnitten. Über unser Kreditvergleichstool lassen sich die besten Angebote nach dem individuellen Bedarf problemlos herausfiltern.
Vor Ausbruch der Finanzkrise gaben Banken so gut wie jedem einen Kredit, heute sind sie eher knauserig. Die Vorgaben für die Kreditvergabe, an die sich die Geldinstitute nun strikt halten (müssen), besagen nämlich, dass das geliehene Geld mit einem entsprechenden Prozentsatz Eigenkapital besichert werden muss. Je weniger Eigenkapital der Schuldner hat, desto riskanter ist es für die Bank, ob sie das Darlehen je zurückgezahlt bekommt. Dementsprechend gilt: Je schlechter die Bonität eines Antragsstellers, desto teurer wird der Kredit.
Foto: FotoliaVöllig egal, ob es sich um einen Unternehmenskredit oder Geld für das neue Auto oder das Häuschen geht: Je ehrlicher der Antragsteller sagt, wofür er das Geld braucht und welche Sicherheiten es gibt und je besser er vorbereitet ist, desto besser sind seine Chancen, das Darlehen auch zu bekommen.
Foto: dpaDementsprechend wichtig ist es, dass Kreditnehmer alle ihre Unterlagen beim Gespräch dabei haben und nicht zig Mal entscheidende Papiere nachreichen müssen. Wer gleich mit den Bilanzen der vergangenen drei Jahre oder dem Businessplan zu seiner Bank geht, spart sich nicht nur Rennerei, sondern zeigt auch, wie ernst es ihm mit dem Darlehen ist.
Foto: FotoliaGrundsätzlich wird jeder, der ein Darlehen beantragt, gründlich unter die Lupe genommen. Je höher der Kredit, desto genauer fällt die Prüfung aus: Zum einen analysiert die Bank die wirtschaftliche Situation des Antragsstellers sowie seine Sicherheiten. Zum anderen ist die Zuverlässigkeit beim Abbezahlen alter Schulden wichtig für eine positive Entscheidung. Handelt es sich um ein Unternehmen, spielt auch die zukünftige Entwicklung in der jeweiligen Branche eine Rolle. Gleiches gilt auch für die Erfolge des Betriebes und die Fluktuationsrate bei Mitarbeitern, Stichwort "Brain Drain".
Foto: FotoliaEs kommt gerade in einem solchen Gespräch nicht gut an, bei einer Frage nervös herumzustammeln. Bereiten Sie sich im Vorfeld des Gesprächs auf die klassischen Fragen vor: Wofür soll der Kredit sein, wie lange soll er laufen, womit soll er zurückgezahlt werden. Unternehmer sollten auch schlüssige Antworten auf Fragen nach Marktanteilen, Gewinnzone und geplanten Investitionen parat haben.
Foto: FotoliaDa die Bank auf jeden Fall fragen wird, welche Sicherheiten der Kreditnehmer anbieten kann, sollte man vor dem Gespräch darüber nachdenken, welche Vermögenswerte derzeit verfügbar sind. Und noch viel wichtiger: Welche er auch tatsächlich mit einer Hypothek belegen kann. Es nutzt niemanden etwas, wenn nachher die Eigentumswohnung der Bank gehört oder das gesamte Privatvermögen weg ist.
Foto: FotoliaGerade wenn es um hohe Summen geht, beispielsweise für die Anschaffung einer neuen Maschine, kann es ratsam sein, den Steuerberater oder jemand aus dem Unternehmensbeirat (sofern vorhanden), mit zum Gespräch zu nehmen. Natürlich können auch Privatpersonen einen Berater mit zu seiner Bank nehmen. Wichtig ist, dass dieser das Gespräch nicht an sich reißt, sondern nur bei Bedarf seine Meinung äußert.
Foto: FotoliaGerade Unternehmer sollten anbieten, auch nach Genehmigung des Darlehens mit der Bank in Kontakt zu bleiben und sie über die aktuellen Entwicklungen der Firma auf dem Laufenden zu halten. Das kann auch bei weiteren Krediten nützlich sein, weil der Betrieb dann kein Unbekannter mehr ist. Ganz wichtig: Nicht nur anbieten, sondern auch wirklich Kontakt halten.
Foto: FotoliaBesonders kniffelig wird es, wenn der Kredit für ein Unternehmen verwendet werden soll, dass es noch überhaupt nicht gibt. Existenzgründer können selbstverständlich nicht die Bilanzen der letzten drei Jahre vorweisen und haben in der Regel auch noch keine Top-Angestellten, die ständig mit neuen, lukrativen Ideen um die Ecke kommen. Im schlechtesten Fall gibt es noch nicht einmal großartige Sicherheiten. Da heißt es jetzt, richtig überzeugend sein. Die Arbeitsagenturen können Jungunternehmern in einem solchen Fall bei der Erstellung eines Businessplans helfen.
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Zu guter Letzt: Seien Sie vorbereitet, aber lernen Sie Ihre Antworten nicht auswendig. Auch der Bankberater ist ein Mensch und reagiert entsprechend auf eine seltsame Gesprächsatmosphäre.
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Aber es gibt praktische Alternativen. Für Aufmerksamkeit sorgte in jüngster Zeit „Kash Borgen“, der Ratenkredit des Ikea-Finanzierungspartners Ikano-Bank - ebenfalls in Besitz der Familie Kamprad. Den gibt es schnell und unkompliziert, wie viele Ratenkredite, die online beantragt und abgeschlossen werden können und in nur wenigen Tagen das Geld zur Verfügung stellen.
„Kash Borgen“ kommt ganz schwedentypisch besonders unkompliziert und kundenfreundlich daher: Nur 2,99 Prozent effektiver Jahreszins bei guter Bonität, bis zu 50.000 Euro, Rückzahlung im maximal 84 Monatsraten, keine Bearbeitungsgebühr und Sondertilgungen sind jederzeit ohne Zusatzgebühr möglich. Kunden dürfen außerdem bis zu zwei Mal im Jahr die Monatsrate ausfallen lassen und können den Kredit jederzeit komplett zurückzahlen, ohne Zusatzkosten oder Strafzahlung.
Aber er hat auch so seine Tücken: ist die Bonität nicht top, ist der Zinssatz gleich deutlich höher. Die Ikano Bank gewährt zwei Dritteln ihrer Kunden den Kredit zu 4,99 Prozent effektivem Jahreszins. Diese Zwei-Drittel-Konditionen, die alle Ratenkreditanbieter angeben müssen, die ihren Zinssatz abhängig von der Bonität des Kunden festsetzen, sind die Kerngröße. Daran orientiert sich auch unser Musterfallvergleich der Kreditkonditionen - 10.000 Euro, zahlbar in 60 Raten, kostenlose Sondertilgungen möglich. Sie sagen aus, dass mit größter Wahrscheinlichkeit der genannte Zinssatz gewährt wird. Ist die Bonität schlechter als bei zwei Dritteln der Kunden, steigt der Zins weiter. Bei "Kash Borgen" zum Beispiel auf maximal 9,99 Prozent.
Es handelt sich also um einen sogenannten bonitätsabhängigen Kredit. Gemessen daran rangiert die Ikano-Bank im aktuellen Zinsvergleich (siehe Zins-Ranking für Ratenkredite) nur auf Platz 5. Das günstigste Angebot kommt hingegen von der Bank of Scotland und Barclaycard, die beide 4,19 Prozent von Zwei-Dritteln der Kunden verlangen. Bei bester Bonität kostet der Kredit der Bank of Scotland sogar nur 2,49 Prozent.
Die Bonitätseinstufung der Bank muss allerdings nicht unbedingt mit der Einstufung der Schufa übereinstimmen. Jede Bank kann da eigene Kriterien anlegen und ihre Ermessensspielräume nutzen.
Dem steht der bonitätsunabhängige Ratenkredit gegenüber. Bei diesem Angebot bleibt der Zinssatz immer gleich, auch wenn der Kunde eine weniger gute Bonitätsnote bekommt. „Das ist aber kein Versprechen, dass auch Kunden mit geringer Bonität den Kredit in jedem Fall bekommen“, sagt Herbst von FMH. Gemessen an den Zwei-Drittel-Konditionen sind die aufgeführten Top-5-Angebote allesamt günstiger, als der "Kash Borgen"-Kredit der Ikea-Hausbank.
Das Problem: Der Kunde kann selbst nicht genau einschätzen, wie seine Zahlungsfähigkeit eingestuft wird. Selbst dann nicht, wenn er selbst eine Schufa-Auskunft einholt. Die gibt es seit kurzem sogar sofort in 100 Postbank-Filialen und kostet 25 Euro. Wenn es um einen Ratenkredit geht, kann sich der Kunde dieses Geld jedoch sparen. Ob seine Bonität ausreicht, um den gewünschten Kredit zu bekommen, erfährt er erst, wenn er einen Kreditantrag bei einer Bank gestellt hat.
Kredit-Angebote genau prüfen
Kreditexperte Herbst rät daher dazu, sowohl die Angebote für bonitätsabhängige als auch bonitätsunabhängige Kredite zunächst zu vergleichen. „Interessenten mit guter oder sehr guter Bonität könnten bei den bonitätsabhängigen Angeboten unter Umständen einen besonders niedrigen Zins erwarten. Wer eher mit einer weniger guten Bonitätsnote rechnet, sollte sich zunächst auf die bonitätsabhängigen Kredite konzentrieren, da bei ihnen die Wahrscheinlichkeit höher ist, einen Vertrag zu bekommen“, so Herbst. Anschließend könne man immer noch überprüfen, ob ein bonitätsunabhängiger Kredit günstiger und auch abschließbar wäre.
Das Recht auf kostenfreie Sondertilgungen räumen inzwischen zahlreiche Banken ein. Wer Wert darauf legt, sollte die infrage kommenden Angebote nochmals genau daraufhin überprüfen.
Wer den Kredit komplett vorzeitig ablösen möchte, kann ihn übrigens jederzeit kündigen, muss aber einen Vertragsstrafe, die sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung. zahlen – sofern der Kreditgeber im Vertrag nicht ausdrücklich darauf verzichtet hat. Damit wird die Kreditbank für entgangene Zinsen entschädigt. Durch eine Kreditrichtlinie von 2010 ist die Strafe auf maximal ein Prozent der Restschuld begrenzt. Läuft der Kredit sowieso nur noch weniger als ein Jahr, liegt die Strafe bei maximal 0,5 Prozent der Restschuld. Das gilt für alle Ratenkreditverträge bis maximal 75.000 Euro, die nach dem 11. Juni 2010 abgeschlossen wurden. Daher kann es sich durchaus lohnen, einen Kredit zu kündigen und in einen neuen Vertrag mit niedrigeren Zinsen umzuschulden.
Fakt ist: Schulden machen für den privaten Konsum war noch nie so günstig und einfach, wie heute. Das ist verlockend und für so manchen auch trügerisch, den wenn die Ratenzahlungen ausbleiben, kann auch die Bank den Kredit kündigen und die gesamte Summe in einer kurzen Frist komplett zurückverlangen. Verbraucher sollten daher acht geben: Nicht einfach drauf los kaufen, sondern immer peinlich genau darauf achten, dass die Raten auch bezahlbar bleiben, selbst wenn unvorhergesehene Ausgaben dazwischen kommen. Kreditrechner helfen dabei, das seriös zu kalkulieren. Dann spricht nichts gegen einen günstigen Kredit. Und dann kommt es auch nicht unbedingt auf Nachkommastellen beim Zinssatz an.