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PrognoseDeutsche Wirtschaft voraussichtlich knapp der Rezession entkommen

Durch eine ein kleinen Wachstum von April bis Juli wird Deutschland Ökonomen zufolge der Rezession entkommen. In den beiden Vorquartalen war die deutsche Wirtschaft geschrumpft. 26.07.2023 - 11:39 Uhr

Experten gehen davon aus, dass die Verbraucher mit ihrem Konsum die Konjunktur im zweiten Quartal gestützt haben.

Foto: dpa

Die deutsche Wirtschaft ist nach Prognose von Ökonomen durch ein Mini-Wachstum im zweiten Quartal der Rezession knapp entkommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte von April bis Juni um 0,1 Prozent im Vergleich zum ersten Vierteljahr gewachsen sein, sagen die von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Ökonomen von 19 Banken im Schnitt voraus. In den beiden Vorquartalen war Europas größte Volkswirtschaft jeweils geschrumpft, weil die Verbraucher wegen der Kaufkraftverluste infolge der hohen Inflation weniger konsumierten.

Ende 2022 fiel das BIP um 0,5 Prozent, Anfang 2023 dann um 0,3 Prozent. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge wird von einer technischen Rezession gesprochen. Das Statistische Bundesamt will an diesem Freitag eine erste Schätzung zum Abschneiden im Frühjahr abgeben.

„Das ist nicht der Beginn eines Aufschwungs“, sagte ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski mit Blick auf das Frühjahrsquartal. „Das ist nur eine kurze Entspannung.“ Dafür könnte ein wieder steigender Konsum gesorgt haben, da die Inflation nicht mehr so stark sei wie zu Jahresbeginn und für viele Branchen teils deutliche Lohnerhöhungen vereinbart worden seien. In den kommenden Monaten rieche es eher nach Stagnation als nach Wachstum. „Wir werden eine blutleere Konjunktur sehen“, sagte Brzeski.

Auch Ökonom Salomon Fiedler von der Berenberg Bank geht davon aus, dass die Verbraucher mit ihrem Konsum die Konjunktur im zweiten Quartal gestützt haben. „Die Industrie befindet sich immer noch in schwerem Fahrwasser“, sagte Fieder. „Und die höheren Zinsen haben vermutlich den Bau weiter belastet.“ Angesichts des durchwachsenen Weltkonjunktur sei auch nicht mit positiven Impulsen durch den Außenhandel zu rechnen.

Einige Experten gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte erneut in eine Rezession abgleiten wird. Dafür spricht, dass der wichtigste Frühindikator - der Ifo-Geschäftsklimaindex - im Juli bereits den dritten Monat in Folge gesunken ist. „Die Schwächephase der deutschen Wirtschaft geht in die Verlängerung“, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. Das Bruttoinlandsprodukt werde im laufenden dritten Quartal voraussichtlich sinken.

Deutschland schneidet dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge im Vergleich mit anderen Industrienationen außerordentlich schlecht ab - als einziges großes Land mit einer dieses Jahr wohl schrumpfenden Wirtschaftsleistung. Der IWF sagt für dieses Jahr ein Minus beim Bruttoinlandsprodukt von 0,3 Prozent voraus, dem 2024 ein Plus von 1,3 Prozent folgen soll.

rtr
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