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Ökonomen-UmfrageDarum plädieren Ökonomen für den Erhalt des Bargelds

Münzen und Scheine sind auf dem Rückzug. Doch ihre Abschaffung wäre ein Fehler, sagen Ökonomen.Bert Losse 01.03.2024 - 11:59 Uhr

Die Deutschen wollen nicht aufs Bargeld verzichten.

Foto: dpa

Jetzt entwickeln sich auch die Deutschen zu einem Volk der Kartenzahler. Fast 7,5 Milliarden Bezahlvorgänge gab es 2023 allein per Girocard – 11,5 Prozent mehr als im Vorjahr, neuer Rekord. Vor allem die Pandemie hat elektronischen Transaktionen einen Schub verpasst. Viele Bankfilialen schließen, die Zahl der Geldautomaten geht bundesweit zurück – und mittelfristig will die Europäische Zentralbank auch noch einen digitalen Euro anbieten.

Geht also irgendwann das Bargeld als Zahlungsmittel unter? Ökonomen halten das für kein erstrebenswertes Ziel, zeigt eine Umfrage des Bundesverbands Deutscher Volks- und Betriebswirte (bdvb) für die WirtschaftsWoche. Knapp 75 Prozent der Befragten bezeichnen eine weitgehende Abschaffung von Münzen und Scheinen in Deutschland für wirtschaftlich und gesellschaftlich falsch. Nur etwa jeder Fünfte hält eine Abkehr vom Bargeld für sinnvoll.

„Bargeld sichert dem Verbraucher Privatsphäre bei Transaktionen und setzt zudem eine untere Schranke für die Zinspolitik der Zentralbank“, sagt bdvb-Präsident Willi Rugen. Somit „schützt es den Bürger vor zu viel staatlichen Eingriffen“. Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz weist zudem darauf hin, dass „uns Bargeld in Krisenfällen unabhängiger von technischer Infrastruktur macht“.

Foto: WirtschaftsWoche

Positiver als einen Exitus des Bargelds sehen die rund 550 Umfrageteilnehmer den jüngsten Beschluss der EU-Kommission, eine Obergrenze von 10.000 Euro für Bargeldkäufe festzulegen. Brüssel will damit die Geldwäsche bekämpfen. Kritiker sehen in der Maßnahme hingegen ein Einfallstor für das sukzessive Zurückdrängen von Münzen und Scheinen; auch die Bundesbank sieht die Maßnahme eher kritisch.

In der Umfrage befürworteten 38 Prozent der Ökonomen den Bargelddeckel, knapp 20 Prozent würden ihn sogar noch niedriger ansetzen. 37 Prozent halten die Obergrenze für falsch.

Was bringt die Zukunft? Eine knappe Mehrheit der Volks- und Betriebswirte geht davon aus, dass Kunden auch in zehn Jahren ihre Restaurantrechnung in Deutschland noch immer bar begleichen können.

Lesen Sie auch: Bargeld ist wie „Tatort“ am Sonntag – Gewohnheiten legt man ungern ab

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