Wasserstoff: Mit Quoten wird Gas endlich grün

Brunsbüttel: hier entsteht ein LNG Terminal für die Gasversorgung in Deutschland
Foto: imago imagesBis 2045 soll Deutschland klimaneutral wirtschaften. Beim Strom ist die Hälfte des Ziels schon geschafft. Gas hingegen ist nur zu einem Bruchteil grün. SPD-Energiepolitiker haben nun eine Quote ins Spiel gebracht: Lieferanten sollen mehr und mehr Erdgas durch Alternativen ersetzen – grünen Wasserstoff oder Biogas etwa. Bis 2030 soll deren Anteil auf rund 7,6 Prozent steigen, bis 2045 dann quasi auf 100 Prozent.
Eine gute Idee! Die Quote setzt klare Etappenziele für den Umbau der Gasversorgung, an denen sich alle Akteure orientieren können. Sie kurbelt die Nachfrage nach grünem Wasserstoff an und schafft dringend nötige Investitionssicherheit, etwa für den Bau neuer Elektrolyseure oder Importe. Je schneller grüne Gase in Massen produziert werden, desto eher können die Kosten sinken.
Natürlich gäbe es noch viele Details zu klären: Sind die quotierten Mengen realistisch? Werden mögliche Mehrkosten fair verteilt, damit nicht etwa nur private Haushalte draufzahlen?
Klar ist aber: Für den grünen Umbau der Gasversorgung bleiben nur gut 20 Jahre Zeit. Und mittelfristig, das zeigt die Gaskrise des vergangenen Winters, wird eine grüne Versorgung die zuverlässigere Lösung sein – und vielleicht die preiswertere.
Lesen Sie auch: 11.200 Kilometer Pipelines – So soll Deutschlands Wasserstoffnetz entstehen