Hausgeräte-Marktführer: Trotz Kostendrucks: BSH-Chef hält an allen sechs deutschen Werken fest
Trotz erheblichen Kostendrucks will die Bosch-Tochter BSH Hausgeräte an allen sechs deutschen Werken festhalten. „Die sechs Werke sind gesetzt“, sagte BSH-Chef Matthias Metz im Interview mit der WirtschaftsWoche. Eine Beschäftigungsprognose für die gut 10.000 Mitarbeiter in den deutschen Fabriken wollte er jedoch nicht abgeben. „Wie sich die Zahl der Mitarbeitenden entwickeln wird, kann ich nicht prognostizieren.“
Der BSH-Chef erklärte, das Marktumfeld sei „immer noch schwierig“. „Wegen der stark gestiegenen Zinsen und der hohen Inflation ist das Immobiliengeschäft in Europa eingebrochen. Das trifft alle in der Branche. Auch uns.“
Nach dem Boom schrumpft der Absatz
Metz hat vergangenen Oktober den Chefposten bei Europas größtem Hausgerätehersteller (Hauptmarken „Bosch“, „Siemens“, „Neff“, „Gaggenau“) übernommen und nach dem Corona-Boom mit schrumpfenden Absätzen zu kämpfen. Die in München ansässige Bosch-Tochter hat nach Informationen der WirtschaftsWoche zuletzt in den meisten Produktkategorien und Märkten Marktanteile verloren, während die Rivalen Haier und Midea aus China sowie LG und Samsung aus Südkorea immer globaler und mächtiger werden.
Metz äußerte sich dazu im Interview ausweichend: „Marktanteile verloren? Das lässt sich nicht generalisieren. Klar ist: Wir haben einzigartige Marken, das ist unser großer Vorteil. Und um diesen Vorteil zu stärken, müssen wir die Marken mit Innovationen aufladen, Qualität und Ressourceneffizienz weiter verbessern.“
Wie Insider der WirtschaftsWoche berichteten, hat Metz vor einigen Monaten Berater von McKinsey engagiert. Die mit diesen erarbeitete „Strategie 2030“ sieht unter anderem vor, „Kosten und Komplexität zu reduzieren“.
Nach Metz' Aussagen sind die kleineren, lokalen Marken, die BSH neben den vier Hauptmarken nutzt, möglicherweise nicht sakrosankt. Auf die Frage, ob er dort aufräumen werde, sagte der BSH-Chef: „Vielleicht. Auch das schauen wir uns an.“
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