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Ende einer angeblichen ErfolgsgeschichteBatterie-Start-up Blackstone meldet Insolvenz an

Blackstone wollte Batterien mit dem 3D-Drucker herstellen – und sicherte sich Millionen von den Regierungen Deutschlands und der Schweiz, der EU und dem Land Sachsen. Zweifel an der Erfolgsgeschichte gab es seit Monaten.Volker ter Haseborg 29.06.2023 - 11:36 Uhr

Damals jubelten sie noch: Der Gründer von Blackstone Resources, Ulrich Ernst (l.), im Jahr 2022 mit Blackstones damaligem PR-Chef Serhat Yilmaz.

Foto: PR

Das Start-up Blackstone Technology aus Döbeln in Sachsen wollte den Batterie-Markt erobern – jetzt hat die Firma Insolvenz angemeldet. Wie das Amtsgericht Chemnitz der Wirtschaftswoche bestätigte, ist der Insolvenzantrag am Mittwoch eingegangen. Ein vorläufiger Insolvenzverwalter sei nicht bestellt worden.

Batterien aus dem 3D-Drucker - mit dieser Geschichte hat Ulrich Ernst, Chef der Schweizer Muttergesellschaft Blackstone Resources, nicht nur Anleger dazu gebracht, in die Blackstone-Aktie zu investieren. Blackstone hat sich vor allem Fördergelder in Höhe von über 30 Millionen gesichert – beim Bundeswirtschaftsministerium, dem Land Sachsen, der Schweiz und der Europäischen Kommission. Das Geld ist zum Teil bereits ausgezahlt worden.

Im Mai hatte die WirtschaftsWoche darüber berichtet, dass es erhebliche Zweifel an der Erfolgsgeschichte gibt. Demnach könnte es eine Serienproduktion von Batterien aus dem 3-D-Drucker in Döbeln nie gegeben haben. Weil die Anlage nicht richtig funktioniert haben soll. Blackstone verbreitete weiter Erfolgsmeldungen. Und Politiker ließen sich für Unternehmens-PR einspannen: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer posierte vor dem 3-D-Drucker, sein Wirtschaftsminister Holger Dulig ließ sich mit einer von Gritzkas Batterien fotografieren. Die Zellen sollen Attrappen gewesen sein.

Seit Monaten warten die Belegschaft und Lieferanten auf Geld, erste Mitarbeiter hatten in den vergangenen Tagen mit ihren Klagen gegen Blackstone Erfolg. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz ermittelt wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug.

Das Unternehmen Blackstone reagierte nicht auf Fragen der WirtschaftsWoche zur Insolvenzanmeldung. Firmenchef Ulrich Ernst erklärte im Mai, man sehe „einer möglichen Untersuchung und deren Ergebnissen positiv entgegen“. Blackstone habe erfolgreich ein 3-D-Druckverfahren zur Herstellung einer Lithium-Ionen-Batterie aufgestellt und getestet, und produziert. Bis zuletzt hatte das Management von Blackstone die Hoffnung verbreitet, ein Investor würde den Traum vom Erfolgs-Start-up doch noch möglich machen. Daraus ist offenbar nichts geworden.

Ärger mit der Börsenaufsicht

Der Mutterkonzern Blackstone Resources hat schon seit dem vergangenen Jahr Ärger in der Schweiz. Behörden hatten Regelverletzungen in der Rechnungslegung und Marktmanipulationen beanstandet. Die Aktien mussten von der Börse genommen werden. Blackstone zeigte sich mit den Vorwürfen „nicht einverstanden“ und stellte den Rückzug von der Börse als eigene Entscheidung dar. Man wolle „in Kürze“ in Deutschland, England oder den USA an die Börse. Die Aktionäre müssten sich „etwas gedulden“. Bis heute hat Blackstone keinen neuen Handelsplatz präsentiert.

Was lehrt der Fall Blackstone? Er zeigt wieder einmal, wie groß die Sehnsucht nach einem Technologie-Champion in Deutschland ist, gerade in Zeiten der Energiewende. Und wie einfach es ist, mit Erfolgsmeldungen eine vermeintliche Erfolgsgeschichte zu schaffen.

Lesen Sie auch: Die Akte Blackstone: Eine Dokumentation über eine Erfolgsgeschichte, in der es nur Verlierer gibt.

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