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Amazon-CEO Jeff WilkeAmazon Fresh will in Deutschland mit lokalen Händlern kooperieren

Amazon schickt Amazon Fresh in Deutschland an den Start, zunächst in Berlin und Potsdam. CEO Wilke kündigt an, dass der Service in Deutschland beim Verkauf von Frischware mit lokalen Händlern kooperieren will.Matthias Kamp 04.05.2017 - 09:25 Uhr

Amazon bringt seinen mit Spannung erwarteten Online-Supermarkt nach Deutschland. Seit Donnerstag ist Amazon Fresh in Teilen Berlins und Potsdams verfügbar. Der weltgrößte Online-Händler wird stationären Geschäften mit einer breiten Auswahl aus 85.000 Artikeln und kurzen Lieferzeiten Konkurrenz machen. Wie die WirtschaftsWoche erfuhr, plant das Unternehmen aber auch, mit lokalen Händlern vor Ort zusammenzuarbeiten.

Foto: dpa

Bestellungen bis 12 Uhr mittags sollen noch am selben Tag geliefert werden. Bei einer Bestellung bis 23 Uhr wird die Ware am kommenden Tag in einem ausgewählten Zwei-Stunden-Fenster zugestellt.

Foto: Amazon

Die Bestellung beim neuen Online-Supermarkt kann auch mobil über die Amazon App aufgegeben werden.

Foto: Amazon

Zum Sortiment gehören neben frischem Fleisch, Obst und Gemüse sowie gekühlte Artikel. Der Service steht nur Kunden des kostenpflichtigen Abo-Dienstes Amazon Prime zur Verfügung.

Foto: Amazon

Nach einem kostenlosen Probemonat zahlen Prime-Kunden zusätzlich 9,99 Euro monatlich. Dafür können sie unbegrenzt viele Fresh-Lieferungen ab einem Mindesteinkaufswert von 40 Euro bestellen.

Foto: WirtschaftsWoche

„Wir wollen die Kunden in die Lage versetzen, einen kompletten Wocheneinkauf inklusive frischer und gekühlter Ware von zuhause erledigen zu können“, sagte der Deutschlandchef von Amazon Fresh, Florian Baumgartner. Vor einer Ausweitung in weitere Städte solle der Dienst auch durch Feedback der Nutzer verbessert werden, sagte Baumgartner. „Die Messlatte im Lebensmittelhandel liegt enorm hoch. Wir wollen uns die Zeit nehmen und starten mit einem sehr umfangreichen Sortiment auf einem begrenzten Gebiet.“

Foto: Amazon

Über einen Start von Amazon Fresh in Deutschland wurde schon lange spekuliert. Der deutsche Lebensmittelhandel gilt bereits als hart umkämpft und allgemein wird erwartet, dass Amazon die Branche weiter unter Druck setzen kann.

Foto: Amazon

In Berlin kommen in das Angebot von Amazon Fresh zusätzlich Artikel von zunächst 25 lokalen Geschäften wie der Kaffeerösterei Sagers, dem Feinkosthandel Lindner oder dem Schokoladenhaus Rausch.

Foto: Amazon

Amazon-CEO Jeff Wilke bestreitet, dass der Verkauf von frischen Lebensmitteln durch den US-Konzern in Deutschland das Geschäft lokaler Einzelhändler beeinträchtigt. „Ich denke, dass es in Deutschland wie auch in den USA genug Platz für mehrere Anbieter und ganz unterschiedliche Formate gibt“, sagte der bei Amazon für das Konsumentengeschäft zuständige CEO der WirtschaftsWoche.

Außerdem werde Amazon mit vielen Anbietern kooperieren. „Mit Amazon Fresh können Kunden beispielsweise auch Waren lokaler Händler ordern, wir liefern sie dann mit ihrer Bestellung aus“, sagte Wilke.

Damit Fleisch, Salat oder Gemüse in Top-Qualität ausgeliefert wird, setzt Amazon auf Künstliche Intelligenz. „ Heute helfen uns Maschinen bereits dabei, den Frischegrad von Erdbeeren zu bestimmen“, so Wilke. Lebensmittel auszuliefern, sei nicht so einfach. „Wir müssen uns sicher sein, dass sie jederzeit in hoher Qualität beim Kunden ankommen. Sonst funktioniert das ganze Konzept nicht“, sagte Wilke.

Der Konzern schickt seinen Service Amazon Fresh am Donnerstag in Deutschland an den Start, zunächst in Berlin und Potsdam. In Großbritannien und den USA verkauf Amazon schon seit einiger Zeit frische Lebensmittel.

Angriff auf Supermärkte

Amazon Fresh startet in Berlin und Potsdam

Dass der Konzern aus Seattle wegen seiner wachsenden Marktmacht Probleme mit Regierungen und Wettbewerbshütern bekommt, glaubt Wilke nicht. „Weltweit geben sehr viele Menschen Geld für Dinge aus, die wir verkaufen“, sagte der Amazon-CEO. Trotzdem habe Amazon im globalen Einzelhandel gerade mal einen Anteil von einem Prozent. Wilke: „Es gibt ganz viel Platz für ganz viele Gewinner, Handel ist kein Fußballspiel, das nur einer gewinnt.“

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