Klaus Fröhlich: "Der Markt ist wieder geheilt"
Deutsche Bank:
Für Europa erwarten die Analysten der Deutschen Bank eine stetige Erholung, ähnliches gilt für Japan. In den USA dagegen wird in den kommenden Jahren dagegen ein vergleichsweise langsameres Wachstum von rund zwei Prozent erwartet. Optimistischer ist die Bank dagegen im Hinblick auf die Schwellenländer. Vor allem Russland und Brasilien dürften sich wieder etwas erholen.
BIP-Wachstum Deutschland: 1,9 Prozent
BIP-Wachstum Euro-Zone: 1,6 Prozent
BIP-Wachstum USA: 2,1 Prozent
BIP-Wachstum Weltwirtschaft: knapp 3,5 Prozent
Euro vs. Dollar (Q42016): 0,90 Euro/ Dollar
Dax-Ziel: 11.700 Punkte
S&P 500: 2170 Punkte
Gold: 1000 Dollar
Bundesanleihen 10 Jahre: 0,75 Prozent
US-Treasury Rendite 10 Jahre: 2,4 Prozent
Stand: Dezember 2015, teilweise aktualisiert
Foto: REUTERSDeka Bank
Die Fondsspezialisten der Sparkassen erwarten, dass der Goldpreis im kommenden Jahr deutlich unter die kritische Marke von 1000 Dollar fallen wird.
S&P 500: 2000 Punkte
Nikkei: 17000 Punkte
Gold: 960 Dollar
Öl: 57 Dollar
Euro/Dollar: 1 Dollar
Bundesanleihen 10 Jahre: 1 Prozent
US-Treasury Rendite 10 Jahre: 2,9 Prozent
Foto: dpa
Postbank
Im Gegensatz zur Deka Bank ist die Postbank beim Goldpreis etwas optimistischer. Ein möglicher Impuls kommt von der Schmucknachfrage, da die Konjunktur in Indien zuletzt deutlich besser lief als erwartet.
S&P 500: 2250 Punkte
Nikkei: 21750 Punkte
Gold: 1100 Dollar
Öl: 57 Dollar
Euro/Dollar: 1 Dollar
Bundesanleihen Rendite 10 Jahre: 1,0 Prozent
US-Treasury Rendite 10 Jahre: 2,75 Prozent
Foto: dpaBerenberg Bank
Deutschlands älteste Privatbank ist im Vergleich zur Konkurrenz vergleichsweise optimistisch, was den Euro angeht.
S&P 500: 2200 Punkte
Gold: 1150 Dollar
Öl: 55 Dollar
Euro/Dollar: 1,15 Dollar
Bundesanleihen 10 Jahre Rendite: 1,1 Prozent
US-Treasury Rendite 10 Jahre: 2,8 Prozent
Foto: CLARK/obsSantander
S&P 500: 2250 Punkte
Gold: 1050 Dollar
Öl: 55 Dollar
Euro/Dollar: 1 Dollar
Bundesanleihen Rendite 10-jährige: 0,9 Prozent
US-Treasury Rendite 10-jährige: 2,75 Prozent
Foto: APCredit Suisse:
Die Schweizer erwarten, dass die Industrieländer ihr Wachstum 2016 ähnlich fortsetzen werden wie im aktuellen Jahr. Ganz anders dagegen die Entwicklungsländer, welche durch die Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed belastet sein werden. Im Zuge dessen werden zwar die Zinsen leicht steigen und der Dollar weiter gegenüber anderen Währungen aufwerten. Eine abrupte Zinswende erwarten die Analysten allerdings nicht, auch die Inflation dürfte grundsätzlich gering bleiben.
Foto: REUTERSCommerzbank:
Deutschland dürfte laut den Commerzbank-Volkswirten besonders unter der Schwäche der Schwellenländer leiden, vor allem im Exportsektor. Deshalb bewegt sich das Wachstum nur noch auf dem Durchschnittsniveau der gesamten Euro-Zone. Die Weltwirtschaft werde dagegen vom Wachstum der USA getragen, die Zinswende in den USA stützt weiter den Dollar, der Ende 2016 fast die Parität zum Euro erreichen könnte. Insgesamt sei der Richtungswechsel beim US-Zins die gravierendste Veränderung gegenüber 2015. Aufgrund des verlängerten Anleihekaufprogramms werden weiterhin steigende Aktienkurse erwartet.
BIP-Wachstum Deutschland: 1,3 Prozent
BIP-Wachstum Euro-Zone: 1,3 Prozent
BIP-Wachstum USA: 2,5 Prozent
Brent-Öl Ende 2016: 63 Dollar
Dax-Ziel: 12.600 Punkte
Foto: dpaJPMorgan Chase
Amerikas größte Bank, JP Morgan Chase, gibt zur Entwicklung des S&P 500 und des Nikkei vorsichtshalber gar keine Prognose ab. Zu Anleihen, Eurokurs und Rohstoffen haben die US-Banker allerdings eine Meinung:
Gold: 1 150 Dollar
Öl: 62 Dollar
Euro/Dollar: 1,13 Dollar
Bundesanleihen 10 Jahre Rendite: 1,15 Prozent
US-Treasury 10 Jahre Rendite: 2,75 Prozent
Foto: dpaFidelity:
Die Fondsgesellschaft erwartet, dass 2016 ein besseres Jahr für Aktien wird als dieses. Insbesondere der Konsum in den Industrieländern werde der Weltwirtschaft Auftrieb verleihen. Besonders US-Aktien dürften davon profitieren, so die Analysten. Während Europa von der Flüchtlingswelle profitieren dürfte, sind die Aussichten für die Schwellenländer weiterhin schlechter. Deren Aktien könnten allerdings Chancen bieten, da die massive Kurskorrektur bald vorbei sein dürfte. Interessant sind aber lediglich reformbereite Schwellenländer. Der Markt für Staatsanleihen dürfte im kommenden Jahr durch die Zinswende der Fed bestimmt werden. Dafür erwarten die Fidelity-Experten ein Comeback bei Unternehmensanleihen, deren Risikoaufschläge schrumpfen dürften.
Foto: APBankhaus M.M.Warburg & CO
Das Bankhaus Warburg gibt ebenfalls keine Prognose für Nikkei und SP500 ab.
Gold: 1020 Dollar
Öl: 50 Dollar
Euro/Dollar: 1,10 Dollar
Bundesanleihen 10 Jahre Rendite: 0,75 Prozent
US-Treasury 10 Jahre Rendite: 2,60Prozent
Foto: CLARK/obsDZ Bank:
Kaum zwei Monate alt, muss die DZ Bank ihre Prognose für 2016 schon wieder anpassen. Dabei war der Ausblick der DZ Bank-Analysten schon vorher nicht sonderlich rosig. Für die Weltwirtschaft sahen sie kaum Wachstumsimpulse, die Aktienmärkte würden weniger von Unternehmensgewinnen als von der Notenbankpolitik getrieben. Dabei ginge die Spanne zwischen der US-Zinspolitik und ihrem Counterpart in der Euro-Zone immer weiter auseinander. Die Analysten erwarteten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Einlagenzins weiter auf minus 0,4 Prozent senken wird. Den Märkten dürfte das aber wenig Schwung verleihen, hier sehen die Experten wenig Impulse. Mitte Februar reduzierte DZ-Bank-Analyst Christian Kahler sein Dax-Ziel von bisher 11.000 Punkten auf nur noch 10.300 Punkten. Auch für die Jahresmitte senkte Kahler das Ziel von 10.500 auf 9800 Punkte. Begründet hat der Analyst die neue Einschätzung mit den zahlreichen reduzierten Gewinnerwartungen von Unternehmen.
BIP-Wachstum Deutschland: 1,8 Prozent
BIP-Wachstum Euro-Zone: 1,5 Prozent
BIP-Wachstum Weltwirtschaft: 3 Prozent
Euro vs. Dollar (Q42016): 1,04 Euro/Dollar
Dax-Ziel: 10.300 Punkte
Dax-Ziel aktualisiert am 17.02.2016
Foto: dapdBlackRock
Das BlackRock Investment Institut (BII) geht in seinem Kapitalmarktausblick für das Jahr 2016 davon aus, dass die weltweite Flut billigen Geldes ihren Höhepunkt erreicht hat und der Einfluss der Notenbanken im kommenden Jahr nachlässt. Entsprechend müssen Investoren die Konjunktur-, Kredit- und Bewertungszyklen wieder stärken im Auge haben. Für die Entwicklungen am Anleihemarkt ist man bei BII eher skeptisch. „Wir erwarten für 2016 geringe oder überhaupt keine Kursanstiege bei Anleihen und lediglich gedämpfte Zuwächse an den meisten Aktienmärkten“, heißt es im Ausblick. Eine Ausnahme bilden ausgewählte Hochzins- und Investmentgrade-Papiere sowie Schwellenländeranleihen in Lokalwährungen.
Was Aktien anbelangt, setzt Black Rock auf Papiere aus Europa und Japan, bei vielen US-Aktien erscheinen die Bewertungen dagegen ausgereizt. Außerdem belaste der starke Dollar die Gewinne der US-Unternehmen. Die Volatilität der Märkte habe dafür nachgelassen. Doch auch ohne weitere politische Schocks könne es im kommenden Jahr zu starken Schwankungen kommen. Steigt der Dollar weiter, werden im kommenden Jahr die Rohstoffpreise noch weiter unter Druck geraten.
Foto: dpaColumbia Threadneedle Investments
Der Vermögensverwalter Threadneedle Investments geht in seinem Kapitalmarktausblick davon aus, dass die Fed in den USA den Zins wieder erhöhen werde, wogegen die Notenbanken in Europa und Japan weiter bei ihrer expansiven Geldpolitik bleiben und möglicherweise neue Konjunkturprogramme anstoßen. In der Konsequenz kommt es zu einer Aufwertung des Dollars – mit negativen Konsequenzen für Schwellenländer und Rohstoffpreise. „Erfolg werden die Anleger haben, denen es gelingt, organisch wachsende Unternehmen zu finden, denn deren Aktien dürften gefragt sein und im Vergleich zu denen von Wettbewerbern mit einem Aufschlag gehandelt werden.“
Des Weiteren rechnen die Analysten Threadneedle mit geringen Wirtschaftswachstumsraten und niedrigen Renditen. Sie konzentrieren sich deshalb auf europäische Hochzinsanleihen anstatt auf Anleihen mit Investment-Grade-Rating. Auch europäische und japanische Aktien seien 2016 ein Kauf.
Foto: dpaDeutsche Asset & Wealth Management
Auch Stefan Kreuzkamp, Chief Investment Officer der Deutschen Asset & Wealth Management, geht davon aus, dass die Fed den Zins erhöht und die Inflation wieder anziehen wird. Er rechnet damit, dass die konsum- und servicenahe Sektoren in den Industrieländern die Industriewerte übertrumpfen und Importe die Exporte überholen werden. Entsprechend empfiehlt er Aktien aus den Sektoren Gesundheit, Technologie, Konsum und Finanzen. „Im Rentenbereich sehen wir weiterhin Chancen bei US- und Euro-Unternehmensanleihen. Wer Staatsanleihen will, sollte sich in der Peripherie der Eurozone bedienen“, so Kreuzkamp in seinem Ausblick. Er rechnet allerdings damit, dass sich die Renditen für Aktien und Anleihen im Vergleich zu diesem Jahr verschlechtern. Immobilien bleiben seiner Meinung nach eine der interessantesten Vermögensklassen. Ein ausgewogenes Portfolio im kommenden Jahr sieht seiner Meinung nach so aus:
Anleihen: 48 Prozent
Aktien: 41 Prozent
Alternative Anlagen: 10 Prozent
Rohstoffe: 1 Prozent
Foto: dpaFERI AG
Die Rohstoffpreise bleiben auch 2016 unter Druck, worunter die rohstoffexportierenden Länder leiden. Außerdem werten laut dem Kapitalmarktausblick von FERI fast alle Schwellenländer-Währungen gegenüber dem Dollar ab. Doch auch die US-Wirtschaft bekommt im kommenden Jahr einen Dämpfer. Das Wachstum dürfte unterhalb der 2 Prozent-Marke liegen, der starke Dollar drückt die Exportquote, amerikanische Aktien sind überbewertet. Doch auch im Euroraum lasse der Aufschwung zu wünschen übrig – daran könne auch die expansive Geldpolitik der EZB nichts ändern. Entsprechend unattraktiv seien europäische Staatsanleihen. Die deutschen Aktien dagegen profitieren 2016 von der expansiven Geldpolitik, sind zugleich aber anfälliger für außenwirtschaftliche Störungen. Die Renditen von Bundesanleihen dürften tendenziell sinken.
Foto: dpaWirtschaftsWoche: Herr Fröhlich, Sie erwarten für 2016 etwa zehn Börsengänge im Volumen von jeweils mindestens 250 Millionen Euro. Stehen die Kandidaten schon fest?
Klaus Fröhlich: Momentan führen wir wöchentlich Gespräche mit Unternehmen, die einen Börsengang in Erwägung ziehen. Aber das heißt nicht, dass es auch immer dazu kommen wird. Mitunter stellt sich auch die Frage, ob die Unternehmen wirklich an die Börse gehen sollten.
Klaus Fröhlich
Foto: PR
Welche Kapitalmarktbedingungen bräuchten Sie, damit sich Ihre Erwartungen erfüllen?
Voraussetzung für die Börsengänge ist, dass die Volatilität am Markt niedrig bleibt, denn hohe Kursschwankungen sind Gift für Börsengänge. Dann beschäftigen sich die Fondsmanager und andere Großanleger lieber mit ihren bestehenden Portfolios und schauen sich nicht noch Neulinge an. Das Phänomen hat man ja bereits im Herbst gesehen. Als die Kurse durch die China-Angst und VW unter Druck kamen, hatten es Schaeffler und Covestro zunächst schwer mit ihren Börsengängen. Andererseits ist der Kapitalmarkt aber recht abgehärtet und Makroschocks werden relativ gut verkraftet. Es gab Jahre, etwa nach der Finanzkrise, da waren Börsengänge überhaupt nicht möglich. Jetzt aber ist der Markt wieder geheilt. Das beweist etwa der Börsengang des Automobilentwicklers Edag, der ja gut gelungen ist, obwohl während der Vermarktungsphase die Automobilbranche von Schlagzeilen geprägt wurde.
Ist es nicht angesichts der Geldschwemme der Notenbanken und den hohen Mittelzuflüssen bei Aktienfonds sehr leicht, Aktien an den Mann zu bringen?
Leicht sind Börsengänge nie. Wir müssen die Aktien schon bei einer Vielzahl von Investoren vermarkten, um solche Transaktionen erfolgreich zu platzieren. Die Fondsmanager machen stets sehr gründlich ihre Hausaufgaben und prüfen die Kennzahlen und das Management. Natürlich sind die Notenbanken eine gute Unterstützung, denn das Geld muss irgendwo hin. Die Investoren stecken ja den Kopf nicht in den Sand. Sonst hätten sie wegen der vielen Liquidität und bedingt durch die niedrigen oder sogar negativen Zinsen keine andere Chance, als den Kopf schnell aus dem Sand zu ziehen und dann bleiben Aktien eine gute Anlage. Außerdem haben deutsche Unternehmen in den vergangenen Jahren viel Wert geschaffen.
Uber
Gegründet: 2009
Sitz: San Francisco
Uber bietet Chauffeurfahrten und Ride-Sharing an. Technische Grundlage ist eine App, die mithilfe von Geodaten Fahrer und Fahrgast über deren Smartphones zusammenbringt. Uber ist bereits in mehr als 50 Ländern weltweit aktiv. In Deutschland wurde der Fahrdienst sehr kontrovers diskutiert. Ubers Wert wird inzwischen auf mehr als 61 Milliarden Dollar geschätzt, damit sind die Kalifornier bisher das mit Abstand wertvollste noch nicht börsennotierte Start-up aller Zeiten. Kein anderes Start-up hat jemals so viel Geld bekommen wie Uber: 6,7 Milliarden Dollar flossen in 12 Runden von 52 Investoren in die Kassen der Taxischrecks.
>>Hier geht es zum großen Artikel zu den Börsen-Anwärtern aus dem Silicon Valley
Foto: REUTERSActifio
Gegründet: 2009
Sitz: Waltham, Massachusetts
Actifio stellt Software zur Daten-Virtualisierung her. Das Unternehmen bekam bisher 208 Millionen Dollar Eigenkapital in sechs Runden von sieben Investoren, darunter Greylock Partners, North Bridge Venture Partners, TCV. Die bisher letzte Kapitalspritze bekam das Softwareunternehmen im März 2014 mit 100 Millionen Dollar.
Foto: PRAirBnB
Gegründet: 2009
Sitz: San Francisco
Mit einem Wert von rund 27 Milliarden Dollar das zweitteuerste Startup aus den USA. Bei Airbnb können Privatleute ihre Wohnungen und Häuser gegen Geld an andere Privatleute vermieten. Airbnb präsentiert die Wohnungen auf seiner App, wickelt die Kommunikation zwischen den Parteien ab und verwaltet die Zahlungen treuhänderisch. Dafür nimmt das Unternehmen eine Gebühr von rund elf Prozent der Miete. Das Geschäft wächst schnell und ist inzwischen weltweit populär. Einige Städte, darunter New York, San Francisco und Berlin, haben den Service aber inzwischen reguliert, weil sich herausstellte, dass die Kurzfrist-Vermietung an Orten mit besonders knappem Wohnungsmarkt das Mietniveau zusätzlich antreibt.
Zuora
Gegründet: 2007
Sitz: Foster City, Kalifornien
Abwickeln und Analysieren von Zahlungsströmen aus Abos, etwa für Spotify, Netflix oder Verlage, das ist das Geschäft von Zuora (im Bild: CEO Tien Tzuo). Salesforce-Gründer Marc Benioff ist ein prominenter Unterstützer und privater Investor seit deren Anfangstagen. Zuora bekam bisher 243 Millionen Dollar in insgesamt sechs Runden von 17 unterschiedlichen Investoren. Der Wert des Unternehmens wird allerdings auf weit mehr als eine Milliarde Dollar geschätzt. Zuora gilt mit 880 Punkten im Ranking als einer der drei aussichtsreichsten Börsenkandidaten.
Foto: PRNutanix
Gegründet: 2009
Sitz: San Jose, Kalifornien
Nutanix macht Software für Datenzentren. Das Start-up bekam 312 Millionen Dollar in fünf Investment-Runden von 11 Investoren; darunter Battery Ventures, Khosla Ventures und Wellington Partners. Einige der Nutanix-Investoren waren auch bei Square investiert, dem Onlinebezahldienst von Twitter-Gründer Jack Dorsey, der Ende 2015 an die Börse ging.
Foto: NutanixOkta
Gegründet: 2009
Sitz: San Francisco
Okta macht sein Geld mit Internet-Sicherheitssoftware. Okta hat im Ranking von CB Insights einen der höchsten Scores, ein Börsengang wäre also jederzeit möglich. Das Geschäftsfeld ist sehr lukrativ. Mit Andreessen Horowitz und Sequoia sind zwei der namhaftesten Risikokapitalgeber an Bord.
Foto: OktaGit Hub
Gegründet: 2008
Sitz: San Francisco
Git Hub ist ein Online-Netzwerk, auf dem Programmierer Tools finden und auch Open Source Codes teilen können. Das Unternehmen bekam in nur zwei Runden schon 350 Millionen Dollar. Und diese beiden VC-Investoren sind die größten und bekanntesten, die es gibt: Sequoia Capital und Andreessen Horowitz, gegründet und geführt unter anderem von dem Erfinder des ersten kommerziellen Webbrowsers Netscape.
Foto: PRSnapchat
Gegründet: 2011
Sitz: Los Angeles
Instant Messaging Dienst, bei dem die User kurze Videoschnipsel oder Fotos versenden, die sich nach wenigen Sekunden selbst löschen. Snapchat gehört zu den zehn teuersten Start-ups der Welt mit einem geschätzten Wert von rund 14 Milliarden Dollar. Facebook hatte versucht, Snapchat 2013 zu kaufen, scheiterte aber, und kaufte sich WhatsApp für 18 Milliarden Dollar. So viel dürfte Snapchat an der Börse eher nicht einspielen. Zuletzt hat der Investor Fidelity sogar einen Teil des Werts seines Snapchat-Investments abgeschrieben, weil der wohl zu teuer eingekauft war.
Zenefits
Gegründet: 2013
Sitz: San Francisco
Zenefits bietet Personalmanagement-Software in der Cloud. Erst vergangenen Mai erhielt das Unternehmen eine halbe Milliarde Dollar Wagniskapital, unter anderem von Andreessen Horowitz und TPG Capital.
Foto: PRMule Software
Gegründet: 2006
Sitz: San Francisco
MuleSoft’s Platform ermöglicht es den Kunden (ausschließlich Firmen, kein Privatkundengeschäft) über eine Programmierschnittstelle (API) verschiedene eigene und fremde Software zu kombinieren. Das Unternehmen hat bereits Kunden im mehr als 60 Ländern, darunter etwa BMW und Boeing. Salesforce-Gründer und Multimilliardär Marc Benioff hat auch hier seine Finger als Investor über Salesforce Ventures im Spiel. Insgesamt hat Mule bisher in sieben Runden 260 Millionen Dollar bekommen. Wie das Start-up Okta erzielte Mule im Ranking 910 von 1000 möglichen Punkten. Das Unternehmen dürfte auf der Liste für mögliche Börsengänge im kommenden Jahr ganz oben stehen.
>>Hier geht es zum großen Artikel zu den Börsen-Anwärtern aus dem Silicon Valley
Foto: PR
Was halten Sie denen entgegen, die behaupten, Investmentbanken polieren die Unternehmen vor dem Börsengang auf und danach verlieren sie für mehrere Quartale den Glanz.
Aufpolieren machen wir bei Morgan Stanley nicht, weil weder die Unternehmen noch die Käufer etwas davon haben. Bei einem gut laufenden Börsengang haben alle etwas davon. Denn auch der Verkäufer hält ja meistens noch Aktienpakete, an deren guter Entwicklung er ebenfalls interessiert ist.
Nutzen jetzt die Private-Equity-Investoren die Geldschwemme als Ausstiegsmöglichkeit, oder wird mit den Erlösen aus dem Börsengang tatsächlich Wachstum finanziert?
Es gab in den vergangenen 18 Monaten etwa mit Zalando und Rocket Internet durchaus Unternehmen, die über die Börse ihr Wachstum finanzieren wollen. Es stecken also nicht nur Private-Equity-Verkäufe in der Pipeline.
Etwa mit dem Börsengang von Covestro haben Sie manchen Fondsmanager glücklich gemacht, der sich über hohe Kursgewinne freuen kann. Halten die Fondsmanager gewöhnlich lange an den Titeln fest oder machen sie gleich nach ein paar Prozentpunkten Gewinn Kasse?
Wir wissen nicht, wer kurzfristig Kasse macht. Das Spektrum reicht vom traditionellen Fondsmanager bis hin zu Hedgefonds. Manche kaufen die Aktien und halten sie lange, um sie zu beobachten, andere nehmen die Gewinne aus einem Börsengang schnell mit. Und wenn jemand damit Liquidität für den Markt bietet, dann ist das im Nach-IPO-Markt auch sinnvoll, damit andere Anleger die Aktien kaufen können. Sonst hingen die ja komplett fest.
Lassen sich denn angesichts von Zinserhöhungen in den USA sowie ersten Inflationswarnungen für Europa überhaupt noch Anleihen platzieren?
Sehr gut sogar. Ich überlege zwar auch häufig, ob das noch interessant ist, aber wir haben mehr Nachfrage als Angebot. Momentan glauben 80 Prozent der Investoren, dass die US-Notenbank FED die Zinsen um 25 bis 50 Basispunkte erhöhen wird. Das ist die klare Erwartung und die steckt schon in den Kursen. Größere Ungewissheit herrscht darüber, wie schnell die Erhöhungen weitergehen könnten. Da gehen die Erwartungen etwas mehr auseinander, aber überwiegend wird mit einem langsamen Zinsanstieg gerechnet.
Durch so genannte Private Placements gehen immer mehr Aktien und Anleihen außerhalb der Börse an Investoren. Können Sie beziffern, welches Volumen da bewegt wird?
Bei Privatplatzierungen von Anleihen gehen sehr viele Pakete gleich an Großinvestoren, bei den Aktien ist das in Europa weniger ausgeprägt. Anders ist es in den USA, dort wird ein Vielfaches etwa der Technologieaktien direkt über Privatplatzierungen an spezielle Fonds abgegeben.
Wie legen Sie als Experte Ihr Geld an?
Ich habe kein privates Depot, weil ich keine Zeit habe, mich darum zu kümmern. Ich würde aber jedem raten, nur dann am Aktienmarkt zu investieren, wenn man die Unternehmen gut versteht und kennt.