Zeitweiliges Startverbot: Computerpanne sorgt für Chaos im US-Luftverkehr
Ein Flugzeug von Delta Airlines am Flughafen in Los Angeles (Archiv).
Foto: imago imagesEine Computerpanne bei der US-Flugaufsichtsbehörde hat am Mittwochmorgen den inneramerikanischen Luftverkehr vorübergehend zum Erliegen gebracht. Alle Inlandsflüge müssten bis 9.00 Uhr US-Ostküstenzeit (15.00 Uhr deutscher Zeit) am Boden bleiben, teilte die FAA mit. Rasch kam es zu Tausenden Verspätungen und Hunderten Absagen an den Flughäfen im ganzen Land. Nach Ablauf der Frist hob die FAA die Anordnung nach mehreren Stunden auf.
Die Behörde teilte mit, der normale Flugbetrieb werde schrittweise wiederaufgenommen. Mehr als 3700 Flüge waren verspätet, auch solche in die USA und von dort weg, wie die Webseite FlightAware berichtete. Mehr als 640 weitere wurden abgesagt. Am Mittwoch sollten mehr als 21.000 Flüge in den USA starten, die meisten mit Zielen im Inland, wie das Luftfahrtdatenunternehmen Cirium berichtete. Medizinische Flüge konnten trotz des Ausfalls eine Starterlaubnis erhalten und auch militärische Einsätze waren nicht betroffen.
Das Weiße Haus teilte mit, es gebe keine Hinweise auf einen Cyberangriff. Dennoch wies Präsident Joe Biden das Verkehrsministerium an, die Ursache für die Störung zu untersuchen. Er habe bereits mit Verkehrsminister Pete Buttigieg gesprochen, sagte Biden in Washington.
Die meisten Verspätungen konzentrierten sich auf die Ostküste, breiteten sich aber allmählich nach Westen aus. Die FAA teilte mit, sie bemühe sich darum, das betroffene System wiederherzustellen. Einige Funktionen des Notice to Air Missions Systems (Notam) liefen allmählich wieder an, der Betrieb bleibe jedoch eingeschränkt. Mit dem System wird unter anderem vor wichtigen Flugbeschränkungen oder technischen Defekten, aber auch vor Bauarbeiten an Flughäfen gewarnt. Alle Flugzeuge müssen mit dem System arbeiten, Passagierflugzeuge genauso wie Militärjets.
Keine Folgen für Frankfurter Flughafen
Die Einschränkungen in Amerika sind am größten deutschen Flughafen in Frankfurt ohne Auswirkungen geblieben. „Der Flugbetrieb läuft ganz regulär“, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Auch die Lufthansa hatte zuvor mitgeteilt, dass sich die Störung bei der US-Flugaufsichtsbehörde FAA auf Flüge aus und in die USA nicht auswirke.
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