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Nach 25 JahrenAllianz-Finanzvorstand wechselt zum Konkurrenten Generali

Nach 25 Jahren verlässt Finanzvorstand Terzariol die Allianz und wechselt zum Rivalen Generali. Was dahintersteckt. 02.10.2023 - 11:33 Uhr

Giulio Terzariol auf der Bilanzmedienkonferenz der Allianz SE in München, 2019.

Foto: imago images

Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte muss sich für seine letzten viereinhalb Jahre im Amt an eine neue Finanzvorständin gewöhnen. Amtsinhaber Giulio Terzariol kehrt zum Jahreswechsel nach 25 Jahren zum italienischen Rivalen Generali zurück, wie beide Unternehmen am Montag bestätigten.

Dort wird der 51-jährige Italiener Leiter des gesamten Versicherungsgeschäfts, ein eigens für ihn geschaffener Posten im Vorstand, und könnte perspektivisch Philippe Donnet an der Konzernspitze ablösen. Seine Nachfolgerin bei der Allianz kommt aus den eigenen Reihen: Claire-Marie Coste-Lepoutre hatte als Finanzchefin vier Jahre lang die Großkunden-Sparte AGCS saniert, ehe sie im September als Chef-Aktuarin in die Konzernzentrale zurückkehrte. Die 48-jährige Französin wird damit die vierte Frau im neunköpfigen Allianz-Vorstand.

Bätes Vertrag, der noch bis September 2024 lief, wurde vom Aufsichtsrat zum frühestmöglichen Zeitpunkt um dreieinhalb Jahre bis zur Hauptversammlung 2028 verlängert.

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Damit würde der heute 58-Jährige die für den Allianz-Vorstand geltende Altersgrenze von 62 Jahren um einige Monate überschreiten. Das liege aber nach Ansicht des Aufsichtsrats „im vertretbaren Rahmen“, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. „Der Aufsichtsrat unterstützt nachdrücklich die Fortsetzung der Unternehmensführung durch Oliver Bäte, um gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen das nachhaltige und profitable Wachstum der Allianz fortzusetzen (...) und ihre Wettbewerbsposition für die Zukunft zu stärken“, sagte Aufsichtsratschef Michael Diekmann. Bäte führt den Konzern als Diekmanns Nachfolger seit 2015.

Coste-Lepoutre hatte von 2011 an vier Jahre lang eng mit Bäte zusammengearbeitet, zunächst als seine Büroleiterin, später als seine Stellvertreterin, als er im Vorstand für die Regionen Süd- und Westeuropa zuständig war. Vor ihrem Wechsel zur Allianz hatte sie – wie Bäte – jahrelang als Unternehmensberaterin für McKinsey gearbeitet, davor für den französischen Rückversicherer Scor. 2019 wechselte sie zur Industrieversicherungs-Sparte Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS), die rote Zahlen schrieb und als Sanierungsfall galt. Sie sei „maßgeblich am Turnaround und der Transformation der AGCS beteiligt“ gewesen, sagte AGCS-Chef Joachim Müller, als Coste-Lepoutre zur Chef-Versicherungsmathematikerin der Allianz befördert wurde.

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Terzariol könnte bei Generali den Karrieresprung machen, der ihm bei der Allianz spätestens nach Bätes Vertragsverlängerung verbaut war. Generali-Vorstandschef Donnet ist 63 Jahre alt und hat erst im vergangenen Jahr eine Aktionärsrevolte überstanden.

Damals war Terzariol von der Opposition als möglicher Nachfolger ins Spiel gebracht worden, nun berichtet er direkt an Donnet. Bei der Generali hatte in München und Wien einst seine Karriere begonnen. In der für ihn neu geschaffenen Position ist er für das gesamte Geschäft außer dem Asset Management verantwortlich – ein mögliches Sprungbrett an die Konzernspitze.

Bei der Allianz erlebten ihn Investoren verbindlich im Ton, aber direkt und deutlich, wenn es um Probleme ging. „Wir hätten ihn sehr gerne gehalten, aber wir respektieren seine persönliche Entscheidung und wissen, dass er in seiner neuen Rolle erfolgreich sein wird“, sagte Bäte.

Lesen Sie auch: Die irre Wutrede des Allianz-Chefs

rtr
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