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Nord StreamSchwesig: Wir lassen uns von den USA nicht erpressen

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern lehnt teures Frackinggas aus Amerika ab und fürchtet weitere Einmischung in andere Wirtschaftsbereiche.Daniel Goffart 16.08.2020 - 09:23 Uhr

Für Manuela Schwesig, in deren Bundesland die quer durch die Ostsee laufende Pipeline ankommt, berührt der Streit mit den USA eine grundsätzliche Frage internationaler wirtschaftspolitischer Zusammenarbeit.

Foto: dpa

Im Streit um den Weiterbau der deutsch-russischen Erdgaspipeline Nord Stream hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ein Nachgeben oder gar einen Verzicht auf die Gasleitung ausgeschlossen. „Ich habe deutlich gemacht, dass Mecklenburg-Vorpommern an dem Projekt festhält“, sagte Schwesig der Wirtschaftswoche. „Wir brauchen jetzt das klare Signal, dass Deutschland und Europa sich in dieser Frage nicht erpressen lassen“.

Für Schwesig, in deren Bundesland die quer durch die Ostsee laufende Pipeline ankommt, berührt der Streit mit den USA eine grundsätzliche Frage internationaler wirtschaftspolitischer Zusammenarbeit. „Es kann nicht sein, dass man uns in Deutschland und in Europa vorschreibt, woher und auf welchem Weg wir unsere Energie beziehen“, sagte die Ministerpräsidentin und stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende. „Das treibt irgendwann Blüten, wenn wir solche Einmischungen zulassen“, fürchtet sie. „Wer garantiert, dass der nächste Schritt dann nicht darin besteht, uns vorzuschreiben, welche Autos wir nutzen dürfen? Das geht gar nicht“, bekräftigt Schwesig.

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Das durch Nord Stream fließende Gas sei „unverzichtbar für den Übergang auf dem Weg zur erneuerbaren Energie“, sagte sie. Deutschland sei „richtigerweise“ dabei, aus der Atomkraft und der Kohle auszusteigen. „Die einzige Alternative wäre das Frackinggas aus Amerika, das zudem noch teurer wäre“. Schwesig setzt gemeinsam mit anderen norddeutschen Ländern darauf, den selbst produzierten Überschuss an Windstrom künftig stärker für die Produktion von grünem Wasserstoff zu verwenden. Da es Deutschland nicht genug Überlandtrassen gibt, um den gesamten Windstrom aus dem Norden abzutransportieren, sei die Produktion von Wasserstoff eine lohnende und strategisch wichtige Zukunftstechnik.

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