Asien Börsen: Nikkei nach Fed-Entscheid und positiven Konjunkturdaten auf Rekordhoch
Der japanische Aktienindex Nikkei ist am Donnerstag nach der US-Notenbanksitzung und starken Exportdaten aus Japan auf ein Rekordhoch gestiegen. Die Währungshüter beließen die Zinsen wie erwartet bei 5,25 bis 5,5 Prozent. „Die Prognosen deuten auf eine Lockerung der Geldpolitik hin, auch wenn die Kerninflation (im Jahresvergleich) höher ist“, sagte Steve Englander von Standard Chartered. „Wir und viele andere Marktteilnehmer hatten erwartet, dass die Projektionen auf zwei Zinssenkungen hinauslaufen würden, da die jüngsten Inflationsergebnisse höher ausgefallen waren. Das Festhalten an drei Zinssenkungen und die implizite Anhebung der Inflationsschwelle zeigen unserer Meinung nach, dass die Fed bereit ist, eine Lockerung einzuleiten.“
In Japan erwägt die Bank of Japan (BoJ) einem Medienbericht zufolge nach der jüngsten Zinswende eine weitere Zinserhöhung im Juli oder Oktober. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte 1,7 Prozent höher bei 40.695 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,4 Prozent auf 2791 Punkte.
Japans Exporte steigen dank höherer Nachfrage
Dank der gestiegenen Nachfrage aus den USA, China und der Europäischen Union sind die japanischen Exporte im Februar den dritten Monat in Folge und stärker als erwartet gestiegen. Die Ausfuhren legten im Februar um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie das Finanzministerium am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem Plus von 5,3 Prozent gerechnet. Im Januar hatten die Exporte um 11,9 Prozent angezogen.
Die Importe stiegen im Februar im Jahresvergleich um 0,5 Prozent, während die durchschnittliche Schätzung bei 2,2 Prozent lag. Die Handelsbilanz wies ein Defizit von 379,4 Milliarden Yen (2,52 Milliarden Dollar) auf, während die mittlere Schätzung bei 810,2 Milliarden Yen lag.
Die monatliche Reuters-Umfrage hatte am Donnerstag ergeben, dass das Vertrauen der japanischen Großunternehmen im März auf den höchsten Stand seit drei Monaten gestiegen war, während die Stimmung im Dienstleistungssektor auf den höchsten Stand seit sieben Monaten kletterte.
Die Konjunkturdaten kommen nur wenige Tage, nachdem die japanische Zentralbank (BoJ) ihre jahrelange ultralockere Geldpolitik aufgegeben hat: Die BoJ beendete am Dienstag acht Jahre Negativzinsen und andere Überbleibsel ihrer unorthodoxen Politik und vollzog damit eine historische Abkehr von der jahrzehntelangen massiven geldpolitischen Stimulierung. Es wird jedoch erwartet, dass sie die Zinsen noch einige Zeit bei Null belassen wird, um das schwache Wachstum zu stützen.