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Präsidentschaftswahl USADer Megatrend, der für einen Sieg von Kamala Harris spricht

Seit 1984 gibt es einen stabilen Trend bei US-Präsidentschaftswahlen: Immer höhere Stimmenanteile für die Demokraten. Vier Grafiken, die zeigen, dass die USA in Wahrheit ein demokratisch dominiertes Land sind.Martin Seiwert 04.11.2024 - 17:39 Uhr

Gewinnen Republikaner oder Demokraten?

Foto: WirtschaftsWoche

Im Präsidentschaftswahlkampf 2016 sorgte der republikanische Kandidat Jeb Bush, Bruder von Ex-Präsident George W. Bush, mit einer Warnung für Aufsehen: Die Wahl könnte für eine sehr lange Zeit die letzte sein, bei der die Republikaner noch Chancen auf einen Sieg hätten. 

Der Grund, so Bush, sei die Verschiebung der ethnischen Bevölkerungsanteile: Es gebe immer weniger Weiße in den USA, aber einen immer größeren Anteil von Latinos und Menschen anderer Ethnien und Rassen. Weil diese Bevölkerungsgruppen traditionell eher demokratisch wählten, hätten die Republikaner auf Dauer kaum noch echte Chancen auf einen Sieg bei den Präsidentschaftswahlen. Bush, der mit einer Mexikanerin verheiratet ist und fließend Spanisch spricht, plädierte deshalb für eine verstärkte Zuwendung der republikanischen Partei zur Latino-Community. 

Auch wenn sich Bush als Kandidat nicht durchsetzen konnte und der Republikaner Donald Trump dann die Demokratische Kandidatin Hillary Clinton besiegte, sollte Bush im Prinzip recht behalten: Clinton holte drei Millionen Stimmen mehr als Trump. 

Dass sie trotzdem nicht gewann, liegt am komplizierten und teils ungerechten US-Wahlsystem, das nach dem The-winner-takes-it-all-Prinzip funktioniert: Wenn eine Partei einen Bundesstaat auch nur mit wenigen Stimmen gewinnt, bekommt sie alle Wahlmännerstimmen dieses Bundesstaates. Die Stimmen der in diesem Bundesstaat unterlegenen Partei gehen quasi verloren. Ähnlich ist es in den Wahlkreisen der Bundesstaaten. An diesem System liegt es, dass 2000 auch der Demokrat Al Gore verlor, obwohl er insgesamt mehr Stimmen bekam als George W. Bush:

Jeb Bush sollte auch Recht behalten, was die Bevölkerungsentwicklung anbelangt: Es geht nicht nur der Anteil der Weißen immer weiter zurück. 2021 schrumpfte erstmals auch die absolute Zahl der Weißen:

Die Ära der Demokraten

In den USA gab es – gemessen an den insgesamt abgegebenen Stimmen („popular vote“) – rund um den Zweiten Weltkrieg eine stabile Demokraten-Ära. Dann folgte eine lange und fast durchgängige Republikaner-Ära bis Ende der 80er-Jahre. Seither aber liegen die Demokraten (mit Ausnahme der Wahl von 2004) vorn:

Vor allem die Wahlen seit 2004 zeigen: Es gibt einen stabilen Trend im Sinne der Demokraten, der sich bei der letzten Wahl 2020 weiter verstärkte: Joe Biden holte rund sechs Millionen Stimmen mehr als Donald Trump:

 Bei der anstehenden Wahl darf Kamala Harris auf eine Fortschreibung des Demokraten-Trends hoffen. Ein Sieg bei den insgesamt abgegebenen Stimmen würde aber noch lange nicht bedeuten, dass sie die Wahl auch tatsächlich gewinnt. 

Lesen Sie auch: Republikaner oder Demokraten: Wer ist besser für die Börse?
 

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