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HauptversammlungHedgefonds-Debakel kostet Allianz mehr als vier Milliarden Euro

Bei der Hauptversammlung in München muss die Allianz Milliarden-Verluste im Zuge des Hedgefonds-Skandals bekanntgeben. Das schmerzt – auch, weil es noch bitterer werden könnte. 04.05.2022 - 15:22 Uhr

Allianz-Chef Bäte setzt auf eine "zügige und abschließende Einigung" zu den Klagen und Ermittlungen wegen der "Structured Alpha"-Fonds.

Foto: dpa

Die Verluste von US-Investoren mit ihren Hedgefonds kosten die Allianz jetzt schon deutlich mehr als vier Milliarden Euro. Seit der Verkündung der ersten, rund 3,5 Milliarden Dollar schweren Vergleiche mit Pensionsfonds und anderen Großanlegern im Februar habe der Versicherer eine weitere Milliarde Dollar im Zusammenhang mit den „Structured Alpha“-Hedgefonds ausbezahlt und weitere Vergleiche geschlossen, sagte Vorstandsmitglied Renate Wagner auf der Hauptversammlung in München. Vorstandschef Oliver Bäte stellte den Aktionären in Aussicht, dass die Allianz das Hedgefonds-Debakel schon bald hinter sich lassen könnte. Er setze auf eine „zügige und abschließende Einigung“ mit Klägern und Behörden. Nach Analystenschätzungen könnte die Summe von Vergleichen mit Investoren und Strafen der Behörden in den USA mehr als fünf Milliarden Euro erreichen.

Die Allianz hat bereits 3,7 Milliarden Euro für „Structured Alpha“ abgeschrieben. Netto dezimierte das den Gewinn 2021 um 2,8 Milliarden Euro. Bäte machte aber erneut deutlich, dass das noch nicht das Ende der Fahnenstange sein werde. Der Konzern legt in der kommenden Woche Zahlen für das erste Quartal vor.

„Das ist viel Holz“, sagte Rechtsanwältin Daniela Bergdolt von der Aktionärsvereinigung DSW. Die Milliardenverluste der Fonds hingen wie ein Damoklesschwert über dem Aktienkurs. „Wie konnte denn das passieren?“ Sie warf dem Allianz-Vorstand vor, die Probleme anfangs kleingeredet zu haben. Aufsichtsratschef Michael Diekmann sagte, das Gremium sei im Juli 2020 über die Klagen informiert worden. Doch erst im August 2021, nachdem die Börsenaufsicht SEC und das US-Justizministerium auf den Plan traten, warnte der Versicherer vor Milliardenkosten.

Gut zwei Dutzend Pensionsfonds und andere große Investoren hatten die Allianz auf gut sechs Milliarden Dollar verklagt. Sie hatte ihnen die Hedgefonds im Volumen von 15 Milliarden Dollar als vermeintlich sichere Anlage verkauft. Zu Beginn der Corona-Krise verloren die Anleger aber einen Großteil ihres Einsatzes, als die Aktienmärkte in die Knie gingen. Sie warfen der Allianz vor, angesichts der zeitweiligen Panik an den Märkten von ihrer Investmentstrategie abgewichen zu sein.

Lesen Sie auch: Hedgefonds-Streit Allianz entlässt zwei beteiligte Fondsmanager

rtr
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