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TUIReiselust beschert TUI sogar im schwachen Winterquartal Gewinn

Der Reisekonzern TUI hat dank hoher Nachfrage im saisonal schwachen ersten Quartal Gewinn erwirtschaftet – die Zahlen stimmen das Unternehmen optimistisch. 13.02.2024 - 11:16 Uhr aktualisiert

Flugzeuge mit dem TUI-Logo in Niedersachsen, Hannover.

Foto: imago images

Der Tourismuskonzern TUI ist dank der ungebrochen großen Reiselust in bester Verfassung ins Geschäftsjahr gestartet. Erstmals seit zehn Jahren erwirtschaftete der weltweit größte Reisekonzern in der sonst defizitären Wintersaison von Oktober bis Dezember einen kleinen Gewinn. Gestärkt nach der Corona-Krise will Konzernchef Sebastian Ebel die dümpelnde TUI-Aktie mit einer Erstnotierung in Frankfurt von der Londoner Börse nach Deutschland zurückholen. Kostenvorteile und die breite deutsche Anlegerbasis sind Gründe dafür – Begeisterung für den Heimatstandort nicht. „In Deutschland sind die Rahmenbedingungen schlecht“, kritisierte Ebel am Dienstag vor Beginn der Hauptversammlung, die dem Umzug der Aktie zustimmen muss.

Hart ins Gericht mit der Bundesregierung und dem Staat war Ebel kürzlich erst im Interview mit dem „Handelsblatt“ gegangen. Dabei geißelte er etwa Bürokratie und Regelungswahn, Realitätsferne der Regierung, zu viel Bürgergeld, zu hohe Steuern, die Flüchtlingspolitik und teure Energie. „Insgesamt ist die wirtschaftliche Lage im Land deutlich schlechter, als uns die Regierung es glauben machen will.“ Das alles führt nach seiner Ansicht zu einem Vertrauensverlust der Bürger und macht die AfD stark. Besorgt über den Erfolg der in Teilen rechtsextremen Partei setzten Management und Betriebsrat am Montag ein Zeichen vor der Firmenzentrale in Hannover: Sie stellten eine Bank auf, bei der die Sitzfläche auf der rechten Seite fehlt. „Kein Platz für Rassismus“, lautete die Botschaft des in über 100 Ländern arbeitenden Unternehmens.

Mittelfristig will TUI den operativen Gewinn jährlich um sieben bis zehn Prozent steigern. Investieren und wachsen will der Konzern außerhalb Deutschlands, um vom Heimatstandort unabhängiger zu werden, wie Ebel erklärte. Nord- und Südamerika oder Südeuropa seien vielversprechender. „TUI wird und soll global wachsen.“

Starker Reisesommer erwartet

An der Börse sorgte der überraschende Gewinn von sechs Millionen Euro für gute Stimmung, denn Analysten hatten im Schnitt mit einem Minus von 113 Millionen Euro gerechnet. Normalerweise fällt im ersten Geschäftshalbjahr von Oktober bis März ein Verlust an, der Gewinn wird in der Hauptreisezeit im Sommer eingefahren. Urlaub habe trotz aller Belastung durch die Inflation weiter oberste Priorität für die Verbraucher, sagte Finanzchef Mathias Kiep. Auch gestiegene Preise stärkten das Ergebnis. TUI-Aktien legten um rund 4,5 Prozent auf Kurse um 7,15 Euro zu. Sollte auf der Hauptversammlung die 75-Prozent-Mehrheit zum Delisting in London erreicht werden, dürfte die Aktie nach dem Handelsstart im April im Juni in den Nebenwerteindex MDax einziehen.

Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 15 Prozent auf ein Rekordhoch von 4,3 Milliarden Euro, während die Zahl der Gäste um sechs Prozent auf 3,5 Millionen zulegte. Aktuell und für den Sommer laufen die Buchungen gut. Sie lägen derzeit mit 9,4 Millionen acht Prozent über Vorjahr, die Durchschnittspreise seien vier Prozent höher. Im Winter zieht es die Menschen auf die Kanaren, die Kapverden oder nach Ägypten. Beliebteste Reiseziele für den Sommer sind nach wie vor Spanien, Griechenland und die Türkei.

Der Konzern bekräftigte deshalb seine Jahresziele. Der Umsatz soll mindestens um zehn Prozent auf etwa 23 Milliarden Euro zulegen, das bereinigte Betriebsergebnis sogar um mindestens 25 Prozent auf gut 1,2 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr erwartet der Reiseveranstalter mindestens so viele Kunden wie vor der Corona-Pandemie 2019, als gut 20 Millionen Menschen mit TUI Urlaub machten.

Warten auf neue Boeing-Max

Das Debakel um das Boeing-Flugzeugmodell MAX-9, bei dem es wegen Schlamperei bei dem Flugzeugbauer und seinen Zulieferern Anfang des Jahres einen Unfall gab, sorgt bei TUI für eine noch längere Wartezeit auf neue Flugzeuge dieses Typs. Fest bestellt sind 46 MAX-8 und MAX-10, die überwiegend erst in den kommenden zwei Jahren geliefert werden. Auf weitere 32 Maschinen hat TUI Optionen. „Wir sind mit den Boeings, die wir fliegen, hochzufrieden, das ist ein sehr performantes Flugzeug“, sagte Ebel. Es sei ärgerlich, dass die dadurch erhofften Effizienzgewinne auf sich warten ließen. Doch die TUI-Airlines hätten mit verlängertem Flugzeug-Leasing vorgesorgt, so dass es keinen Engpass gebe.

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rtr
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