Südschleswigscher Wählerverband: SSW holt Sitz im Bundestag – das ist der Grund
Der aktuelle und künftige Bundestagsabgeordnete des SSW: Stefan Seidler.
Foto: Kay Nietfeld/dpaGenau einen von 630 Sitzen im neugewählten Bundestag erhält der Südschleswigsche Wählerverband (SSW). Der Grund: Die Partei ist von der Fünf-Prozent-Klausel ausgenommen. Bei ihr greift das sogenannte Minderheitenprivileg.
In Deutschland gibt es vier nationale ethnische Minderheiten: Sorben, Friesen, Dänen und deutsche Sinti und Roma. Der SSW vertritt die Friesen und Dänen und tritt nur in Schleswig-Holstein an. Dort holte der SSW vier Prozent der Zweitstimmen, das entspricht 76.126 Stimmen. Der SSW war im Vorfeld der Bundestagswahl davon ausgegangen, dass 40.000 Stimmen notwendig sein würden, um ein Bundestagsmandat zu erringen.
Der Wählerverband erhält nicht automatisch ein Mandat, sondern muss in Schleswig-Holstein genauso viele Stimmen holen, wie die anderen Parteien für ein einzelnes Mandat benötigen.
Durch den Erfolg bei der Wahl 2025 zieht Stefan Seidler erneut als Abgeordneter in das deutsche Parlament. Er war bereits 2021 erfolgreich und ist seitdem Mitglied des Bundestags. Er stand auf Platz eins der Landesliste des SSW und vertritt den Wahlkreis Flensburg – Schleswig.
Er wolle sich unter anderem dafür einsetzen, dass „unser Norden sich mehr an Skandinavien orientiert“, heißt es auf der Homepage des SSW.