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Volker BeckGrünen-Abgeordneter legt Ämter nieder

Seit mehr als zwei Jahrzehnten sitzt Volker Beck im Bundestag. Nun hat die Polizei ihn wohl mit Drogen ertappt. Der Innenpolitiker schweigt zu den Vorwürfen - zieht aber schon mal Konsequenzen. 03.03.2016 - 06:07 Uhr

Platz 10: Methamphetamin

Kosten: 95 Euro pro Gramm

Hoher Grammpreis, aber billig im Vergleich zu anderen Drogen: Unter dem Modenamen Crystal Meth gilt Methamphetamin heutzutage als am schnellsten zerstörende Droge überhaupt. Der Gebrauch führt unter anderem zu Karies und Zahnausfall.

Foto: dpa

Platz 9: Kokain

Kosten: 470 Euro pro Gramm

Kokain gilt als die Partydroge in besseren Kreisen. Besser Finger weg: Kokain hat ein hohes Abhängigkeitspotenzial.

Foto: dpa

Platz 8: LSD

Kosten: 2.300 Euro pro Gramm

Lysergsäurediethylamid, kurz LSD genannt, ist in Deutschland ein nichtverkehrsfähiges Betäubungsmittel. Der unerlaubte Gebrauch ist strafbar. In zahlreichen anderen Ländern, wie den USA, ist die Droge verboten.

Foto: dapd

Platz 7: Plutonium

Kosten: 3.150 US-Dollar pro Gramm

Die Atombombe, die 1945 auf Nagasaki fiel, trug Plutonium als Spaltmaterial in sich. Außer militärischen Zwecken dient Plutonium auch der Energiegewinnung. Es entsteht aus dem Uran der Brennelemente in Atomkraftwerken.  

Foto: REUTERS

Platz 6: Taaffeit

Kosten: 2.000 bis 15.750 Euro pro Gramm

Der irische Forscher Richrd Taaffe entdeckt den Edelstein bei einem Schmuckkauf 1945. Wegen seiner hohen Seltenheit dient er bis heute nur als Schmuckstück.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 5: Tritium

Kosten: 23.616 Euro pro Gramm

Tritium ist ein Nebenprodukt der Kernspaltung und kommt auf natürliche Weise nur in der Stratosphäre vor. Damit lassen sich in der Medizin bestimmte Substanzen markieren. Außerdem ist der Stoff fester Bestandteil von Atombomben.

Foto: dpa

Platz 4: Diamanten

Kosten: ein farbloser Stein von einem Karat kann über 50.000 Euro pro Gramm kosten

Diamanten machen was her und sind der härteste natürliche Stoff der Welt. Ihr Aussehen macht sie zu Kostbarkeiten der Schmuckbranche, ihre Härte zu einem begehrten Schneidstoff in der Industrie.

Foto: AP

Platz 3: Painit

Kosten: 235.000 Euro pro Gramm

Bis 2001 waren weltweit nur drei Painit-Kristalle von weniger als dreieinhalb Gramm bekannt. Nach mehreren Funden in jüngster Zeit gibt es mittlerweile mehrere tausend Exemplare - darunter auch Stücke mit einem Gewicht von rund 500 Gramm. Das seltene Mineral fungiert vor allem als Schmuckstein.

Foto: Gemeinfrei

Platz 2: Californium 252

Kosten: 21,2 Millionen Euro pro Gramm

Das künstlich erzeugte chemische Element lässt sich in Kernreaktoren erzeugen und zur Krebsbehandlung oder Feuchtemessungen bei Erdölbohrungen einsetzen.

Foto: dpa

Platz 1: Antimaterie

Kosten: 100 Billionen Euro pro Gramm

Antimaterie ist sehr kurzlebig - und entsprechend teuer. 2011 gelang es Forschern der Europäischen Organisation für Kernforschung, CERN, erstmals 309 Anti-Wasserstoffatome 17 Minuten lang einzufangen. Entsprechend teuer ist Antimaterie. Irgendwann könnte sie als Treibstoff für Raketen dienen, um weite Strecken zurück zu legen.

Foto: dpa

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck ist über schwere Drogen-Vorwürfe gestolpert. Die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte am Mittwoch den Fund eines verdächtigen Stoffs bei dem 55-Jährigen. Beck sei am Dienstag bei einer Polizeikontrolle in Berlin mit 0,6 Gramm „einer betäubungsmittelverdächtigen Substanz“ aufgefallen, sagte der Sprecher der Behörde, Martin Steltner, am Mittwoch der dpa. Die „Bild“-Zeitung hatte als erstes über den Vorfall berichtet. Dem Blatt zufolge soll es sich bei dem Fund um die synthetische Droge Crystal Meth handeln. Beck äußerte sich nicht näher zu den Vorwürfen, erklärte aber, dass er seine Ämter in der Fraktion zur Verfügung stelle.

Laut Staatsanwaltschaft wurde Beck am Dienstagabend gegen 23.00 Uhr am Berliner Nollendorfplatz von Polizisten kontrolliert. Dabei wurde der verdächtige Stoff gefunden. Ob es sich tatsächlich um das gefährliche Rauschgift Crystal Meth handelte, blieb zunächst offen. „Wir können noch nicht klar sagen, was es ist“, sagte Steltner. „Das muss noch untersucht werden.“ Es gebe einen Anfangsverdacht gegen Beck. Derzeit werde aber nicht gegen ihn ermittelt, betonte der Sprecher und verwies auf die Immunität Becks, die ihn als Bundestagsabgeordneter vor Strafverfolgung schützt. Die Staatsanwaltschaft kann die Aufhebung der Immunität beim Bundestag beantragen, in der Regel wird einem solchen Antrag zugestimmt.

Die Polizisten hatten am Abend Becks Personalien festgestellt, ihn danach aber wieder gehen lassen. „Er hat sich nicht widersetzt“, sagte Steltner zu Becks Verhalten bei der Polizeikontrolle. Crystal Meth gilt als gefährliches Rauschmittel. Die synthetische Substanz wird meist geschnupft oder inhaliert. Im Sommer 2014 hatte ein ähnlicher Fall - ein Crystal-Meth-Fund bei einem Parlamentarier - bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Beck erklärte, er stelle seine Ämter als innen- und religionspolitischer Sprecher der Fraktion sowie als Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe zur Verfügung. „Ich habe immer eine liberale Drogenpolitik vertreten. Zu den gegen mich erhobenen Vorwürfen wird mein Anwalt zu gegebener Zeit eine Erklärung gegenüber der Staatsanwaltschaft abgeben.“ Öffentlich werde er sich nicht dazu einlassen. Bei Facebook schrieb der Politiker zusätzlich: „Meinen Freunden und Unterstützern danke ich für ihr Verständnis und schon jetzt für ihre Unterstützung.“

Die Parlamentarische Fraktionsgeschäftsführerin der Grünen, Britta Haßelmann, äußerte sich nur knapp. „Wir nehmen die persönliche Entscheidung von Volker Beck mit Respekt zur Kenntnis und werden das Gespräch mit ihm suchen“, erklärte sie. „Zum Sachverhalt kann ich nichts sagen. Da gilt es, die Ermittlungen abzuwarten.“ Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sagte der Sender n-tv, Crystal Meth sei sicher „keine ganz einfache Droge“. „Es ist immer bedauerlich, wenn jemand solche Drogen zu sich nimmt.“ Beck werde sich darum bemühen müssen, Unterstützung zu erhalten, „dass er von den Drogen wegkommt“.

Volker Beck sitzt seit 1994 für die Grünen im Bundestag. Bis 2002 war er rechtspolitischer Sprecher seiner Fraktion, danach - bis 2013 - Parlamentarischer Fraktionsgeschäftsführer. Anschließend hatte er den Posten als innen- und religionspolitischer Sprecher übernommen und 2014 das Amt als Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe. Seit vielen Jahren engagiert er sich für die Rechte Homosexueller.

dpa
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