Bürokratie: Drangsalierung bis zum Klopapier – deutsche Unternehmen haben die Nase voll

Der Papierkram in Deutschland treibt so manchen zur Verzweiflung.
Foto: imago imagesGewerkschafter tun das. Klimaschützer. Bauern auch. Aber dass Unternehmer in Massen auf die Straße gehen und protestieren? Außergewöhnlich! Sie schuften lieber bis zum Umfallen oder bis zur Insolvenz. Umso ernster müssen wir den Wirtschaftswarntag am Mittwoch nehmen.
Unsere Wirtschaft steckt in ihrer größten Krise der Nachkriegszeit. Zwei Rezessionen hintereinander. Und der Jahreswirtschaftsbericht verspicht für 2025 nur Miniwachstum. Könnte aber auch schlechter kommen, das kennen wir ja inzwischen.
Trump verschärft die Lage
Es gilt akute Sturmwarnung. Unsere Unternehmen schaffen zwar neue Jobs – aber im Ausland. Forschungszentren und Werke für neue Produkte gibt’s auch – jenseits der Grenzen. Es lohnt sich nicht mehr, in Deutschland noch groß zu investieren. Donald Trump verstärkt diesen Trend. Mit seiner brutalen Zollpolitik zwingt er Unternehmen, Wertschöpfung weiter in die USA zu verlagern. Das betrifft alle deutschen Konzerne.
Umso wichtiger wäre eine Politik, die unsere Standortbedingungen verbessert. Jetzt. Nicht nur ein bisschen. Statt altbekanntem Pepita wäre großes Karo angesagt. Eine Senkung der Steuerlast von 30 auf 25 bis 20 Prozent. Halbierung der Energiekosten.
Und dann ran an die Bürokratie. Für wie verantwortungslos muss man unsere Unternehmen halten, um ihnen Vorschriften bis zur Klopapierbeschaffung zu machen?
Die Wirtschaft muss im Mittelpunkt dieser Bundestagswahl stehen. Mehr als alles andere, mehr als der sicherlich reformbedürftige Umgang mit illegalen Migranten.
Das wäre die Brandmauer gegen die AfD
Nur florierende Unternehmen sorgen für sprudelnde Steuereinnahmen, für sichere Arbeit und stabile Sozialbeiträge. Sozialstaat, Klimatransformation, Integration von Flüchtlingen, Krankenkassen und Rentenversicherung hängen daran.
Eine starke Wirtschaft ist die stärkste Brandmauer gegen Frust, Radikalisierung und die AfD. Um dies zu erkennen, braucht es keines Blicks 100 Jahre zurück, als die Weimarer Republik erst in Inflation und Arbeitslosigkeit versank und dann in die Fänge der Nazis geriet.
Ein Land steht und fällt mit seiner Wirtschaft. Daran sollten wir beim Wirtschaftswarntag denken.
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