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Kampf gegen ÜbernahmeAkzo will seine Chemiesparte abspalten

Der niederländische BASF-Konkurrent Akzo Nobel wehrt sich gegen eine Übernahme. Nun soll das Geschäft in Spezialchemie abgespalten werden - es bringt ein Drittel des Umsatzes und des Gewinns. 19.04.2017 - 11:54 Uhr

Akzo Nobels Logo in Amsterdam.

Foto: REUTERS

Der niederländische Farbenhersteller Akzo Nobel plant im Kampf gegen eine Übernahme durch den US-Rivalen PPG eine Abspaltung seiner Chemiesparte. Der Unternehmensteil solle innerhalb der nächsten zwölf Monate verkauft oder an die Börse gebracht werden, teilte Akzo am Mittwoch bei der Vorstellung seiner Quartalszahlen mit.

Das Geschäft mit Spezialchemikalien sorgt bei Akzo für ein Drittel des Umsatzes und des Gewinns. Analysten sehen ihren Wert bei rund acht Milliarden Euro. Übrig bleibt das Geschäft mit Farben und Lacken, in dem das Unternehmen Weltmarktführer ist. Die Aktionäre umgarnt Akzo mit einer Ausschüttung von 1,6 Milliarden Euro, worin eine Sonderdividende von einer Milliarde Euro enthalten ist.

"Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um zwei fokussierte, leistungsstarke Geschäfte zu schaffen," sagte Vorstandschef Ton Büchner. Diese Strategie werde für die Aktionäre erheblichen Mehrwert schaffen mit deutlich geringeren Risiken und Unwägbarkeiten im Vergleich zu Alternativen wie ein Verkauf an PPG. Akzo hat bereits zwei Mal ein Angebot der Amerikaner abgelehnt. Auch die jüngste Offerte über 24,6 Milliarden Euro hatte Büchner als zu niedrig bezeichnet.

Neben erheblichen wettbewerbsrechtlichen Bedenken drohe ein massiver Stellenabbau. Für seine ablehnende Haltung hatte Akzo Kritik von Investoren einstecken müssen. Diese hatten das Management aufgefordert, Gespräche mit PPG aufzunehmen. Zudem fordern die Investoren eine außerordentliche Hauptversammlung sowie die Abberufung von Aufsichtsratschef Antony Burgmans.

Akzo gehört zu den größten Firmen der Niederlande. Der Konzern ist nach eigenen Angaben weltweit führender Hersteller von Farben und Lacken wie etwa die Marke Dulux und beschäftigt weltweit rund 46.000 Mitarbeiter, davon etwa 2600 in Deutschland.

Die Geschäfte von Akzo liefen im ersten Quartal überraschend gut. Der Umsatz erhöhte sich um sieben Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn legte um 13 Prozent auf 376 Millionen Euro zu - deutlich mehr als Analysten erwartet hatten. Dabei profitierte Akzo sowohl von höheren Verkaufszahlen als auch von Kostensenkungen. "Sämtliche Geschäftsbereiche weisen bedeutende Fortschritte auf", urteilte Finanzchefin Maëlys Castella. Für das laufende Jahr rechnet Akzo mit einem Gewinnwachstum von 100 Millionen Euro. 2016 lag der Gewinn bei 1,5 Milliarden Euro.

rtr
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