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FachkräftemangelDeutschland für Expats immer unbeliebter

Wie attraktiv ist Deutschland für internationale Fachkräfte und Unternehmen? Einer Studie zufolge ist die Bundesrepublik weiter zurückgefallen – auch weil andere Länder nachgezogen haben. Doch woran liegt es? 09.03.2023 - 13:28 Uhr Quelle: dpa

Deutschland wird für internationale Fachkräfte immer unbeliebter.

Foto: imago images

Deutschland verliert laut einer Studie im Kampf um hochqualifizierte Fachkräfte und Start-up-Gründer weiter an Boden. Nach einer Auswertung der Bertelsmann Stiftung ist die Bundesrepublik unter den 38 Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz OECD, seit 2019 beim Ansehen von Platz 12 auf 15 zurückgefallen. Das teilten Stiftung und OECD gemeinsam heute in Berlin mit.

Bewertet wurden dazu in einem Index die Rahmenbedingungen, die für qualifizierte Migranten attraktiv sind. Dabei geht es um berufliche Chancen, Einkommen und Steuern, Zukunftsaussichten, Möglichkeiten für Familienmitglieder oder die Visavergabe.

Andere Länder haben zugelegt

Die OECD-Staaten Neuseeland, Schweden, Schweiz, Australien und Norwegen sind laut Index am attraktivsten für hochqualifizierte Fachkräfte. Die Bedingungen in Deutschland haben sich demnach zwar seit der letzten Auswertung im Jahr 2019 nicht verschlechtert, aber andere Länder haben zugelegt und damit Deutschland in der Rangliste überholt.

Expats – Zahlen und Fakten
Als Expats werden Personen bezeichnet, die vorübergehend im Ausland leben und arbeiten, zum Beispiel, um ihre eigene Karriere voranzutreiben oder ihren Partner mit diesem Ziel zu unterstützen.
Die hier dargelegten Ergebnisse rund um Expats stammen aus einer Studie von InterNations. Sie befasste sich mit Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen im Ausland arbeiten und leben. Für die Studie wurden mehr als 12.000 Expats aus 172 Ländern zu zahlreichen Aspekten ihres Lebens im Ausland befragt. Dazu zählten Kategorien wie Lebensqualität, Eingewöhnung im Gastland, Arbeit und Finanzen sowie Familie und Lebenshaltungskosten. (Quelle: InterNations, 12.065 Befragte weltweit)
Im Durchschnitt waren die befragten Expats 46,2 Jahre alt.
57 Prozent der befragten Expats im Jahr 2023 waren in einer Beziehung. Nur 20 Prozent der Befragten hatten Kinder, für deren Unterhalt sie verantwortlich waren.
82 Prozent der Expats hatten einen Universitätsabschluss.
Laut „Expat Insider Report 2023“, der die Lebensqualität von Expats in 53 Ländern misst, führen Mexiko, Spanien, Panama, Malaysia und Taiwan die Rangliste der Länder, in denen es sich für Expats am besten leben lässt, an.
Am schlechtesten schnitten hingegen Kuwait, Norwegen, die Türkei, Südkorea und Deutschland ab.
Expats bewerten in Mexiko u. a. die Freundlichkeit der Bewohner als sehr positiv. Es sei sehr einfach, Freunde zu finden. Außerdem sind die befragten Expats in Mexiko zufrieden mit ihren Karriereoptionen und dem Immobilienmarkt in dem nordamerikanischen Land.
Die Lebensqualität in Kuwait wird von vielen Expats als schlecht empfunden, insbesondere in der Subkategorie „Freizeit“. Besonders stört viele Befragte, dass sie ihre Meinung in dem Land nicht frei äußern können. Auch das Kontakteknüpfen mit Einheimischen ist laut Report in Kuwait schwieriger als anderswo.

Für Unternehmer liegen Schweden, die Schweiz, Kanada, Norwegen und Neuseeland ganz vorne. Hier ist Deutschland vom 6. auf den 13. Platz abgerutscht. Hauptärgernis sei die schleppende Digitalisierung. Und anders als andere Länder fordere Deutschland ein Mindestkapital. Außerdem sei die Akzeptanz von Migranten geringer ausgeprägt.

Nur Platz 12 für Unternehmensgründer

Erstmals wurden 2023 für den OECD-Index auch die Rahmenbedingungen für Unternehmensgründer untersucht. Hier haben Kanada, USA, Frankreich, Großbritannien und Irland die größte Anziehung. Deutschland liegt abgeschlagen auf Platz 12. Als Gründe sehen die Studienautoren hier geringe berufliche Chancen, zu wenige Erfinder und fehlende maßgeschneiderte Visa.

„Deutschland braucht zur Sicherung seines Wohlstands Fachkräfte, auch aus dem Ausland. Der internationale Vergleich zeigt deutlich, was Deutschland tun muss, um die für unser Land so wichtige Fachkräftemigration noch besser zu gestalten”, sagt Ralph Heck, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung zum Ergebnis der Studie.

Positiver ist das Bild bei der Hochschulbildung. Hinter den USA liegt Deutschland auf Platz 2, wenn es um die Attraktivität für Studierende aus der ganzen Welt geht. Im Kampf um internationale Talente folgen Großbritannien, Norwegen und Australien auf den Plätzen 3 bis 5. Deutschland punktet hier mit herausragenden Universitäten, geringen Kosten für das Studium und guten Arbeits- und Bleibemöglichkeiten, wie die Stiftung mitteilte.

Lesen Sie auch: Warum ausländische Spitzenkräfte nicht nach Deutschland wollen

dpa
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