BrandIndex: Der Geheim-Favorit der Technik-Shopper im Netz
Am Anfang warb Redcoon aggressiv, manchmal geschmacklos, was zu einer Rüge wegen Sexismus führte.
Foto: obsGeld-zurück-Garantie gab's leider nicht. MediaSaturn war nicht zufrieden mit dem Kauf von Redcoon, aber die Umtauschfrist war abgelaufen. 2011 hatte die Holding den Online-Shop Redcoon.de übernommen, 2017 wollte sie den Kauf rückgängig machen. In einer Zeit, als Mediamarkt und Saturn noch keine gut laufenden Online-Shops hatten, wollten sie sich mit Redcoon einen hinzukaufen.
Doch es war ein Verlustgeschäft – auch weil Verbraucher nie richtig warm wurden mit der Marke. Das zeigt der BrandIndex, der Markenmonitor von YouGov. Vielmehr noch weist er steigende Popularitätswerte für eine Marke aus, die MediaSaturn im Blick behalten sollte.
Man kann nicht sagen, dass MediaSaturn nicht versucht hätte, Redcoon zum Erfolg zu führen. Zumindest am Anfang warb Redcoon aggressiv, manchmal geschmacklos, was zu einer Rüge wegen Sexismus führte. Im BrandIndex sahen wir seinerzeit große Spitzen bei der Werbeaufmerksamkeit. Nur: Die liegen lange zurück. Nach dem Weihnachtsgeschäft 2014 wurde es ruhig um die Marke. MediaSaturn vernachlässigte sie sogar so sehr, dass ihre Bekanntheit sank. Zu Spitzenzeiten kannte fast jeder zweite Deutsche Redcoon zumindest dem Namen nach. Zuletzt war es nur noch jeder Dritte. Seit Anfang Mai ist Redcoon Geschichte.
Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis gibt's woanders
Mediamarkt und Saturn können sich nun ganz um ihre eigenen Marken kümmern. Und da gibt es genug zu tun. Saturn ist offensichtlich in Schwierigkeiten, hat sich aus vielen europäischen Märkten zurückgezogen. Deutsche Verbraucher bewerten Saturn im BrandIndex zwar recht positiv, doch die Unterscheidbarkeit von Mediamarkt ist gering. Wir tragen die Einschätzungen von Verbrauchern, die die Marken kennen, auf einer Skala auf, die 200 Punkte umfasst: von -100 bis +100 Punkten.
Mediamarkt und Saturn liegen in der Bewertung der Qualität, der Kundenzufriedenheit, der Weiterempfehlungsbereitschaft und des allgemeinen Eindrucks jeweils weniger als fünf Punkte auseinander. Die gute Nachricht: Beide erreichen die mit Abstand besten Werte bei reinen Elektro-Fachhändlern und liegen weit vor anderen im BrandIndex getrackten Marken wie Conrad, Expert oder Euronics.
Die schlechte Nachricht für Saturn: Wenn es um eine Kaufentscheidung geht, können Verbraucher die beiden Marken durchaus unterscheiden. Im Vergleich zu Mediamarkt geben nur etwa halb so viele Markenkenner an, sie würden am ehesten bei Saturn einkaufen.
Online sieht das kaum anders aus als offline. Doch wenn wir die Basis unserer Befragten auf diejenigen einschränken, die in den vergangenen drei Monaten Unterhaltungselektronik oder Handys tatsächlich im Internet gekauft haben, zeichnet sich ein aufstrebender Konkurrent für Mediamarkt und Saturn ab: Notebooksbilliger.de. Die Marke erreicht unter Online-Shoppern bei den meisten BrandIndex-Bewertungsfragestellungen, die sich auf Markeneigenschaften beziehen, ähnliche Werte wie Saturn.
Bei der Wahrnehmung des Preis-Leistungs-Verhältnisses liegt Notebooksbilliger.de sogar deutlich vorn. Durchatmen können Saturn und Mediamarkt nur, weil Notebooksbilliger.de bisher weniger als halb so vielen Deutschen bekannt ist wie die eigenen Marken.
Platz 15: docmorris.de
Die Versandapotheke DocMorris hat ihren Sitz zwar in den Niederlanden, liefert aber vor allem nach Deutschland. Im Ranking belegt sie mit 317,1 Millionen Euro Umsatz Platz 15.
(Quelle: EHI Retail Institute/Statista)
Foto: CLARK/obsPlatz 14: saturn.de
Der Elektronikriese Saturn hat 2016 338,4 Millionen Euro mit seinem Internetversand umgesetzt. Im Vergleich zu 2015 konnte Saturn den Umsatz seines Webshops verdoppeln. Im EHI-Ranking reicht das immerhin für Platz 14.
Platz 13: apple.com/de
Apple gilt als wertvollstes Unternehmen der Welt. In Deutschland muss es sich gemessen am Umsatz des eigenen Onlineshops (344,5 Millionen Euro) aber mit Platz 13 begnügen.
Platz 12: baur.de
Der zur Otto Group gehörende Onlineshop baur.de setzte 2016 352 Millionen Euro um. Kerngeschäft sind Mode, Einrichtungsartikel und Lifestyle.
Platz 11: hm.com/de
Das schwedische Modeunternehmen H&M belegt mit seinem Webshop im Ranking Platz 11. Im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit 372,9 Millionen Euro umgesetzt.
Platz 10: alternate.de
Alternate vertreibt in seinem Onlineshop beispielsweise PC-Zubehör, Software und Fernseher. 2016 hat Alternate damit 432,3 Millionen Euro Umsatz gemacht.
Platz 9: tchibo.de
Der Hamburger Kaffeeröster Tchibo verkauft seine Artikel auch im Internet erfolgreich. Mit 450 Millionen Euro Umsatz landet Tchibo auf dem neunten Platz. Der Umsatz blieb im Vergleich zum Vorjahr stabil.
Platz 8: conrad.de
Conrad Electronic betreibt neben einigen Filialen in Deutschland auch einen Internetversand. Der sorgte 2016 für einen Umsatz von 471,8 Millionen Euro – und liegt damit deutlich vor dem Konkurrenten Saturn.de.
Platz 7: cyberport.de
Das auf Unterhaltungselektronik spezialisierten Versandhaus Cyberport gehört zu Hubert Burda Media. Im zurückliegenden Geschäftsjahr erwirtschaftete es einen Umsatz von 517,4 Millionen Euro. Das reicht für Rang sieben.
Platz 6: mediamarkt.de
Bei MediaMarkt boomt das Internetgeschäft. Im Vergleich zum Vorjahr verdoppelte das Unternehmen den Umsatz des Onlineshops auf 532,8 Millionen Euro.
Platz 5: bonprix.de
Mit 586,6 Millionen Euro Umsatz belegt die Otto-Tochter Bonprix Platz 5. Der Onlineshop verkauft neben Bekleidung und Schuhen auch Einrichtung für die Wohnung.
Platz 4: notebooksbilliger.de
Wie schon im Vorjahr belegt notebooksbilliger.de Platz vier in der Statistik. Der Jahresumsatz des Versandhändlers: 706 Millionen Euro.
Platz 3: zalando.de
Mit Bekleidung und Schuhen hat der Versandriese Zalando 2016 1,12 Milliarden Euro Umsatz erzielt – allein in Deutschland. Damit belegt Zalando Platz drei im EHI-Ranking.
Platz 2: otto.de
Über Otto.de kauften die Deutschen im vergangenen Jahr am zweitmeisten ein. 2,7 Milliarden Euro Umsatz brachte das Geschäft ein.
Platz 1: amazon.de
Amazon konnte seinen Umsatzvorsprung 2016 weiter ausbauen. 8,1 Milliarden Euro spülte das deutsche Geschäft in die Kassen des Platzhirsches.