Sonntagsfrage 2025: YouGov gelingt beste Umfrage vor der Bundestagswahl
Stimmzettelumschläge der Briefwahl werden vor der Auszählung im Wahlbüro des Landkreises Harz in Halberstadt geöffnet.
Foto: Matthias Bein/dpaPunkt 18 Uhr haben unter anderem ARD und ZDF am Wahlabend ihre Prognosen zum Ausgang der Bundestagswahl veröffentlicht. Dabei stützen sie sich auf Umfragen vor vielen Wahllokalen, in denen die Wählerinnen und Wähler gebeten werden, ihre Entscheidung in der Wahlkabine den Umfrageinstituten zu nennen. Diese Umfragen rechnen Statistiker hoch auf das gesamte Bundesgebiet. Die Prognose sei in der Regel sehr nah am endgültigen Wahlergebnis, so ARD-Wahlexperte Jörg Schönenborn. Im Verlaufe des Abends werden sie durch Hochrechnungen ersetzt und so präziser - um 4.10 Uhr stand dann das vorläufige Ergebnis fest.
Wir vergleichen das Ergebnis der Bundestagswahl mit den Werten von acht bundesweiten Umfragen verschiedener Institute – darunter auch Infratest dimap (ARD) und Forschungsgruppe Wahlen (ZDF). Die Sonntagsfragen („Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?“) zeichnen zwischen den Wahlen die politische Stimmung nach.
Abweichungen zum tatsächlichen Wahlergebnis können unterschiedliche Gründe haben. Dazu zählen die Wahlbeteiligung (mit 82,5 Prozent deutlich höher als bei den vergangenen Wahlen), die statistischen Verfahren für die Hochrechnung der Umfragen, Befragte können aber etwa auch schon per Briefwahl gewählt haben und sich bei der Sonntagsfrage für eine andere Partei entscheiden – und natürlich müssen Befragte auch nicht ihre wahre Wahlabsicht in einer Umfrage nennen.
Infratest dimap, Forsa, Insa – So genau waren ihre Umfragen
Die Grafik zeigt, wie stark in Summe die Umfragen der Institute vom Wahlergebnis der Bundestagswahl 2025 abweichen. Lag ein Umfragewert bei 15 Prozent und die Partei hat tatsächlich 12 Prozent oder 18 Prozent erreicht, beträgt die Abweichung drei Prozentpunkte. Für die Übersicht sind die Abweichungen für die Parteien CDU/CSU, SPD, Grüne, FDP, Die Linke, AfD, BSW und Sonstige addiert. YouGov hat demnach die geringste Abweichung verzeichnet, die Forschungsgruppe Wahlen liegt auf Rang zwei, dahinter folgt INSA.
Die obere Grafik zeigt im Detail, wie sich die acht zuletzt vor der Bundestagswahl veröffentlichten bundesweiten Wahlumfragen vom Ergebnis unterscheiden. Sicherlich bemerkenswert: Die letzte Umfrage von Infratest dimap vor der Wahl liegt deutlich neben dem tatsächlichen Bundestagswahlergebnis. Hauptgrund dürfte sein: Die ARD veröffentlicht in den Tagen vor der Wahl keine Umfrage des von ihr beauftragten Instituts Infratest dimap – die letzte vor der Wahl stammte vom 13. Februar, während etwa YouGov noch am 21. Februar veröffentlicht hat.
YouGov hat genaueste Umfrage zur Bundestagswahl veröffentlicht
Die berücksichtigen Umfragen fanden grundsätzlich im Februar statt, mit der Ausnahme von Verian (Emnid). Die Ende Januar veröffentlichte Umfrage dieses Institut wies für Die Linke einen Wert von nur vier Prozent auf – doch die Partei hat in den Wochen vor der Wahl am stärksten zugelegt und landete bei 8,8 Prozent.
Lesen Sie auch: Diese Wahlkreisgewinner ziehen nicht in den Bundestag ein