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Zschabers BörsenblickSo machen Sie Ihr Depot bereit für die Jahresendrally

Es gibt einige gute Gründe für eine Jahresendrally – und einige dagegen. Anleger sollten auf jeden Fall vorbereitet sein.Markus Zschaber 29.10.2024 - 11:12 Uhr

Anleger sollten sich bereit machen für eine Jahresendrally an der Börse.

Foto: imago images

Startklar für die Jahresendrally? Noch nicht? Dann wird es aber Zeit. Denn die Jahresendrally beginnt immer früher. Ursprünglich bezog sich das Phänomen der Jahresendrallye nur auf wenige Tage zwischen Weihnachten und Silvester, in denen Fondmanager noch schnell ihre Portfolios zumindest optisch auf Vordermann brachten. Raus mit den Verlierern, rein in die Top-Performer des Jahres – und schon erstrahlten die Portfolios in einem neuen Glanz. Irgendwann hat sich dann die Jahresendrally ausgeweitet, auf die Wochen vor Weihnachten, schließlich auch noch auf den November. Aus der Jahresendrally wurde mittlerweile eine Herbstrally, die unmittelbar nach der „Sommerflaute“ starten soll.

Sie merken schon: Das Thema Jahresendrally ist nicht ganz leicht zu handhaben. Grundsätzlich gehe ich von einer sehr positiven Entwicklung zum Jahresende hin aus. Rückenwind bekomme ich dabei zum einen von der Börsenhistorie. Rein statistisch gesehen ist das vierte Quartal, also die Monate Oktober, November und Dezember, eine relativ gute Börsenzeit. Seit 1959 kletterte etwa der Dax in diesem Zeitraum um rund drei Prozent. Er ist damit die stärkste Börsenzeit im Jahr. Dabei sticht insbesondere der November heraus, in dem der Leitindex in den zurückliegenden 64 Jahren im Schnitt um 1,4 Prozent zulegen konnte. Das ist der zweitbeste Monat auf Jahressicht, nur leicht schlechter als der März mit einem durchschnittlichen Zuwachs von 1,6 Prozent. Also, alles klar für die Jahresendrally?

Was gegen die Jahresendrally spricht

Nicht ganz. Denn speziell in diesem Jahr gibt es einige außergewöhnliche Belastungsfaktoren, die man als Anleger zumindest mal durchdacht haben sollte.

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Der erste Belastungsfaktor ist die deutsche Wirtschaft. Diese entwickelt sich nämlich extrem mau. So hat erst vor wenigen Tagen der Internationale Währungsfonds seine Wachstumsprognose für Deutschland im laufenden Jahr erneut gesenkt, auf null Prozent. Deutschland ist damit Schlusslicht der führenden Ökonomien und hält sogar im EU-Vergleich die rote Laterne in der Hand. Respekt, kann man da nur sagen. Aus dem einstigen Zugpferd, das über die Schwäche der anderen Länder die Nüstern respektive die Nase gerümpft hat, wurde selbst ein lahmer Gaul. Selbst schuld, sage ich da nur. Bürokratie, Facharbeitermangel, keine wirklichen Wirtschaftsreformen und, und, und – all das hätte man vermeiden können. Hat man aber aus völliger Selbstüberschätzung nicht. Nun kämpft selbst Deutschlands Vorzeigeprodukt, das Auto, auf dem globalen Markt einen Überlebenskampf.

Zweiter Belastungsfaktor: die Zinsen. Die fallen zwar, doch den einen zu schnell, den anderen zu langsam. Hört sich paradox an, ist aber durchaus erklärbar. Fallen die Zinsen zu schnell, kann das als Eingeständnis eines konjunkturellen Abschwungs gewertet werden.

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Und den mögen Anleger nun mal nicht. Andererseits, fallen die Zinsen nicht schnell genug, sind die Anleger enttäuscht und kehren der Börse den Rücken. Wie man es auch dreht und wendet, man kann es nie allen recht machen. Letztendlich ist es eine Frage der Perspektive und der grundsätzlichen Stimmung am Markt. Und die könnte nach den kräftigen Kurszuwächsen in den zurückliegenden Monaten auch mal ins Negative abkippen.

Was für eine Jahresendrally spricht

Also, die Jahresendrally ist in diesem Jahr keine ausgemachte Sache. Oder doch? Gerade weil die Lage so schwierig ist, könnte die Rallye kommen. Spätestens seit André Kostolany wissen wir, dass die Börse vor allem Psychologie ist, und nur am Rande von Fakten getrieben wird. Und gerade dann, wenn die Rally auszufallen scheint, könnte es besonders kräftig nach oben gehen. Denn was soll jetzt noch passieren, was die Börse zusätzlich belasten könnet? Das maue Wirtschaftswachstum und das Problem mit den Zinsen, all das ist bekannt. Und was bekannt ist, ist uninteressant, zumindest denkt die Börse so.

Hinzu kommt: Viele Unternehmen im Dax erwirtschaften einen großen Teil ihrer Umsätze im Ausland. Die heimische Wirtschaftsschwäche betrifft sie also gar nicht so stark. Und, ob die Zinsen „zu schnell“ oder „zu langsam“ fallen ist eigentlich egal, am Ende zählt nur, dass sie fallen und damit am Aktienmarkt Bewertungspotenzial eröffnen – und das tun sie über kurz oder lang ganz sicher. Denn je niedriger die Zinsen, desto höher der Spielraum für Aktien. Zinsen sind sozusagen der Gegenspieler für Aktien. Und je unattraktiver die Zinsen sind, desto attraktiver wird eine Anlage in Aktien.

Startklar für die Jahresendrally? Auf jeden Fall. Und wie? Am einfachsten geht das wohl mit einem ETF auf den Dax. Der bildet die Kursentwicklung des deutschen Leitindex in der Regel eins zu eins ab. Erfahrene Anleger setzten auf einen Schwerpunkt, etwa Unternehmen mit hohem Umsatzanteil im Ausland oder wachsender Gewinndynamik zum Jahresende hin.

Bitte beachten Sie den Haftungsausschluss.

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