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GetreideimporteEinfuhrpreise für Weizen um mehr als 65 Prozent gestiegen

Der Krieg in der Ukraine treibt die Getreidepreise so stark nach oben wie seit elf Jahren nicht mehr. Die Importe verteuerten sich um 53,6 Prozent – bei einzelnen Sorten sogar noch stärker. 13.05.2022 - 09:36 Uhr

Getreidefeld in der Region Hannover: Gerste aus dem Ausland war im März 65 Prozent teurer als im Vormonat.

Foto: dpa

Der Import von Getreide nach Deutschland hat sich infolge des Ukraine-Krieges massiv verteuert. Die Einfuhrpreise stiegen im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 53,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Einen stärken Zuwachs habe es zuletzt im Mai 2011 mit damals 74,0 Prozent gegeben. Die Preissteigerungen betreffen den Angaben zufolge alle Getreidearten.

Demnach verteuerten sich Weizenimporte gegenüber März 2021 um 65,3 Prozent, Gerste, Roggen, Hafer ebenfalls um 65,3 Prozent und Mais um 37,4 Prozent. Schon vor dem Krieg in der Ukraine zogen die Preise den Angaben zufolge unter anderem wegen der starken weltweiten Nachfrage und steigender Transport- und Energiekosten an. Der Ukraine-Krieg verschärfte den Anstieg. Nach Angaben der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) stecken in dem Land knapp 25 Millionen Tonnen Getreide fest. „Es ist eine nahezu groteske Situation, die wir im Moment in der Ukraine sehen“, sagte FAO-Experte Josef Schmidhuber. Die Getreidemenge könne eigentlich exportiert werden, „kann aber das Land nicht verlassen, einfach wegen der fehlenden Infrastruktur und der Blockade der Häfen“.

Vor Beginn des Krieges war die Ukraine einer der weltweit wichtigsten Getreideproduzenten. Viele und vor allem ärmere Länder sind etwa dringend angewiesen auf günstigen Weizen aus dem Land. Wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sind Seewege und Häfen allerdings blockiert.

Für Deutschland spielen die Importe aus der Ukraine mit einem Anteil von 1,9 Prozent sowie aus Russland mit 0,1 Prozent dagegen eine untergeordnete Rolle. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 11,4 Millionen Tonnen Getreide im Wert von 3,2 Milliarden Euro eingeführt. Zugleich exportierte Deutschland 11,7 Millionen Tonnen im Wert von 2,8 Milliarden Euro. Weizen hatte dabei einen Anteil von 60,7 Prozent.

Wichtigstes Importgut beim Getreide ist Weizen: Mit einer Importmenge von 3,9 Millionen Tonnen macht er mehr als ein Drittel der Getreideimporte aus. Tschechien, Polen und Frankreich waren 2021 die Hauptherkunftsländer von Weizen. 70,7 Prozent kamen aus diesen Ländern. Mais ist mit einem Anteil von 26,0 Prozent an den Importen zweitwichtigste Getreideart, gefolgt von Gerste mit 13,4 Prozent.

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dpa, rtr
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