Leben mit Aktien: Breite Streuung ist der beste „Trump-Trade“
Mit Donald Trumps Wahlsieg haben einige sogenannte „Trump-Trades“ neue Jahreshöchststände erreicht.
Foto: dpaVier Jahre Disruption: Die besten Trump-Trades
Tesla, Palantir, Bitcoin – diese Namen stehen für die erfolgreichsten „Trump-Trades“ der letzten Tage, sie alle haben seit der US-Präsidentenwahl neue Jahreshöchststände erreicht. Wer vor der Wahl den Empfehlungen einiger Investmenthäuser folgte, blickt jetzt auf grüne Zahlen im Depot. Doch wie lange die Wetten auf den zukünftigen Präsidenten noch anhalten werden, ist fraglich. Es zeigen sich schon erste Gewinnmitnahmen der Anleger – bestes Beispiel dafür ist die Trump Media & Technology Group (DJT) Aktie von Trumps sozialen Netzwerk Truth Social, die in den Tagen nach der Wahl rasant gestiegen ist, seit Wochenbeginn aber wieder 16 Prozent nachgelassen hat.
Wer mittel- bis langfristig investiert, sollte zumindest nicht nur auf die speziellen Einzelwetten setzen. Investor Christian W. Röhl sagt im Podcast „Leben mit Aktien“: „Der Basis Trump-Trade ist nach wie vor ein Weltportfolio mit einem sehr, sehr starken Standbein in den USA.“
Das ist bei Indizes wie dem FTSE All World und dem MSCI ACWI der Fall. Von den 4243 Werten des FTSE All World stammen rund 63 Prozent aus den USA, 17 Prozent aus Asien (inkl. drei Prozent China) und rund 15 Prozent aus Europa. Bei den Sektoren dominiert die Technologiebranche mit rund 28 Prozent, gefolgt von Industriewaren und Dienstleistungen mit rund 12 Prozent.
Öl, Rüstung und USA-Produktion
Dazu können Anleger dann Branchen oder Einzelwerte, die jetzt nach dem Trump Sieg besonders lukrativ wirken beimischen – als Satelliten. Die Podcast-Hosts Christian W. Röhl und WiWo-Chefredakteur Horst von Buttlar sehen dabei Öl-Aktien, Rüstungshersteller und europäische Unternehmen mit starker Produktionsbasis in den USA im Fokus. Beispiel dafür könnten der texanische Erdölförderer Occidental Petroleum, die deutschen Rüstungsunternehmen Rheinmetall, Hensoldt und Renke, aber auch US-amerikanische Rüstungsunternehmen wie Lockheed Martin sein. Zu den europäischen Unternehmen mit starker Produktionsbasis in den USA gehören Henkel und die Deutsche Telekom.
Henkel baut schon seit Jahren seine Produktionsstätten in den USA aus, auf mittlerweile rund 66 in Nordamerika, und erwirtschaftet rund 28 Prozent des Umsatzes im nördlichen Teil des Kontinents. Bei der Deutschen Telekom ist die US-Tochter T-Mobile mit rund 64 Prozent des Umsatzes die wichtigste Sparte – der deutsche Mutterkonzern hält 50,7 Prozent der Anteile an der Tochter.
Von US-Anleihen sollten Anleger nach Ansicht von Röhl dagegen bloß die Finger lassen: Die Angst vor einer ansteigenden Staatsverschulung, einer erhöhten Inflationsgefahr und damit einhergehenden steigenden Zinsen der FED senkt die Kurse auf bereits ausgegebene Anleihen. Unternehmen mit einem Geschäftsmodell, das auf Produktion außerhalb der USA und Export ausgelegt ist, dürften es ebenfalls schwer haben.
Mehr zu den Trump-Trades, die Rolle von Aurubis bei der Salzgitter Übernahme durch GP Günter Papenburg und TSR-Recycling, sowie Investmentmöglichkeiten in Papier- und Holzaktien erfahren Sie in der aktuellen Folge von „Leben mit Aktien“.