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850 Mitarbeiter betroffenMedia-Saturn schließt seinen Reparaturservice Tec-Repair

Der Elektronikhändler will Reparaturen künftig nicht mehr durch die eigene Tochterfirma durchführen lassen, sondern plant, bestehende Mitarbeiter entsprechend zu qualifizieren. Zusätzlich sollen 400 neue Servicekräfte eingestellt werden. Gewerkschafter glauben nicht, dass das funktioniert.Stephan Knieps 20.07.2023 - 11:25 Uhr

Hilfestellung: Künftig legt Media-Saturn Beratung und Reparatur zusammen.

Foto: PR

Die Media-Saturn-Holding, Betreiber der rund 400 Mediamarkt- und Saturn-Filialen in Deutschland, schließt ihre Tochterfirma Tec-Repair GmbH, deren Mitarbeiter in den Filialen für Reparaturen an technischen Geräten zuständig sind. Der Servicevertrag ist zum 30. September 2023 gekündigt.

Betroffen sind rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Tec-Repair sowie 50 von einer dazugehörigen Verwaltungsgesellschaft. Die übergeordnete Mediamarkt-Saturn-Retail Group bestätigte entsprechende Informationen gegenüber der WirtschaftsWoche: „Das bisherige Konstrukt war nicht profitabel und wettbewerbsfähig.“

Im August 2015 hatte Media-Saturn den damaligen Kundendienst- und Reparatur-Anbieters RTS (Umsatz: 136 Millionen Euro) aus Wolnzach bei Ingolstadt übernommen. Die Tec-Repair GmbH stellte den mit Abstand größten Teil der RTS dar. In der Folge breitete der Elektronikhändler die Dienstleistungen auf nahezu alle seine deutschen Filialen aus. Die Mitarbeiter bieten zahlreiche Hilfestellungen für Kunden an: Von Kleinreparaturen wie dem Tausch eines Akkus für Handys bis zu Displayreparaturen, die mehrere hundert Euro kosten können.

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Dass Media-Saturn nun die Zusammenarbeit mit der eigenen Tochterfirma beendet und die Tec-Repair-Verwaltungsgesellschaft RTS beerdigt (Media-Saturn ist der einzige Kunde von Tec-Repair), mag überraschen. Denn Ceconomy-Chef Karsten Wildberger hatte erst im März im Gespräch mit der WirtschaftsWoche gesagt, er wolle in seinen Läden noch mehr Freiräume für Service schaffen, und von dem Plan erzählt, „Reparaturleistungen für technische Geräte (...) im Abo buchen“ zu können. Seit langem gilt bei Media-Saturn der Reparatur-Service vor Ort als wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber Online-Wettbewerbern, die mitunter die gleichen Handys, Tablets und Laptops günstiger anbieten als Mediamarkt und Saturn.

850 Stellen streichen, 400 neue Stelle schaffen

Ganz abschaffen jedoch möchte Media-Saturn die Dienstleistung aber nicht. Der Elektronikhändler plant stattdessen, die Bereiche Verkaufsberatung und Reparaturdienstleistung zusammenzulegen. Dazu hat Media-Saturn rund 400 Stellen neu ausgeschrieben. Die nun zur Disposition stehenden 850 Tec-Repair-Angestellten können sich auch auf diese Stellen bewerben, heißt es von Tec-Repair. Weiterbeschäftigungsverträge gebe es nicht. Damit würde Media-Saturn den Personalaufwand und die Personalkosten für diese Dienstleistungen in etwa halbieren.

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Das werde nicht funktionieren, sagt Stefan Infanger, Vertrauensperson der IG Metall bei Tec-Repair. Dieselbe Arbeit mit der Hälfte der Mitarbeiter sei „zeitlich nicht machbar“. Die Menge an Reparaturen könne man „nicht nebenbei machen“. Zudem spart sich Media-Saturn auch die rund 50 sogenannten Technik-Coaches, die die rund 790 Technikerinnen und Techniker in den Filialen regelmäßig auf die neuesten Techniken und Geräte schulen.

Bei Media-Saturn klingt das natürlich etwas anders: Das Problem mit Tec-Repair habe in der Trennung von Reparatur und Verkaufsberatung gelegen, teilt das Unternehmen mit. „Der Kunde hatte daher unterschiedliche Anlaufstellen für Beratung und Reparatur, die Strukturen waren zu komplex und die Auslastung in den Märkten war sehr unterschiedlich.“ Zusätzlich zu den 400 Stellen wolle man deshalb „rund 1.200 interne Mitarbeitende“ technisch weiterqualifizieren und so den Reparatur-Services „vollwertig in die Kundenberatung und die Marktstrukturen“ eingliedern. Der Händler führe so „bislang getrennte Bereiche und Teams zusammen“, nämlich Kundenberatung, Verkauf und Reparatur. In naher Zukunft plane Media-Saturn in jedem der rund 400 deutschen Märkte „Teams bestehend aus bis zu vier Kolleginnen und Kollegen“, die „die Themen Verkauf, Beratung und Reparatur vereinen.“ Zudem wolle man „alle weiteren Services im neuen Reparaturzentrum in Erfurt bündeln“.

Ceconomy mit Sitz in Düsseldorf beschäftigt europaweit rund 50.000 Angestellte (davon etwa 20.000 in Deutschland) und erzielte im vergangenen Geschäftsjahr 2021/2022 einen Umsatz von 21,8 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres verzeichnete die Firma ein leichtes Umsatzwachstum (5,3 Milliarden Euro) und einen operativen Verlust von 23 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum war noch ein Minus von 58 Millionen Euro angelaufen.

Lesen Sie auch: Ceconomy-Chef Karsten Wildberger im Interview

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