Ukraine-Krieg: Der Russland-Ukraine-Konflikt im Zeitverlauf
Der Russland-Ukraine-Konflikt in der Zusammenfassung bis zum aktuellen Stand.
Foto: APSeitdem sich in der Ukraine pro-westliche Kräfte durchsetzten, befindet sich das Verhältnis zu Russland im Krisenmodus. Nach der Einverleibung der Krim durch Moskau ist die aktuelle Eskalation ein weiterer Höhepunkt. Ein Machtwechsel in der Ukraine vor mehr als acht Jahren hat den Konflikt mit Russland entfacht. Seitdem verschärfte sich die Krise der Nachbarn immer weiter. Nach UN-Schätzungen sind bisher mehr als 14.000 Menschen gestorben, die meisten in den Separatistengebieten. Die wichtigsten Stationen in der Eskalationsspirale beginnend mit dem aktuellen Stand:
24. Februar 2022 – Russland startet Invasion in die Ukraine
Russland beginnt in der Nacht zum Donnerstag mit dem Einmarsch militärischer Truppen und Verbände in die Ukraine. Die Ukraine ruft das Kriegsrecht aus. Der Konflikt wird zum Krieg.
23. Februar 2022 – Ausnahmezustand in der Ukraine
Der ukrainische Sicherheitsrat kündigt die Ausrufung des Ausnahmezustands für das gesamte Land für 30 Tage an.
22. Februar 2022 – Strafmaßnahmen gegen Russland
Sowohl die USA als auch die EU und Verbündete verhängen Strafmaßnahmen gegen Russland. Berlin legt die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 für unbestimmte Zeit auf Eis. Andere Sanktionen zielen etwa auf Banken, Geschäftsleute und Entscheidungsträger, die die Politik Putins mittragen. Der Präsident selbst steht nicht auf der Liste. (Lesen Sie dazu auch: Haftet der Steuerzahler für den Stopp von Nord Stream?)
21. Februar 2022 – Putin erkennt Separatistengebiet als unabhängige Staaten an
Putin erkennt die selbst ernannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk als unabhängige Staaten an, tags darauf stimmt auch die Staatsduma zu. Zudem sollen russische Soldaten in die ostukrainischen Separatistengebiete entsandt werden.
19. Februar 2022 – Deutsche sollen Ukraine verlassen
Die Bundesregierung ruft alle Deutschen „dringend“ dazu auf, die Ukraine zu verlassen. Auch andere Staaten gehen diesen Schritt und rufen ihre Bürger zurück.
16. Februar 2022 – Entsendung weiterer Nato-Kampftruppen ins östliche Bündnisgebiet wird genehmigt
Die Nato-Verteidigungsminister billigen Vorbereitungen für eine Entsendung weiterer Kampftruppen ins östliche Bündnisgebiet. Neben den bisherigen Verbänden in Estland, Litauen, Lettland und Polen könnten sie etwa in Ost- und Südosteuropa stationiert werden.
15. Februar 2022 – Scholz warnt Putin vor Konsequenzen
Bundeskanzler Olaf Scholz droht während seines Treffens mit Putin in Moskau erneut mit weitreichenden Konsequenzen bei einem militärischen Vorgehen Russlands gegen die Ukraine. Das russische Parlament fordert Putin derweil auf, die ukrainischen Separatistengebiete als eigenständige „Volksrepubliken“ anzuerkennen.
Januar 2022 – Diplomatische Schlichtungsversuche bleiben ergebnislos
Diplomatische Versuche auf verschiedenen Ebenen, beispielsweise über bilaterale US-Russland-Gespräche, den Nato-Russland-Rat oder ein Treffen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), bringen weiterhin keine Lösung. Die Lage bleibt angespannt.
Dezember 2021 – Deutschland liefert Ukraine weiterhin keine Waffen
Die Ukraine wirft Deutschland eine Blockade bei Waffenlieferungen vor, Berlin bleibt bei seinem Nein. Russland fordert von der Nato erneut: Die Ukraine dürfe kein Mitglied werden.
November 2021 – Russische Truppenstärke an ukrainischer Grenze nimmt zu
Erneut konzentrieren sich ungewöhnlich große Truppenkontingente und moderne Waffen im russischen Grenzgebiet zur Ukraine. Der Westen spricht später von bis zu 150.000 Soldaten. Die Angst vor einer russischen Invasion ist ist im Westen groß.
September 2021 – Bundesregierung stoppt Nord Stream 2
Das milliardenschwere russische Prestigeprojekt Nord Stream 2 ist fertiggestellt. Die Pipeline soll künftig 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr nach Deutschland liefern. Im November setzt die Bundesnetzagentur ihr Verfahren zur Freigabe vorläufig aus, wodurch Nord-Stream 2 nicht in Betrieb gehen kann. Damit wird das Projekt auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt.
Juli 2021 – Putin sieht Russen und Ukrainer als ein Volk
Putin schreibt in einem Aufsatz, Russen und Ukrainer seien ein Volk. Das wird als Anspruch auf den Anrainer gelesen.
April 2021 – Putin droht mit militärischen Eingreifen
Moskau zieht Truppen im Grenzgebiet zur Ostukraine zusammen und droht mit einem militärischen Eingreifen. Die Militärdoktrin Russlands lässt eine Intervention zum Schutz seiner Staatsbürger im Ausland zu, was für Russland ein militärisches Intervenieren legitimieren würde.
Juni 2019 – Erste russische Pässe für Ukrainer in Separatistengebieten
Erste russische Pässe werden an Ukrainer in den von Separatisten kontrollierten Teilen der Donbass-Region ausgegeben.
November 2018 – Wahlen in Separatistengebieten werden international nicht anerkannt.
Die russische Küstenwache setzt an der Meerenge von Kertsch drei ukrainische Marineschiffe mit 24 Matrosen an Bord fest. Kiew verhängt zeitweise Kriegsrecht. In den Separatistengebieten abgehaltene Wahlen werden international nicht anerkannt.
März 2018 – Arbeiten an Nord Stream 2 beginnen
Nachdem Nord Stream 1 bereits seit 2011 Gas von Russland durch die Ostsee bis nach Deutschland transportiert, beginnen die Arbeiten an der umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream 2.
Januar 2018 – Ukraine stuft Separatistengebiete als besetzt ein
Kiew stuft die abtrünnigen Gebiete im Osten als von Russland besetzt ein. Die Spannungen zwischen beiden Parteien nehmen weiter zu.
September 2017 – Assoziierungsabkommen tritt in Kraft
Das Assoziierungsabkommen der Ukraine mit der EU tritt in Kraft. Es ist das erste Abkommen neuen Typs im Rahmen der Östlichen Partnerschaft der Nachbarschaftspolitik der EU und unterscheidet sich von früheren Abkommen, die im Rahmen der Erweiterung der EU in Form von Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen geschlossen wurden.
September 2015 – Sicherheitsrat erklärt Russland zum Gegner
Der Sicherheitsrat der Ukraine erklärt den Nachbarn Russland in einer Militärdoktrin offiziell zum Gegner. Damit erreicht der Konflikt der beiden Staaten eine neue Dimension, da die Parteien sich fortan als Gegner sehen. Dies macht Verhandlungen schwieriger.
Juli 2017 – Separatisten rufen „Kleinrussland“ aus
Die prorussischen Separatisten in Luhansk und Donezk rufen einseitig ihren neuen Staat „Kleinrussland“ aus.
Februar 2015 – Minsker Abkommen sieht eine Autonomie für die Separatistengebiete vor
Das Minsker Abkommen sieht eine Autonomie für die Separatistengebiete vor sowie die Kontrolle der Ukraine über ihre Grenze mit Russland.
Dezember 2014 – Nato will dauerhafte Präsenz im Osten der Allianz
Die Nato will dauerhaft Soldaten im Osten der Allianz bereithalten. Zudem wird eine schnelle Eingreiftruppe aufgestellt mit heute bis zu 40.000 Soldatinnen und Soldaten.
November 2014 – Separatisten lassen eigene Parlamente wählen
Die ostukrainischen Separatisten lassen erstmals eigene Parlamente wählen. Kiew verurteilt das als verfassungswidrig.
Oktober 2014 – Regionen Donezk und Luhansk erhalten Sonderstatus
Das ukrainische Parlament erteilt den Regionen Donezk und Luhansk als Teil des Friedensplans für die Ostukraine einen Sonderstatus. Gestärkt werden sollen ihre Selbstverwaltungsrechte.
Juli 2014 – Passagierflieger der Linie Malaysia-Airlines wird abgeschossen
Über den Separatistengebieten wird ein Passagierflieger der Linie Malaysia-Airlines mutmaßlich mit einer russischen Rakete abgeschossen. Alle 298 Menschen an Bord sterben. Der Westen verschärft seine Sanktionen gegen Russland.
Juni 2014 – Rebellen schießen Militärflugzeug ab
In der Ostukraine schießen Rebellen ein Militärflugzeug beim nächtlichen Landemanöver auf den Flughafen von Luhansk ab. Alle 49 Soldaten an Bord kommen ums Leben.
April 2014 – Separatisten rufen „Volksrepublik Donezk“ aus
In der ostukrainischen Region Donbass rufen die von Moskau unterstützten Separatisten die „Volksrepublik Donezk“ aus, Luhansk folgt. Das westliche Verteidigungsbündnis Nato setzt seine militärische Zusammenarbeit mit Russland wegen der Krim-Krise aus.
März 2014 – Russland hält Referendum auf der Krim ab
Russland hält ein international nicht anerkanntes Referendum auf der Krim ab und gliedert sie als Landesteil ein. USA und EU verhängen Sanktionen gegen Moskau.
Februar 2014 – Janukowitsch flieht nach Russland
Wiktor Janukowitsch, Präsident der Ukraine, flieht nach Russland. Am 22. Februar 2014 erklärt ihn das ukrainische Parlament im Zuge der Unruhen in Kiew aufgrund seiner Flucht für abgesetzt. Außerdem erwirkt das Parlament bei Interpol einen internationalen Haftbefehl. Moskau besetzt militärisch die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel Krim.
Dezember 2013 – Proteste in Kiew
Hunderttausende Ukrainer protestieren in der Hauptstadt Kiew gegen den prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch, weil seine Regierung das Partnerschaftsabkommen mit der EU kippte. Der Unabhängigkeitsplatz (Maidan) wird zum Symbol.
