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++Ticker zum Anschlag in Berlin++Haftbefehl gegen Anis Amri erlassen

Der Tunesier Anis Amri wird europaweit gesucht. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass Amri der Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz ist. 22.12.2016 - 18:16 Uhr aktualisiert

Fingerabdrücke im Fahrerhaus des Tat-LKW deuten darauf hin, dass der Tunesier Anis Amri der Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz ist.

Foto: dpa

- Bei einem Lkw-Anschlag in Berlin sterben am Montag zwölf Menschen. Rund 50 Menschen wurden teils lebensbedrohlich verletzt.

- Derzeit läuft eine öffentliche Fahndung nach dem Tunesier Anis Amri. Die Bundesregierung sieht es als zunehmend sicher an, dass Amri der Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz ist.

- Die Bundesanwaltschaft hat Haftbefehl gegen den flüchtigen 24-jährigen Tunesier erwirkt.

++ 18.02 Uhr ++

Die Bundesanwaltschaft hat am Donnerstag Haftbefehl gegen den flüchtigen 24-jährigen Tunesier Anis Amri erlassen. Das teilte eine Sprecherin der Behörde am Abend in Karlsruhe mit. "Wir gehen davon aus, dass Anis Amri den LKW gesteuert hat", sagte die Sprecherin und bestätigte den Fund von Amris Fingerabdrücken im Fahrerhaus des Tat-LKW.

++ 17.14 Uhr ++

Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Montagabend werden zwölf Schwerstverletzte weiter in Berliner Kliniken behandelt. Einige von ihnen seien in kritischer Verfassung, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Donnerstag mit. Die Zahl der Todesopfer sei bisher nicht weiter gestiegen; sie liegt bei 12. Insgesamt 14 mittel- bis leichtverletzte Opfer des Attentats werden zur Zeit noch in Kliniken behandelt, 30 wurden inzwischen entlassen. Bei einer erneuten Abfrage aller Berliner Krankenhäuser mit Notaufnahmen haben sich nach der Todesfahrt mehr Leichtverletzte als bisher erfasst in Kliniken behandeln lassen. Insgesamt gab es nach der aktuellen Zählung 56 Verletzte am Breitscheidplatz, die medizinische Hilfe im Krankenhaus brauchten.

++ 16.21 Uhr ++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Donnerstag in Berlin, man habe in Deutschland in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um dem Terrorismus Herr zu werden. Heute befinde man sich in einer Bewährungsprobe. Dabei habe man die „Werte von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit auf unsere Seite“. Sie sei stolz, wie die Menschen auf den Anschlag reagiert haben.
Merkel sagte, man habe theoretisch „schon seit langem gewusst, dass wir auch Zielscheibe des islamistischen Terrorismus sind. Und trotzdem ist dann, wenn ein solcher Fall eintritt, wie dieser terroristische Anschlag auf den Breitscheidplatz, das natürlich noch einmal etwas ganz anderes“. Deshalb seien die Gedanken bei den Angehörigen der Opfer und bei den Verletzten im Krankenhaus. „Und gerade ihnen schulden wir auch die bestmögliche Arbeit“, ergänzte die Kanzlerin.

++ 16.21 Uhr ++

"Es sind im Cockpit, also in dem Fahrerhaus, Fingerabdrücke gefunden worden", sagte Thomas de Maiziere. Es gebe auch noch andere Hinweise. "Umso wichtiger ist, dass die Fahndung möglichst schnell Erfolg hat", sagte der Minister. "Wir hoffen sehr, dass das gelingt."

++ 16.07 Uhr ++

Die Bundesregierung sieht es als zunehmend sicher an, dass der Tunesier Anis Amri der Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz ist. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere sagte am Donnerstag in Berlin, darauf deute unter anderem die Auswertung von Spuren aus der Fahrerkabine des Tat-LKW hin.

++ 15.42 Uhr ++

Die Bundesanwaltschaft will um 18 Uhr über den aktuellen Stand der Ermittlungen informieren. Dazu wird die Pressesprecherin eine Erklärung vor Journalisten abgegeben, teilte die Karlsruher Behörde mit.

++ 14.59 Uhr ++

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) informiert sich derzeit beim Bundeskriminalamt (BKA) in Berlin über den Ermittlungsstand. Gemeinsam mit Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und Justizminister Heiko Maas (SPD) traf sie am Donnerstagnachmittag am Berliner BKA-Standort im Stadtteil Treptow ein. BKA-Präsident Holger Münch wollte die Kanzlerin und die Minister persönlich unterrichten.

++ 14.09 Uhr ++

Zwei Brüder des Tatverdächtigen Anis Amri haben sich schockiert über den Anschlag gezeigt und zweifeln seine Beteiligung an dem Attentat an. "Wenn er das getan hat, dann hat er Schande über uns gebracht", sagte Abdelkader Amri am Donnerstag im tunesischen Oueslatia. "Aber ich bin mir sicher, dass er es nicht war." Er sei nach Europa gegangen, "um zu arbeiten und unserer Familie zu helfen". Auch der zweite Bruder, Walid Amri, sagte, Anis habe keine Verbindung zum Terrorismus. "Wir standen per Facebook und Telefon mit ihm in Kontakt." Sie hätten vor zehn Tagen gesprochen. "Er hat mir gesagt, dass er im Januar nach Tunesien kommt und dass er sich für ein Projekt ein Auto gekauft hat", erklärte Walid.

++ 13.36 Uhr ++

Die Bundesanwaltschaft beabsichtigt, noch heute Einzelheiten zu den Ermittlungen bekanntzugeben, teilte ein Sprecher der Behörde mit. Eine Uhrzeit oder die Form der Mitteilung nannte er nicht.

++ 13.02 Uhr ++

Der Tatverdächtige hat nach Medienberichten bereits vor Monaten Anschläge geplant. "Spiegel" und "Focus" berichteten übereinstimmend, entsprechende Absichten habe der Tunesier im Kreise islamistischer Hassprediger geäußert. Vom Generalbundesanwalt in Karlsruhe war zunächst keine Stellungnahme zu den Berichten zu bekommen. "Focus" berichtete unter Berufung auf einen V-Mann des Landeskriminalamtes in Nordrhein-Westfalen, Amri habe im Kreis um den Hassprediger Abu Walaa aus Hildesheim wiederholt von seinen Attentatsplänen gesprochen. Monate zuvor habe die Gruppe versucht, der 24-Jährige nach Syrien zur Extremistenmiliz Islamischer Staat zu schleusen. Nach einem "Spiegel"-Bericht soll sich Amri in seiner "Telekommunikation" offenbar als Selbstmordattentäter angeboten haben. Allerdings seien die Äußerungen so verklausuliert gewesen, dass sie nicht für eine Festnahme gereicht hätten. Zudem solle sich Amri bei einer Quelle der Sicherheitsbehörden nach Waffen erkundigt haben.

++ 13.02 Uhr ++

Ein Tweet des Pegida-Gründers Lutz Bachmann kurz nach dem Attentat auf einen Berliner Weihnachtsmarkt am Montagabend gibt Rätsel auf. Um 22.16 Uhr setzte der Chef der islamfeindlichen Bewegung folgende Kurznachricht über Twitter ab:

Dagegen sagte der Berliner Polizeisprecher Winfrid Wenzel: "Ich kann hundertprozentig ausschließen, dass die Berliner Polizei bereits am Montagabend Hinweise auf einen tunesischen Tatverdächtigen hatte." Die Spurensicherung der Berliner Polizei habe erstmals am Dienstagnachmittag "solche konkreten Hinweise im Führerhaus des Lkw gefunden", sagte Wenzel.

++ 13.00 Uhr ++

Die Bundespolizei hat ihre Kontrollen an den nordrhein-westfälischen Grenzübergängen zu Belgien und den Niederlanden verstärkt, sagte ein Sprecher der Bundespolizeiinspektion Aachen. Bei den Kontrollen seien der Polizei am Mittwoch zwei von der Staatsanwaltschaft gesuchte Männer ins Netz gegangen.

++ 12.10 Uhr ++

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat bei einem Besuch in Afghanistan zum entschlossenen Kampf gegen den Terror aufgerufen. „Sie stehen dafür ein, dass wir uns nicht unterkriegen lassen vom Terror, dass wir uns wehren, gegen diejenigen, die die Menschen terrorisieren“, sagte sie vor Soldaten auf einem Weihnachtsmarkt im Feldlager von Masar-i-Scharif. Die ganze Weltgemeinschaft müsse entschieden gegen den Terror vorgehen, sei es in Europa, im Nahen Osten, in Afrika oder auch in Afghanistan, sagte von der Leyen. „Wir wissen, dass Frieden und Freiheit nicht selbstverständlich sind.“

++ 11.40 Uhr ++

Drei Tage nach dem Terroranschlag hat der Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz wieder geöffnet. Der Schaustellerverband und die Händler luden am Donnerstagvormittag zu einer Andacht in die Gedächtniskirche. Aus Pietätsgründen soll auf dem Weihnachtsmarkt auf grelle Beleuchtung und Partymusik verzichtet werden.

++ 11.04 Uhr ++

Nach zahlreichen Medienberichten bestätigte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, es fänden derzeit verschiedene Maßnahmen im Bundesgebiet statt. Konkreter äußerte er sich nicht. Einzelne Durchsuchungen und Örtlichkeiten wollte die Behörde nicht bestätigen. Bisher gibt es Bilder von Polizisten, die in Dortmund, Emmerich und Berlin unter großem Aufgebot Wohnungen durchsuchten.

++ 10.34 Uhr ++

Die Bundesanwaltschaft weist Medienberichte zurück, wonach vier Kontaktpersonen des gesuchten Tatverdächtigen festgenommen wurden. "Nein, das ist nicht so", sagt ein Sprecher der obersten Ermittlungsbehörde. "Uns ist keine Festnahme bekannt." Der WDR hatte davon berichtet, dass es in Dortmund einen Anti-Terror-Einsatz gegeben habe, bei dem vier Personen festgenommen worden seien. Ob die Aktion im Zusammenhang mit der Fahndung nach dem Tatverdächtigen beim Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt steht, war zunächst nicht bekannt.

Frank-Walter Steinmeier

Deutschland hat laut Bundesaußenminister Steinmeier (SPD) „vielfältige Zeichen der Solidarität“ aus aller Welt bekommen. Deutschland könne sich darauf verlassen, nicht allein dazustehen, sagte er am Mittwoch bei einem Gedenken an die Opfer, zu der er mit seinem italienischen Amtskollegen Angelino Alfano (rechts im Bild) gekommen war. Er sei sich mit Alfano einig gewesen, das Leben in Freiheit nicht zerstören zu lassen, sagte Steinmeier. „Durch wen auch immer.“
Zugleich zeigte sich Steinmeier sicher, dass die Sicherheitsbehörden das Notwendige tun werden, den oder die Täter ausfindig zu machen. Er bedankte sich ganz besonders bei der Polizei und den Rettungskräften für ihren Einsatz. Alfano sagte, die Feinde der Freiheit wollten mit Angst unsere Art zu leben zerstören. „Der Kampf gegen den Terror ist auch Kampf für die Freiheit.“

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Klaus Bouillon

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon (CDU), kündigte schärfere Sicherheitsvorkehrungen an. In allen Bundesländern werde die Polizeipräsenz erhöht und der Schutz der Weihnachtsmärkte verstärkt. Es werde mehr Streifen geben und die Maschinenpistolen seien am Mann. "Mit querstehenden Fahrzeugen wollen wir die Zugänge zu den Märkten erschweren." Saarlands Innenminister Bouillon fügte hinzu, mit den bestehenden Gesetzen komme man bei der Terrorabwehr nicht weiter. Es sei ein noch besserer Austausch von Daten der Sicherheitsbehörden notwendig. Darüber hinaus sei es Zeit, die Hürden für die Telefonüberwachung von Verdächtigen zu senken. Auch würden Regeln benötigt, um Messenger Dienste wie WhatsApp zu überwachen.

Am Dienstag hatte Bouillon gesagt: „Wir müssen konstatieren: Wir sind in einem Kriegszustand, obwohl das einige Leute, die immer nur das Gute sehen, nicht sehen möchten", Später wählte er distanzierende Worte: „Den Begriff Krieg werde ich zukünftig vermeiden. Es ist Terrorismus.“

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Horst Seehofer

Der bayerische Ministerpräsident hatte nur 14 Stunden nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt gesagt: „Wir sind es den Opfern, den Betroffenen und der gesamten Bevölkerung schuldig, dass wir unsere gesamte Zuwanderungs- und Sicherheitspolitik überdenken und neu justieren.“ An dieser Aussage gab es viel Kritik. Zu diesem Zeitpunkt gab es Zweifel, ob ein als Verdächtiger in Berlin festgenommene Flüchtling wirklich der Täter war. Wenige Stunden später kam der Mann frei, der tatsächliche Angreifer wurde bislang nicht gefasst.

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Andreas Scheuer

Der CSU-Generalsekretär hat Parteichef Seehofer wegen dessen umstrittener Forderung verteidigt. „Wir brauchen jetzt, und das erwartet das Staatsvolk, eine starke Staatsgewalt“, sagte er am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“. Es gehe jetzt darum, „dass wir alles auf den Prüfstand bringen, nachjustieren, verbessern“. Dabei komme es auch darauf an, „Sicherheit und Zuwanderung in Verbindung zu bringen“, betonte Scheuer. „Wir müssen die Kontrolle über die Sicherheitslage herstellen.“

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Julia Klöckner

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Klöckner hält die Forderung von CSU-Chef Seehofer nach einer Obergrenze für Flüchtlinge für hilflos. „Selbst eine Obergrenze gewährleistet doch nicht, dass nur Heilige unter den Flüchtlingen wären“, sagte Klöckner am Mittwoch. Klöckner kritisierte ferner scharf die rechtspopulistische Alternative für Deutschland. Deren nordrhein-westfälischer Landeschef Marcus Pretzell hatte die Kanzlerin für das Attentat in Berlin verantwortlich gemacht. „Wer Angela Merkel persönlich die Schuld für den Anschlag gibt, sie „ihre Toten“ nennt, ist geschmack- und respektlos. Ich habe den Eindruck, die AfD hat nur darauf gewartet, dass etwas in Deutschland passiert, um perfide Kapital daraus zu schlagen.“

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Thomas Strobl

Baden-Württembergs Innenminister Strobl (CDU) warnt vor voreiligen politischen Schlüssen. „Wir sollten zunächst immer die Ermittlungsbehörden ihre Arbeit machen lassen“, sagte er dem SWR am Mittwoch. „Wenn dann Ergebnisse vorliegen, die belastbar sind, dann kann man eine faktenbasierte Diskussion führen.“ Zu Seehofers Äußerung sagte er: „Das war gestern nicht sehr klug, über eine Person zu spekulieren, von der sich dann herausstellt, dass sie mit der Tat gar nichts zu tun hat.“ Bei den Forderungen der CSU sehe er generell aber viele Gemeinsamkeiten zu seinen eigenen Vorschlägen. Strobl hatte zuletzt wegen seiner Vorschläge zum Umgang mit abgelehnten Asylbewerbern Diskussionen ausgelöst.

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Heiko Maas

Bundesjustizminister Maas hat zu Besonnenheit in der politischen Debatte über Konsequenzen gemahnt. „Wir müssen alles tun, um diesen abscheulichen Anschlag aufzuklären. Der oder die Täter müssen mit der ganzen Härte des Rechtsstaates zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch. Die beste Antwort auf den Hass von Terroristen sei der wehrhafte Rechtsstaat. „Niemand sollte versuchen, dieses abscheuliche Verbrechen für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren. Wer es dennoch tut, entlarvt sich selbst als verantwortungslos.“

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Michael Müller

Berlins Regierender Bürgermeister Müller (SPD) ist bemüht, die Bevölkerung zu beruhigen. „Man muss keine Angst haben. Das wäre ja jetzt fatal, wenn man sich zu Hause einschließt und nicht mehr rausgeht“, sagte er am Mittwochvormittag im ZDF-„Morgenmagazin“. Dafür geben es auch keinen Anlass. „Es ist richtig, dass wir auch darauf aufmerksam machen, dass wir eine angespannte Situation haben, dass man wachsam sein sollte.“ Die Polizeipräsenz sei an „entsprechenden Punkten“ deutlich erhöht worden. Außerdem seien Maßnahmen getroffen worden, um den Täter schnell zu finden. Man könne sich weiterhin gut bewegen in Berlin.

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John B. Emerson

"Wir empfehlen unseren Staatsbürgern nicht, sich von Europa, Deutschland, Berlin oder von Weihnachtsmärkten fernzuhalten“, sagte der amtierende US-Botschafter John B. Emerson im Gespräch mit Journalisten des Handelsblatts und der WirtschaftsWoche. „Diese schreckliche Tragödie sollte nicht dazu führen, dass sich die Menschen in ihren Häusern verriegeln und Weihnachten nicht so feiern, wie sie es feiern wollen“, so Emerson weiter. Er rate jedoch jedem, aufmerksam und wachsam zu sein. Deutschland stünde schon seit Jahren unter Terrorgefahr – und habe eher Glück gehabt. Immer wieder seien Anschläge vereitelt worden. Nur das „Ausmaß und der Erfolg“ seien jetzt neu. Je mehr Freiheiten sich eine Gesellschaft erlaube, umso höher sei eben das Risiko. „Das ist aber ein Risiko, dass es wert ist, dass wir es eingehen weil wir unsere Freiheiten wertschätzen“.

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US-Präsident Barack Obama

Der amerikanische Präsident Barack Obama sprach nach Angaben des Präsidialamts am Montagabend mit Merkel. Er habe ihr Unterstützung nach "dem fürchterlichen mutmaßlichen Terrorangriff" angeboten.

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Angela Merkel

Die Bundeskanzlerin ist bestürzt über den Anschlag. „Dies ist ein sehr schwerer Tag. Ich bin wie Millionen von Menschen in Deutschland entsetzt, erschüttert und tief traurig über das, was gestern Abend am Berliner Breitscheidplatz geschehen ist.“ In einer kurzen Ansprache erklärte sie am Dienstagvormittag, es „wäre widerlich“ gegenüber den helfenden und Schutz bietenden Bundesbürgern, wenn es sich um einen Terrorschlag handelte. Gleichzeitig räumte die Kanzlerin ein, dass sie „eine einfache Antwort auch nicht“ habe. Vielmehr will Merkel auf europäischer und nationaler Ebene Maßnahmen gegen künftige Terroranschläge beraten.

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Martin Schulz

EU-Parlamentspräsident Schulz hat nach dem mutmaßlichen Terroranschlag von Berlin Geschlossenheit angemahnt. „Es ist unsere Pflicht, in Einigkeit und Solidarität zusammenzustehen: Mit den Opfern, ihren Familien und den Verletzten“, wird Schulz am Dienstag auf dem Twitter-Profil des Europäischen Parlaments zitiert. „Wir müssen stark hinter den Werten stehen, die unsere Nationen untermauern: Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Das sind die Werte, die die Terroristen verachten und die sie versuchen zu zerstören. Wir dürfen und werden uns nicht beugen.“

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Norbert Lammert

Bundestagspräsident Norbert Lammert warnt vor voreiligen Schuldzuweisungen und den Ruf nach scheinbar einfachen Lösungen. "Wer solche öffentlichen Erklärungen abgibt, zum Teil nur kurze Zeit nach dem Anschlag, will keinen Beitrag zur Lösung eines Problems leisten, sondern den Anschlag für eigene Zwecke nutzen", erklärt Lammert.

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UN-Generalsekretär Ban Ki Moon

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilt den "terroristischen Anschlag" in Berlin. Der Generalsekretär hoffe, dass jeder, der an dieser abscheulichen Tat beteiligt war, rasch zur Rechenschaft gezogen werde, teilen die UN mit.

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Papst Franziskus

Die Nachricht über die Gewalttat habe tiefe Betroffenheit ausgelöst, hieß es in einem Telegramm des Vatikans an den Berliner Erzbischof Heiner Koch am Dienstag. „Papst Franziskus verbindet sich mit allen Menschen guten Willens, die dafür arbeiten, dass der mörderische Wahnsinn des Terrorismus keinen Platz in unserer Welt hat“, hieß es darin. Das katholische Kirchenoberhaupt bete für die Verstorbenen und für die Genesung der Verletzten.

Foto: dpa

Joachim Herrmann

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat eine Überprüfung der deutschen Flüchtlingspolitik gefordert. „Wenn sich bestätigen sollte, dass dieser Anschlag von jemandem verübt worden ist, der als Asylbewerber ins Land eingereist ist, dann muss das in Berlin schon noch mal zu einem grundsätzlichen Nachdenken darüber führen, wie diese ganze Flüchtlingsaufnahme gestaltet wird“, sagte Herrmann dem Hörfunksender Antenne Bayern. Es sei naheliegend, dass durch die große Zahl von Flüchtlingen viele Personen eingereist seien, deren Hintergründe nicht bekannt seien. „Meines Erachtens wird dann schon auch die Frage sein, ob wir das wirklich so weiterlaufen lassen können“, sagte der Innenminister. Dem Bayerischen Rundfunk sagte Herrmann, der Bevölkerung könne nicht zugemutet werden, „das jetzt einfach weiter so laufen zu lassen, dass wir ein erhöhtes Anschlagsrisiko von Personen haben, die aus einem radikalen Islamismus-Verständnis heraus solche Anschläge begehen“.

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Joachim Gauck

Bundespräsident Joachim Gauck zeigt sich erschüttert. „Das ist ein schlimmer Abend für Berlin und unser Land, der mich wie zahllose Menschen sehr bestürzt“, sagt er. „Auch wenn wir noch nicht viel über die Hintergründe des schrecklichen Geschehens auf dem Berliner Weihnachtsmarkt wissen: Ich bin in Gedanken bei den Opfern, bei ihren Angehörigen, bei allen Menschen, die um Familienangehörige oder Freunde fürchten. Und ich danke den Helfern und Sicherheitskräften für ihren Einsatz.“

Foto: dpa

Reinhard Marx

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sagte: „Es wäre verheerend, wenn wir jetzt sagen: Aha, jetzt sehen wir es - die Flüchtlinge sind schuld. Wir dürfen diesen Terroristen nicht noch einen nachträglichen Erfolg verschaffen, indem wir gegeneinander lostreten, indem wir nicht zusammenhalten, indem wir unbesonnen und mit Hass im Herzen die Dinge angehen.“

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Michael Müller

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sagt am Ort des Geschehens: „Es ist einfach furchtbar, das hier zu sehen.“ Es sei „sehr bedrückend, ein Schock, weil wir immer gehofft haben, dass wir diese Situation in Berlin nicht haben werden. Die Lage hier vor Ort ist unter Kontrolle.“ „Es ist mal wieder ein Anschlag auf unser aller Freiheit, unser Leben - und es hätte tatsächlich auch jeden treffen können. Dieses Mal wird das Brandenburger Tor in unseren eigenen Farben angestrahlt werden.“

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Donald Trump

Der zukünftige US-Präsident Donald Trump spricht auf Twitter von „Terroranschlägen“ in Deutschland, der Türkei und der Schweiz. „Die zivilisierte Welt muss umdenken!“, erklärt er.

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Steffen Seibert

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nach Angaben ihres Sprechers Steffen Seibert mit dem Innenminister und dem regierenden Bürgermeister in Kontakt. „Wir trauern um die Toten und hoffen, dass den vielen Verletzten geholfen werden kann“, twittert Seibert.

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Jean-Claude Juncker

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat nach dem möglichen Anschlag in Berlin sein Mitgefühl ausgedrückt. „Meine Gedanken und die der gesamten Europäischen Kommission sind bei den Familien und Angehörigen all jener, die in Berlin getötet und verletzt wurden“, teilte Juncker mit. „Diese Nachricht erschüttert uns umso mehr, weil sie dort zusammengekommen waren, um die Vorweihnachtszeit zu feiern, die viele mit Besinnlichkeit und Frieden verbinden. Wir sind mit den Opfern in tiefer Trauer verbunden.“

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Christian Kern

Mit Entsetzen haben Österreichs Spitzenpolitiker auf den möglichen Anschlag in Berlin reagiert. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) erklärte via Twitter, seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen: „Nach genauer Analyse brauchen wir besonnene, konsequente Antworten.“

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Donald Tusk

EU-Ratspräsident Donald Tusk hat Deutschland die Hilfe der Europäischen Union angeboten. „Tief ergriffen von den Neuigkeiten von Weihnachtsmarkt #Breitscheidplatz. Meine Gedanken sind mit den Opfern. Europa ist bereit zu helfen“, erklärte Tusk über Twitter

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Frank-Walter Steinmeier

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zeigt sich tief erschüttert über die „schrecklichen Nachrichten“ aus Berlin. „Viele Menschen, die heute Abend den Weihnachtsmarkt besucht haben, sind ums Leben gekommen, noch mehr wurden verletzt“, erklärt er. „Wir wissen noch nicht mit Gewissheit, was heute Abend wirklich geschehen ist. Die Sicherheitsbehörden arbeiten mit Hochdruck daran, die Unglücksstelle zu sichern und die Täter zu finden.“

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Federica Mogherini

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini zeigt sich erschüttert. „Europa einmal mehr getroffen“, twittert sie. „Unsere Gedanken sind bei allen Opfern und ihren Familien“.

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Thomas de Maiziere

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere bietet dem Land Berlin jegliche Unterstützung durch die Bundespolizei an. „Ich wurde unmittelbar nach dem schrecklichen Vorfall auf dem Berliner Weihnachtsmarkt unterrichtet“, erklärt der Minister. „Meine Gedanken sind jetzt bei den Angehörigen der Opfer und den Verletzen des schrecklichen Vorfalls.“

Foto: dpa

Sigmar Gabriel

SPD-Chef Sigmar Gabriel twitterte: „Wir trauern. Unsere Gedanken sind bei den Opfern in Berlin und ihren Angehörigen.“

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Thomas Oppermann

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann twitterte: „Bin entsetzt und schockiert. Meine Gedanken sind bei den Toten und ihren Angehörigen. Das ist ein grauenhafter Anschlag.“

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++ 9.42 Uhr ++

Ein Bruder des Terrorverdächtigen Anis Amri hat diesen zur Aufgabe aufgerufen. „Ich bitte ihn, sich der Polizei zu stellen“, sagte Abdelkader Amri der Nachrichtenagentur AP. Die Familie im tunesischen Oueslatia sei erschüttert über die Nachrichten von dem Anschlag. „Wenn bewiesen wird, dass er verwickelt war, sagen wir uns von ihm los“, sagte Abdelkader Amri. Möglicherweise sei sein Bruder in einem italienischen Gefängnis radikalisiert worden, wo er eingesessen habe, nachdem er Tunesien verlassen hatte.

++ 9.18 Uhr ++

SPD-Vize Ralf Stegner hat Unionsforderungen nach einer härteren Asylpolitik eine Absage erteilt. „Zu glauben, man kann mit ein bisschen Härte und Stammtischgeschwätz etwas bewirken, das ist wirklich großer Unsinn“, sagte Stegner im ZDF-„Morgenmagazin“. Zuvor hatte CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach der SPD vorgeworfen, die Einführung von Transitzonen zu blockieren. Transitzonen seien mit dem deutschen Asylrecht nicht vereinbar, betonte Stegner.

++ 9.18 Uhr ++

Die dänische Polizei hat eine Fähre nach dem Terrorverdächtigen Anis Amri durchsucht. Die Behörden seinen einem Hinweis nachgegangen, demzufolge sich der gesuchte Mann auf dem Schiff von Grenaa in Jütland nach Schweden befinden könne, teilte die Polizei mit. Die Fahnder hätten aber keine Hinweise auf Amris Anwesenheit gefunden.

Tatverdächtiger zu Anschlag in Berlin

Was über Anis Amri bekannt ist

++ 8.08 Uhr ++

Der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Stephan Mayer, fordert eine Verlängerung der Abschiebehaft. Über den gesuchten Amri sagt Mayer dem rbb-Inforadio: "Er war sogar in Abschiebehaft, musste nach einem Tag wieder entlassen werden."

++ 7.28 Uhr ++

CDU-Vize Armin Laschet sieht im Fall des gesuchten Tunesiers schwere Mängel der Behörden. Wie diese hier gearbeitet hätten, könne einen nur erschüttern, sagt Laschet im "Deutschlandfunk". Dass der Gesuchte als sogenannter Gefährder bekannt gewesen sei, sich aber der Kontrolle habe entziehen können, könne man auf keinen Fall akzeptieren.

Terror in Deutschland

Worüber wir wirklich nachdenken sollten

von Sven Prange

++ 7.26 Uhr ++

Polizisten haben im nordrhein-westfälischen Emmerich eine eine Flüchtlingsunterkunft durchsucht. Schätzungsweise 100 Beamte waren beteiligt, darunter Spezialeinsatzkräfte. Über das Ergebnis war zunächst nichts bekannt. Ein Sprecher der Polizei wollte sich zu der Durchsuchungsaktion nicht näher äußern und verwies auf den Generalbundesanwalt. Aus Karlsruhe war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

++ 7.10 Uhr ++

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann erneuert im Interview mit der "Passauer Neuen Presse" seine Forderung nach Transitzentren, um die Herkunft von Flüchtlingen zweifelsfrei zu klären. Es gebe zu viele Menschen, deren Identität man noch immer nicht zweifelsfrei kenne, sagt der CSU-Politiker. Viele hätten keine richtigen Ausweispapiere.

++ 6.32 Uhr ++

Unter den Todesopfern des Anschlags ist auch eine israelische Frau. Dies bestätigte ein Sprecher des israelischen Außenministeriums. Die israelische Botschaft kümmere sich um die Überführung der Leiche in die Heimat. Die Frau war mit ihrem Mann auf dem Weihnachtsmarkt gewesen und nach dem Anschlag am Montagabend als vermisst gemeldet worden. Ihr Mann, ebenfalls israelischer Staatsbürger, wurde bei der Attacke schwer verletzt.

++ 5.30 Uhr ++

Trotz des Anschlags rechnet der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, nicht mit starkem Polizeischutz für Weihnachtsgottesdienste. In einem Interview der Deutschen Presse-Agentur sagte er: „Ich glaube auch, dass man in Deutschland so viele Menschenansammlungen hat, dass es gar nicht möglich wäre, auf diesem Wege Sicherheit zu erzeugen, dass man überall Polizei postiert.“ Der bayerische Landesbischof lobte zugleich die Reaktionen von Politikern auf das Attentat.

++ Aus der Nacht zu Donnerstag +++

Im Berliner Stadtteil Kreuzberg überprüfte ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei am Mittwochabend einen Mann, bei dem es sich aber nicht um Amri handelte.

Die Sicherheitsbehörden tauschten nach Worten von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) ihre Erkenntnisse über Amri im gemeinsamen Terrorabwehrzentrum aus, zuletzt im November 2016. Laut „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR tauchte er im Dezember unter. Demnach hatte er Kontakte zum Netzwerk des kürzlich verhafteten Hildesheimer Predigers Abu Walaa, den Jäger früher einmal als „Chefideologen“ der Salafisten in Deutschland eingestuft hatte.

AP, dpa, rtr, kjo, jci
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