1. Startseite
  2. Politik
  3. Deutschland
  4. Asyl, Schulden, Kohlekraft: Die Ampel verschwendet ihre Energie

Lähmender StreitDie Ampel verschwendet ihre Energie

Asyl, Schulden, Kohlekraft – die Regierung zelebriert einmal mehr lustvoll ihre Konflikte. Dabei müsste sie schleunigst gemeinsame Entscheidungen treffen. Vor allem in einem Feld: der Energiepolitik. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Max Haerder 02.11.2023 - 07:44 Uhr

Robert Habeck bei der Industriekonferenz

Foto: imago images

„Wir können die Probleme bestaunen. Oder wir können sie lösen.“ Diesen Satz hat Robert Habeck gesagt, am Dienstag erst, bei der Industriekonferenz seines Ministeriums. Da wusste er nur noch nicht, dass sein Kabinettskollege Christian Lindner am Mittwoch in einem Interview gleich ein neues Problem in die Regierung tragen würde: Der Finanzminister und FDP-Chef stellte mal eben den mühsam verhandelten Kohleausstieg 2030 infrage.

Wenn man sich auf eines in der Ampel verlassen kann, dann das: Die gemeinsame Linie hat meist die Form einer Konfliktlinie. 

Die FDP buchstabiert in diesen Tagen beispielsweise ganz neue Härten in der Asyl- und Migrationspolitik durch. Zum Entsetzen vieler Grüner und einiger Genossen. Sozialdemokraten und Grüne wiederum revanchieren sich mit immer wiederkehrenden Zermürbungsversuchen an der Schuldenbremse. Was natürlich die Liberalen in ihrem Markenkern trifft. Und so weiter und so fort. 

Fragen und Antworten

Einfacherer Zugang für Asylbewerber auf dem Arbeitsmarkt: Das plant die Ampel

Ist allen klar, was auf dem Spiel steht?

Wenn man Lindners Kohlevorstoß wenigstens eines zugutehalten will, dann, dass er einen besonders wunden Punkt dieser Regierung offenlegt: die Energiepolitik. Die mangelnde Lösungsorientierung dieser mittlerweile so genannten Koalition ist hier mit Händen zu greifen. Als ob viele immer noch nicht begriffen hätten, dass der Standort Deutschland wirklich an einem Scheidepunkt steht.

Da wäre zunächst die Debatte um den Industriestrompreis. Sie nimmt mit jedem Tag, jeder Woche, jedem Monat, die sie weiter hin und her schaukelt, absurdere Züge an. Die Argumente sind zur Genüge ausgetauscht, es braucht jetzt eine Entscheidung. Und sollte sie negativ ausfallen, muss auch klar sein, welche Alternative diese Regierung gegen die zu hohen Energiepreise zu wählen gedenkt.

Die Energiebranche wartet außerdem mindestens so sehnsüchtig auf Planungssicherheit bei der Kraftwerksstrategie. Die ja durchaus vorhandene neue Dynamik beim Ausbau der Ökostromerzeugung wäre wenig wert ohne neue, flexibel hochfahrende Gasmeiler (die dann eines Tages mit Wasserstoff betrieben werden können). Sie sind quasi der Schlussstein der Energiewende. Wie sie aber rentabel betrieben werden können, darauf gibt es bisher keine belastbare Antwort.

Robert Habeck braucht man das nicht zu sagen. Dem Kanzler ebenso wenig. Und Christian Lindner weiß es eigentlich auch. Wann also werden aus Erkenntnissen endlich Entscheidungen?

Dieser Beitrag entstammt dem WiWo-Newsletter Daily Punch. Der Newsletter liefert Ihnen den täglichen Kommentar aus der WiWo-Redaktion ins Postfach. Immer auf den Punkt, immer mit Punch. Außerdem im Punch: der Überblick über die fünf wichtigsten Themen des Tages. Hier können Sie den Newsletter abonnieren.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick