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Städteranking 2018Wo die digitalsten Firmen sitzen

Eine Analyse der Homepages von 600.000 deutschen Unternehmen zeigt: In Frankfurt befassen sich Firmen am häufigsten mit Digitalisierung und Industrie 4.0 – die rote Laterne geht an Bottrop.Bert Losse 26.11.2018 - 10:04 Uhr
Foto: imago images

Für Jens Südekum ist die Sache klar. „Für die Frage, ob eine Stadt arm oder reich ist, dürfte in wenigen Jahren die geografische Lage eine geringere Rolle spielen als die digitale Infrastruktur“, sagt der Regionalökonom von der Universität Düsseldorf. Im Zeitalter der Digitalisierung müsse „ein Start-up der IT-Branche nicht in Berlin sitzen, sondern kann sich auch in einem Dorf in Brandenburg niederlassen“.

Doch es sind nicht nur Glasfaserversorgung und schnelles Internet allein, die künftig zu einem zentralen Faktor für die Wirtschaftskraft einer Stadt oder Region werden. Es sind auch die Unternehmen selbst, beziehungsweise: ihr Geschäftsmodell in Zeiten von Industrie 4.0.

„Nur mit technologisch versierten, hochproduktiven und innovativen Unternehmen lässt sich die Zukunft von Regionen gestalten“, sagt der Ökonom Hanno Kempermann vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. Das Problem ist nur: Wie stark sich Betriebe auf den Megatrend der Digitalisierung einlassen und in ihre Produktion, Produkte und Planungen einfließen lassen, werde „regional nahezu gar nicht analysiert“.

In einem Gemeinschaftsprojekt haben die WirtschaftsWoche, die IW-Tochter IW Consult sowie der Immobiliendienstleister ImmobilienScout24 daher jetzt den Versuch unternommen, die „Industrie-4.0-Readiness“ der Unternehmen in deutschen Großstädten zumindest annäherungsweise zu bestimmen. Zu diesem Zweck analysierte der Datendienstleister beDirect in 71 kreisfreien Städten mit über 100.000 Einwohnern die Homepages von insgesamt 600.000 Unternehmen. Die Betriebe mit Website bilden rund 50 Prozent der Grundgesamtheit in den Städten ab. Da Industrie 4.0-affine Unternehmen grundsätzlich technologisch aufgeschlossen sind und dementsprechend eine Website haben dürften, ist in dieser Stichprobe mithin das Gros der relevanten Unternehmen enthalten.

Und so lief das Projekt ab: Die 600.000 Websites wurden per „Webcrawler“ nach Begriffen mit Bezug zu Industrie 4.0 durchsucht. Dazu zählten etwa Oberbegriffe wie Big Data, Augmented Reality, Cloud Computing, Smart Factory, Predictive Analytics oder Smart Services. Insgesamt flossen 25 solche Oberbegriffe sowie über 100 Synonyme in die Analyse ein (beim Oberbegriff 3D-Druck zum Beispiel „Laser-Sinter-Verfahren“). Sobald mindestens zwei dieser Begriffe auf einer Website auftauchten, bekam das Unternehmen das Siegel „Industrie 4.0-ready“.

Platz 10: Heidelberg

Die vielen Forschungscluster um die traditionsreiche Exzellenz-Uni herum sorgen fast automatisch für gute Aussichten. Die internationale Strahlkraft der 1386 gegründeten Alma Mater sichert den Zuzug internationaler Top-Leute.

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Quelle: Städteranking von WirtschaftsWoche, ImmobilienScout24 und der IW Consult Köln

Foto: AP

Platz 9: Regensburg

Der Zukunftsindex prüft, wie gut deutsche Großstädte auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet sind. Neben einer hohen Dichte an Forschungsinstituten und ausgeprägten Forschungsaktivitäten in den Unternehmen trägt auch ein hohes Maß an Industrie-4.0-affinen Branchen zur erfolgreichen Standortentwicklung bei. Genau das trifft auf Regensburg zu. In keiner anderen deutschen Großstadt ist der Anteil der Haushalte mit einer Breitbandverfügbarkeit von über 50Mbit/s höher als in der Universitätsstadt an der Donau.

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Foto: imago images

Platz 8: Karlsruhe

Und noch eine Platzierung, die den Erfolgsfaktor Uni belegt: Das Karlsruhe Institute of Technology, kurz KIT, gehört zu den deutschen Topadressen für Ingenieure und Naturwissenschaftler. Und das zahlt sich eben aus.

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Foto: imago images

Platz 7: Jena

Die bestplatzierte ostdeutsche Stadt im Ranking und die einzige in den Top Ten: Jena. Im Zukunftsindex 2018 punktet die Stadt vor allem mit der Anzahl der Forschungsinstitute im MINT-Bereich. Und auch bei der Akademikerquote rangiert die Heimat des Traditionsunternehmens Carl Zeiss weit oben.

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Platz 6: Ingolstadt

Was für eine Gesamtbilanz: Zweiter im Dynamikranking, zweiter beim Niveau – und auch in Sachen Zukunft schafft es Ingolstadt ohne Mühe unter die besten zehn.

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Platz 5: Wolfsburg

Und gleich noch ein Superlativ. In keiner anderen deutschen Großstadt ist die Forschungsstärke größer: Nirgendwo sammeln sich mehr Forschungs- und Entwicklungsangestellte, mehr Ingenieure je Einwohner und mehr Beschäftigte in Industrie-4.0-Branchen als in Wolfsburg. Bestens gerüstet für die Zukunft.

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Foto: dpa

Platz 4: München

Die TU und LMU München gehören zu den besten deutschen Unis. Selbst weltweit brauchen sie den Vergleich mit mancher Elite-Institution nicht zu scheuen. Das zusammen schlägt sich in einem guten vierten Platz nieder.

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Foto: dpa

Platz 3: Stuttgart

Bosch, Daimler und viele Mittelständler zeigen Wirkung: Mit fast 1700 Patentanmeldungen je 100.000 Einwohner ist Stuttgart der Tüftler- und Entdeckerstandort Nummer eins – und das mit weitem Abstand.

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Platz 2: Erlangen

Willkommen in der Hauptstadt der High-Potentials: 33,2 Prozent der Beschäftigen können hier einen akademischen Abschluss vorweisen. Das ist der unangefochtene Spitzenwert in Deutschland.

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Foto: imago images

Platz 1: Darmstadt

Für Darmstadt gilt, was auf alle Zukunftsstädte im Ranking zutrifft, die es auf Top-Positionen geschafft haben: sie verfügen über eine renommierte Universität oder Hochschule. Viel mehr noch: In keiner anderen deutschen Großstadt ist der Anteil der Hochschulabsolventen in MINT-Fächern höher. Darmstadt gilt als Zentrum eines europäischen Silicon Valleys, das sich in der Rhein-Main-Region angesiedelt hat.

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>> Die Top Ten im Dynamikranking
>> Die Top Ten im Niveauranking
>> Die Übersichtsseite zum Städteranking

Foto: imago images

Die Ergebnisse zeigen eine breite Streuung in Deutschland. An der Spitze der Tabelle steht die Unternehmerwelt von Frankfurt, gefolgt von Wolfsburg, Stuttgart, Darmstadt, Karlsruhe und München. Am Ende stehen Mülheim/Ruhr, Solingen, Fürth, Gelsenkirchen und Bottrop. Interessant ist auch der Vorjahresvergleich. Da war Bottrop zwar auch schon Letzter, an der Spitze stand da aber noch die VW-Stadt Wolfsburg. Und was insgesamt Hoffnung macht: In fast allen 71 getesteten Städten hat sich der Anteil der Industrie-4.0-affinen Betriebe in diesem Jahr erhöht.

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