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Hohe ImmobilienkreditePlatzt die Blase in Australien?

Die Ratingagentur Moody’s stuft die vier größten australischen Banken ab, weil sie zu stark auf Immobilienkredite setzen. Die Australier haben es beim Hauskauf wohl etwas übertrieben.Andreas Toller 20.06.2017 - 13:05 Uhr

Sydney: Seit Beginn des Jahrzehnts sind die durchschnittlichen Immobilienpreise um knapp 60 Prozent gestiegen.

Foto: dpa

Australien geht es gut: Erst kürzlich feierte das riesige Land sein 26. Jahr in Folge ohne Rezession, im World Happiness Report behaupteten die Australier ihren Platz unter den Top Ten der glücklichsten Länder weltweit und der Global Wealth Report der Credit Suisse zählt Australien zu den wohlhabendsten Ländern des Planeten. Mehr als 55 Prozent der Bevölkerung verfügt über ein Vermögen von mehr als 100.000 US-Dollar, nur elf Prozent haben weniger als 10.000 US-Dollar – beides sind Spitzenwerte im weltweiten Vergleich.

Allerdings ziehen ein paar Wolken am australischen Himmel auf: Die internationalen Ratingagenturen sorgen sich um die Banken in Down Under. Die Bonitätsprüfer von Moody’s gaben am Montag bekannt, dass sie die Note für die Kreditwürdigkeit der vier größten Banken des Landes um eine Stufe auf Aa3 senken. Vor einem Monat hatte bereits Konkurrent S&P nahezu alle australischen Großbanken heruntergestuft – bis auf ausgerechnet jene vier größten Banken des Landes, über die nun Moody’s den Daumen gesenkt hat. Der australische Dollar sank direkt um ein halbes Prozent gegenüber dem US-Dollar.

Was ist geschehen? Die Ratingagenturen sorgen sich zunehmend über die hohen Immobilienpreise im Land und damit einhergehend über die sehr hohe Privatverschuldung der Australier. „Die Risiken im Zusammenhang mit dem Immobilienmarkt sind in den vergangenen Jahren rasant gestiegen“, hieß es bei Moody’s dazu. In den Großstädten, allen voran in Sydney, sind die Immobilienpreise zuletzt immer schneller gestiegen. Viele Immobilienkäufer müssen für eine Bleibe in Sydney leicht eine Million australischer Dollar hinblättern, umgerechnet mehr als 680.000 Euro.

Platz 9 – Schweden

Schweden verbessert sich um einen Rang und belegt nun Platz neun. Deutschland schafft es wieder einmal nicht unter die Top Ten, verbessert sich im Vergleich zum Vorjahr aber leicht - und landet nun auf Platz 15.

Foto: dpa

Platz 10: Australien

Sonne, Kängurus und eine schicke Oper: Australien belegt im aktuellen „World Happiness Report“ der Vereinten Nationen Platz zehn. Australien ist eines von drei nicht-europäischen Ländern in den Top Ten. Die USA rutschen im ersten Amtsjahr von Präsident Donald Trump um vier Plätze ab auf Rang 18.

Foto: dpa

Platz 8: Neuseeland

Seit zwei Jahren stabil: Neuseeland sichert sich auch 2018 den achten Platz. Mike Wiking, Leiter des Reports, betont, dass die Mischung aus persönlicher Freiheit und sozialer Sicherheit dem Glücksgefühl der Menschen zugrunde liegt.

Foto: dpa

Platz 7: Kanada

Kanada bleibt wie im Jahr 2017 auf Platz sieben. Im Jahr 2015 schaffte es das Land noch auf Platz fünf.

Foto: REUTERS

Platz 6: Niederlande

Der sechste Platz geht auch in diesem Jahr wieder an unsere Nachbarn: Die Niederlande verteidigen ihre Glücks-Position.

Foto: dpa

Platz 1: Finnland

Der neue Sieger des Rankings heißt Finnland. Erstmals wurde für den Report in 117 Ländern auch gezielt die Zufriedenheit von Einwanderern abgefragt. Und hier schneidet Finnland ebenfalls besonders gut ab: Die etwa 300.000 Migranten und Bürger mit Migrationshintergrund in dem Land sind laut dem Report die glücklichsten Einwanderer der Welt. Die größten Migranten-Gruppen in Finnland kommen aus anderen europäischen Ländern, sowie aus Afghanistan, China, dem Irak und Somalia.

Foto: rtr

Platz 5: Schweiz

Platz 5 für die die Schweiz im Gesamtranking, Platz 1 unter den nicht-nordischen Staaten. Auffällig ist, dass die Besten im Glücks-Ranking zugleich diejenigen Staaten sind, in denen die meisten Steuern gezahlt werden müssen.

Foto: dpa

Platz 4: Island

Island mit seinen gerade einmal knapp 350.000 Einwohnern ist das viertglücklichste Land der Welt.

Foto: AP

Platz 3: Dänemark

Dänemark war drei Jahre in Folge auf dem Spitzenplatz im Weltglücksbericht. 2017 reichte es für die Skandinaven dann schon "nur" noch für Platz zwei, 2018 müssen sich die Dänen mit dem dritten Rang begnügen.

Foto: dpa

Platz 2: Norwegen

Auch für Norwegen geht es einen Platz abwärts, in diesem Jahr reicht es "nur" noch für Platz 2 im Glücks-Ranking: Denn die Norweger müssen 2018 einem anderen Volk aus dem Norden weichen.

Foto: rtr

Überschuldete Australier, Klumpenrisiken in Großbanken

Die steigenden Immobilienpreise wären nicht so schlimm, wenn die Einkommen der Australier mit gestiegen wären. Weil aber Löhne und Gehälter stagnieren, stieg mit den Immobilienpreisen auch die private Verschuldung. Die Schulden der Haushalte wuchsen so auf 189 Prozent des verfügbaren Einkommens – und damit einen der höchsten Werte im weltweiten Staatenvergleich.

Mit dem Anstieg der Immobilienpreise vergaben Australiens Banken auch immer höhere Baudarlehen. Sie machen inzwischen 60 Prozent aller von Banken vergebenen Kredite aus. Zwar haben die Banken inzwischen auf Druck der Regierung die Kreditvergaberichtlinien verschärft, dennoch befürchten die Ratingagenturen massive Probleme der Geldinstitute, sollte der Zins eines Tages wieder steigen. Dann dürften viele Immobilienkredite notleidend werden, was wiederum die Banken in die Bredouille bringen könnte.

S&P hatte vor einem Monat noch auf die Herabstufung der vier größten Banken des Landes verzichtet, weil die Analysten davon ausgingen, dass diese Banken aufgrund ihrer Systemrelevanz von der Regierung gerettet würden. So optimistisch ist Moody’s aber offenbar nicht.

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Geraten die Banken in Schwierigkeiten, wird auch die Börse in Sydney massiv abstürzen. Im wichtigen Börsenindex ASX50 mit den fünfzig größten börsennotierten Unternehmen Australiens sind allein fünf Großbanken unter den Top Ten nach Marktkapitalisierung (siehe Chartgalerie).

Anders als in den USA 2008 platzte die Immobilienblase in Australien nie, weil vor allem Investoren aus China den dortigen Markt als sicheren Hafen verstanden. Inzwischen bereitet neben den hohen Schulden auch das hohe Handelsbilanzdefizit Sorgen. Sollte es zum Platzen der Immobilienblase kommen, dürfte es schmerzhaft werden - für Immobilieneigner, Banken und Anleger.

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