Großes Ranking: Die beliebtesten Arbeitgeber junger Wirtschafts-Wissenschaftler
Porsche ist der große Gewinner im diesjährigen Arbeitgeberranking.
Foto: imago imagesDass Porsche in seiner neuesten Arbeitgeberkampagne besonders dick aufträgt, vermittelt schon der Titel: „Traumjob Porsche“. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen berichten in einem Video, dass sie schon in der Kindheit eine Leidenschaft für die Sportwagen aus Zuffenhausen hegten. „Porsche möchte auch in Zukunft ein attraktiver Arbeitgeber für Menschen mit ambitionierten Träumen bleiben“, so das erklärte Ziel der Kampagne.
Es liegt in der Natur der Sache, dass Arbeitgeber in solchen Videos vor allem die Leute zu Wort kommen lassen, die in den höchsten Tönen vom Unternehmen schwärmen. Zur Wahrheit gehört aber auch: Porsche ist tatsächlich der mit Abstand beliebteste Arbeitgeber junger Wirtschaftswissenschaftler – und wird sogar immer beliebter.
Das ist ein Ergebnis des großen Arbeitgeberrankings der Employer-Branding-Agentur Universum, das der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt. Universum hat dafür bis April 2024 an 236 Hochschulen mehr als 30.000 Studenten befragt: Wirtschaftswissenschaftler, Ingenieure, Informatiker, Naturwissenschaftler sowie Geistes- und Sozialwissenschaftler. Die vollständigen Ergebnisse finden Sie hier.
Schon im Vorjahr belegte Porsche bei den Wirtschaftswissenschaftlern den ersten Platz. Jetzt lag der Anteil der Befragten, die Porsche zu ihren liebsten Arbeitgebern zählten, noch mal um vier Prozentpunkte über dem Wert aus dem vergangenen Jahr. Unter den befragten Frauen stieg Porsche im Vergleich zum Vorjahr zwei Plätze auf – und eroberte den Spitzenplatz.
Das Renommee der eigenen Marke unter Wirtschaftswissenschaftlern dürfte Arbeitgebern besonders wichtig sein, zählen dazu doch etwa auch die zahlreichen Betriebswirte in Deutschland. 237.581 Menschen studierten im Wintersemester 2022/2023 hierzulande Betriebswirtschaftslehre – so viele wie in keinem anderen Studienfach. In Informatik, dem zweitbeliebtesten Fach, waren gut 143.000 Studenten eingeschrieben. BWL gilt immer noch als Fundament für die Karriere als Manager, Unternehmer, Bereichsleiter.
Mercedes-Benz und BMW belegen die Plätze hinter Porsche, verlieren allerdings im Vergleich zum Vorjahr. Audi hingegen konnte fast einen Prozentpunkt zulegen. Und auch andere Unternehmen der vermeintlichen „Old Economy“ profitieren in diesem Jahr: Siemens steigt vier Plätze auf, die Lufthansa zumindest zwei.
Bei den beiden großen Sportartikelherstellern Nike und Adidas sackte das Interesse junger Wirtschaftswissenschaftler hingegen deutlich ab: Nike verlor mehr als einen Prozentpunkt in der Gunst der Studenten und Studentinnen, Adidas immerhin fast 0,9 Prozentpunkte. Der Softwarekonzern SAP, der im vergangenen Jahr zu den großen Verlierern im Ranking zählte und wegen der Order zurück ins Büro, Stellenabbau und einem zurückgenommen Vaterschaftsurlaub in der Kritik stand, konnte in diesem Jahr wieder leicht zulegen.
Die Befragung von Universum offenbart auch: In keiner anderen Fachrichtung sind die Gehaltsunterschiede von Männern und Frauen so groß wie unter den Wirtschaftswissenschaftlern. Während Frauen nach ihrem Abschluss im Schnitt ein Jahresgehalt von 48.160 Euro erwarteten, rechneten Männer mit 57.645 Euro – also mit fast 10.000 Euro mehr pro Jahr. Und während sich die Gehaltserwartungen der männlichen Befragten mit zunehmendem Alter quasi kaum verändern, rechnen die Frauen, die zum Zeitpunkt der Befragung älter als 26 Jahre waren, mit deutlich mehr als jüngere Teilnehmerinnen.
Ganz allgemein zählten die Wirtschaftswissenschaftler ein gutes Grundgehalt und höhe Einkünfte in der Zukunft zu den wichtigsten Faktoren bei der Wahl eines Arbeitgebers. Gefolgt von flexiblen Arbeitsbedingungen, Weiterbildungen und vielfältigen Tätigkeiten.
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